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Wawrinka steht im French Open im Achtelfinal: Das ist seine wilde Welt

Der Romand steht in Paris erstmals seit zwei Jahren in einem Grand-Slam-Achtelfinal. Zufrieden ist er damit aber noch lange nicht.
Simon Häring, Paris
Switzerland's Stan Wawrinka plays a shot against Bulgaria's Grigor Dimitrov during their third round match of the French Open tennis tournament at the Roland Garros stadium in Paris, Saturday, June 1, 2019. (AP Photo/Pavel Golovkin)

Switzerland's Stan Wawrinka plays a shot against Bulgaria's Grigor Dimitrov during their third round match of the French Open tennis tournament at the Roland Garros stadium in Paris, Saturday, June 1, 2019. (AP Photo/Pavel Golovkin)

Es war zum ersten Mal heiss, es war laut, und es war spektakulär, was sich auf Court 1, in der Stierkampfarena abspielte, die im Zuge der Modernisierung der Anlage in einer Woche den Baggern zum Opfer fällt und abgerissen wird. Nur etwas mehr als 3000 Zuschauer passen hier offiziell rein, doch die Arena platzte aus allen Nähten, als die am Vortag wegen der anbrechenden Dunkelheit beim Stand von 7:6, 7:6 abgebrochenen Partie zwischen Stan Wawrinka (ATP 28) und dem Bulgaren Grigor Dimitrov (ATP 47) fortgesetzt wurde.

Bei Spielen dieser Qualität drücken die neutralen Zuschauer normalerweise jenem Spieler die Daumen, der im Verlieren begriffen ist – in der Hoffnung auf eine Fortsetzung. Doch an diesem Nachmittag ist es Wawrinkas wilde Welt. Seine Rückhand wird von einem Raunen begleitet und führt sie zum Punkt, feiert der Romand das oft mit einem Schrei. Immer wieder animiert er die Zuschauer mit rudernden Händen dazu, noch mehr Lärm zu machen. Und das Publikum verwandelt das ringförmige Bijou in ein Tollhaus.

«Explosiv in den Beinen, klar im Kopf»

Beim Stand von 5:4 serviert Wawrinka zum Sieg, muss aber das Rebreak hinnehmen. Im Tiebreak wehrt er fünf Satzbälle ab, vier davon in Folge vom 2:6 zum 6:6. Schon im ersten Durchgang hatte er einen Satzball abwehren müssen. Nach 3:16 Stunden verwertet Wawrinka seinen ersten Matchball zum 7:6 (5), 7:6 (4), 7:6 (8). «Die Atmosphäre war unglaublich, einfach verrückt. Daran werde ich mich für den Rest meines Lebens erinnern», sagte Wawrinka. Drei Mal klopfte er sich auf die Brust, dort, wo das Herz schlägt. Es ist Wawrinkas 500. Sieg auf der Profi-Tour. Doch viel wichtiger: Er steht damit zum ersten Mal seit seinem Finalvorstoss vor zwei Jahren und seinen zwei Operationen am linken Knie wieder in den Achtelfinals eines Grand-Slam-Turniers. Noch im letzten Jahr war er in der Weltrangliste bis auf Rang 263 abgerutscht.

Doch in Paris zeigt Wawrinka das, was sein Trainer Magnus Norman beobachtet hat. «Er zeigt kein Zögern, bewegt sich gut, ist explosiv in den Beinen und klar im Kopf», hatte der Schwede vor dem Spiel zu dieser Zeitung gesagt. «Die Energie und Intensität, die er auf den Platz bringt, ist beeindruckend.» Wawrinka sprach nach dem Achtelfinalvorstoss davon, sein bestes Tennis seit zwei Jahren und der Operation zu spielen. «Aber ich habe jetzt erst drei Spiele gewonnen. Ich bin nicht zufrieden mit diesem Resultat, ich will mehr», sagte der 34-Jährige. Glaubt er wie sein Trainer Magnus Norman, dass er noch ein Grand-Slam-Turnier gewinnen kann? «Vielleicht. Wer weiss. Es ist noch zu früh, um daran zu denken. Es ist noch ein langer Weg.»

Bereits heute geht dieser Weg weiter. Dann trifft Wawrinka erstmals auf den Aufsteiger des Jahres, den Griechen Stefanos Tsitsipas (ATP 8). Seine Partie gegen den Serben Filip Krajinovic war wie jene Wawrinkas bei 5:5 im dritten Satz abgebrochen worden. Tsitsipas verlor danach den dritten Durchgang im Tiebreak, lag im vierten mit Break hinten und musste im Tiebreak einen Satzball abwehren, ehe der Viersatzerfolg feststand. «Ich habe mir das Leben selber schwerer gemacht als nötig», resümierte der Grieche, der sich in diesem Jahr in der Weltspitze etabliert hat. Bei den Australian Open schaltete er Titelverteidiger Roger Federer aus und erreichte die Halbfinals. Er gewann im Frühling zwei Turniere, eines davon auf Sand, schlug in Madrid im Halbfinal Sandkönig Rafael Nadal und stand in Rom in den Halbfinals.

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