Weibliche Intuition gegen Kraft

Die kleine Sportfrage

Ralf Streule
Drucken
Teilen

Reiten macht eine Ausnahme in der Sportwelt: Frauen und Männer treten gegeneinander an. Weshalb?

Morgen beginnt der Weltcupfinal der Springreiter in Paris. Mit Betonung auf die männliche Form. Denn gut 30 von 40 Startenden sind Männer, in den Top 30 der Welt sind nur zwei Frauen anzutreffen. Tönt ungerecht. Weshalb lässt man Frauen, anders als in anderen Sportarten, gegen Männer antreten?

Weil sie schlicht die selben Voraussetzungen haben, erklärt ein Pferdeexperte. «Männer haben mehr Kraft, Frauen mehr Gespür für das Zusammenspiel mit dem Pferd.» Doch sollte sich dies wirklich ausgleichen, müssten Frauen doch mithalten können? Dem ist nicht so: Von den letzten 18 Olympia-Einzelmedaillen sicherten sich die Frauen gerade mal zwei. «Im Springreiten zieht es eher Männer in den Spitzensport», so die Antwort. Und Frauen eher in Richtung Dressurreiten. Auch in dieser Disziplin wird ab morgen der Weltcupfinal ausgetragen – fast ausschliesslich mit Frauen. Das Olympiamedaillen-Verhältnis ist hier genau umgekehrt: Die Männer holten sich eine von 18 Medaillen seit 1996. Bleibt die Frage, ob Stuten oder Hengste erfolgreicher sind. Auf dem Springparcour gibt’s kaum Unterschiede, auch hier gleicht sich weibliches Gefühl und Manneskraft aus. Anders bei Pferderennen: Dort seien es die Hengste, die dominieren.

Ralf Streule

Weshalb tun die das? Die Welt des Sports steckt voller kleiner Rätsel. Einigen zentralen und weniger zentralen Fragen aus der Welt der Profis geht die Sportredaktion in dieser Rubrik nach.