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WECHSEL: Clubführung auf dünnem Eis

Das Aktionariat des FC St. Gallen erhält ein neues Gesicht, Dölf Früh verkauft seine Anteile. Dass ein Wandel nottut, zeigte sich gestern an der GV: Das Publikum erteilte der Führung einen Denkzettel.
Ralf Streule
Generalversammlung im Gossauer Fürstenlandsaal: Die Wahl der FC-St. Gallen-Verwaltungsräte fiel für einmal nicht einstimmig aus. (Bild: Urs Bucher)

Generalversammlung im Gossauer Fürstenlandsaal: Die Wahl der FC-St. Gallen-Verwaltungsräte fiel für einmal nicht einstimmig aus. (Bild: Urs Bucher)

Ralf Streule

Man könnte es als schallende Ohrfeige für die Führung des FC St. Gallen bezeichnen, zumindest aber als deutlichen Denkzettel. Verliefen die Generalversammlungen der FC St. Gallen AG in den vergangenen Jahren meist ohne kritische Voten oder Gegenstimmen, zeigten gestern im Gossauer Fürstenlandsaal viele der gut 450 Publikumsaktionäre ihre Zähne. Nicht etwa die warme Rede von Präsident Stefan Hernandez, in der er von Erfolg und nötigem Wandel sprach, erntete am meisten Applaus. Sondern jene Voten von Michael Hüppi, dem abtretenden Verwaltungsrat, der von weiterhin fehlender Unabhängigkeit im Verwaltungsrat sprach. Und wären nicht zuvor neue Aktionäre vorgestellt worden (siehe Kasten), wäre der Abend für die Führung vielleicht noch ungemütlicher verlaufen.

Am meisten zeigte sich die Publikumskritik bei der Wiederwahl der Verwaltungsräte. In anderen Jahren war dieses Traktandum stets eine Formsache, die meist mit Applaus erledigt wurde. Diesmal war sich das Publikum uneins: Besonders Ferruccio Vanin, der im Frühling von Dölf Früh als neuer Verwaltungsrat installiert worden war, erhielt viele Gegenstimmen. Auch Hernandez selbst erhielt das Vertrauen von rund 50 Anwesenden nicht. Und als am Ende eine Votantin davon sprach, dass es zuletzt zu wenig um Fussball und zu viel um Macht gegangen sei im Club, erhielt sie den wohl wärmsten Applaus des Abends geschenkt.

Hernandez zeigt Verständnis für kritische Voten

Es wurde deutlich: Der VR, dem zuletzt das fehlende sportliche Know-how, die fehlende Unabhängigkeit oder gar Machtspiele zum Vorwurf gemacht wurden, hat einen schweren Stand. Hernandez zeigte Verständnis für die Voten – und versprach, dass der Verwaltungsrat aufgestockt werde, dass man auf der Suche nach einem Sportchef sei – und dass man alles Nötige tue, um den FC St. Gallen auch strategisch in ruhigere Bahnen zu lenken. «Mit dem neuen Aktionariat haben wir eine sehr gute Lösung gefunden.» Der Wunsch, die Aktien breit abzustützen auf vielen Personen aus der Ostschweiz, sei in Erfüllung gegangen.

In den nächsten Tagen wird über VR entschieden

Doch was heisst das nun für die operative Clubführung? Der neue Aktionär Roland Gutjahr sprach nach der Versammlung davon, dass «in den nächsten Tagen» über eine dringend notwendige Aufstockung des Verwaltungsrats – und über allfällige Änderungen im Gremium – entschieden werde. Noch sei es aber zu früh, konkreter zu werden. «Wir müssen jetzt zuerst zusammensitzen. Ich habe ein sehr gutes Gefühl mit diesem neuen Aktionariat – ich denke, wir werden uns finden.»

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