Stan Wawrinka: «Ich lag ja nicht am Strand und trank Caipirinha»

Trotz Viertelfinalniederlage gegen Roger Federer reist der Waadtländer Stan Wawrinka mit einem guten Gefühl aus Paris ab.

Aufgezeichnet: Simon Häring
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«Für mich eine Bestätigung, dass ich in den letzten Monaten gut gearbeitet habe. (Bild: Yoan Valat / EPA, Paris, 4. Juni 2019)

«Für mich eine Bestätigung, dass ich in den letzten Monaten gut gearbeitet habe. (Bild: Yoan Valat / EPA, Paris, 4. Juni 2019)

 Knapp zwei Jahre nach zwei Eingriffen am linken Knie erlebte der 34-jährige Wawrinka in Paris eine Renaissance und stiess erstmals seit 2017 wieder bis in die Viertelfinals eines Grand-Slam-Turniers vor. Im letzten Sommer war er in der Weltrangliste bis auf Platz 263 abgerutscht. Nun stösst er am kommenden Montag wieder unter die 20 Besten vor. Entsprechend zog der Romand trotz der 23. Niederlage im 26. Duell gegen Roger Federer eine positive Bilanz.

Welches Fazit ziehen Sie?

Stan Wawrinka: Generell war es ein sehr gutes Turnier für mich. Ich spielte von Beginn weg gut, speziell gegen Garin, dann sehr gut gegen Dimitrov an zwei Tagen in Folge und dann auch gegen Tsitsipas. Das war eine grossartige Schlacht über fünf Stunden. Für mich ist es die Bestätigung, dass ich in den letzten Monaten gut gearbeitet habe.»

Wie geht es Ihnen körperlich?

Ich war sehr überrascht, wie gut ich mich vom Spiel gegen Tsitsipas erholt habe, dass ich in der Lage war, über drei Stunden gutes Tennis zu spielen. Das ist ein schönes Zeichen für die Zukunft. Ich wusste schon länger, dass mein Knie hält, weil ich alles dafür getan habe. Aber es war das erste Turnier seit meiner Verletzung, in dem ich so lange Matches ohne Probleme spielte. Das zeigt, dass sich meine Arbeit auf und neben dem Platz auszahlt. Dass ich die richtigen Dinge gemacht habe. Es ist ja nicht so, dass ich am Strand lag und Caipirinha trank (lacht).

Haben Sie sich mit der Viertelfinalqualifikation selber bewiesen, dass Sie wieder zu den Besten gehören?

Nein. Ich wusste schon davor, wo mein Level ist, wozu ich fähig bin und was ich alles getan habe, um wieder dorthin zu gelangen. Das Spiel gegen Tsitsipas war ja das längste meiner Karriere. Dazu habe ich drei Tage hintereinander gespielt. Für mich ist es vor allem wichtig, zu sehen, dass ich auch gegen Roger immer noch dazu fähig bin, über drei Stunden gutes Tennis zu spielen.

Wie beurteilen Sie das Spiel gegen Roger Federer?

Ich verlor gegen den Besten der Geschichte in diesem Sport. Ich hatte nie wirklich die Chance, die Führung zu übernehmen. Roger spielte einfach besser. Ich nehme mehr Gutes mit, als dass ich traurig oder enttäuscht wäre. Wenn ich auf die letzten Jahre zurückschaue, ist das ein grosses Resultat. Ich weiss noch, wie ich mich vor einem Jahr hier fühlte, als ich in der Weltrangliste abstürzte. Nun bin ich zurück in den Top 20. Ich erwarte nichts, niemals. Ich bin einfach glücklich darüber, wo ich in meinem Alter stehe. Solange ich es geniesse, was ich tue, solange ich gut spiele und solange ich gegen die Besten eine Chance habe, werde ich weitermachen.

Schauen Sie sich den Halbfinal zwischen Federer und Nadal an?

Ich bin ein grosser Tennisfan. Wenn ich Zeit habe, den Halbfinal zwischen Roger und Rafa zu schauen, werde ich das tun.

Und was erwarten Sie vom Spiel?

Keine Ahnung, Freunde. Ich kann nicht in die Zukunft schauen (lacht).