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WEGBEREITER: Der Beckenbauer des Curlings

Patrick Hürlimann ist Olympiasieger, ehemaliger Vizepräsident des Weltverbandes, Olympiacoach von Ralph Stöckli und Nachwuchsförderer. Die EM in St. Gallen verfolgt er mit grossem Interesse.
Daniel Good
Patrick Hürlimann in Japan auf dem Weg zum Olympiasieg 1998. (Bild: Alessandro della Valle/KEY (Nagano, 10. Februar 1998))

Patrick Hürlimann in Japan auf dem Weg zum Olympiasieg 1998. (Bild: Alessandro della Valle/KEY (Nagano, 10. Februar 1998))

Daniel Good

Patrick Hürlimann ist ein Wegbereiter. Der Zuger ist dafür verantwortlich, dass Curling seit bald 20 Jahren in der breiten Sport­öffentlichkeit wahrgenommen wird. 1998 besiegte er als Skip des Schweizer Teams im olympischen Final von Nagano die favorisierten Kanadier. Seither ist die Sportart im Land populär. Insbesondere wenn grosse Meisterschaften wie dieser Tage die EM in St. Gallen anstehen, ist Curling keine Randsportart mehr.

Hürlimann ist nicht nur ein äusserst erfolgreicher Spieler. Er war bis 2012 auch Vizepräsident des internationalen Verbandes. An den Olympischen Spielen 2006 amtierte er als Coach des Schweizer Teams um den Uzwiler Ralph Stöckli. Sie nannten Hürlimann deshalb auch schon den Beckenbauer des Curlings. Weil er wie der deutsche Fussball-Weltmeister auch ein erfolgreicher Trainer wurde.

Der Kampf um den Nachwuchs

Mit «seiner» Sportart ist Hürlimann auch heute noch eng verbunden. Er betreut seine drei Kinder, die ebenfalls Curling spielen. Der Konkurrenzkampf um die kommenden Stars ist gross. Fussball, Eishockey oder Trendsportarten ziehen die Kinder stärker in den Bann als die traditionelle Eissportart mit Steinen und Besen. Viele Nachwuchsspieler stammen aus Curlingfamilien. Schon mit sieben, acht Jahren können die Kinder mit leichteren Steinen spielen. «Mit Training ist sehr viel zu erreichen», sagt der heute 54-jährige Hürlimann, der in Cham in führender Position in der Medizinaltechnik arbeitet.

Nicht nur koordinativ muss ein Curlingspieler auf der Höhe sein. Auch die Taktik spielt eine wesentliche Rolle. «In diesem Punkt hat der Schweizer Nachwuchs noch grossen Nachholbedarf», sagt der Olympiasieger.

Für gefährlich hält Hürlimann die Verbandspolitik der Schweizer, ausschliesslich internationale Spitzenteams nachhaltig zu fördern. «Das führt dazu, dass es dahinter grosse Lücken gibt. Bei den Männern etwa kommt hinter dem EM-Teilnehmer Genf lange niemand mehr.»

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