WASSERBALL: Nur die Krönung fehlte

Am stimmungsvollen Final Four holt Gastgeber Kreuzlingen weder den angestrebten Cupsieg noch Bronze mit der zweiten Mannschaft. Die Silbermedaille der NLA-Equipe aber ist hochverdient.

Matthias Frese
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Gebannte Finalstimmung: Die Kreuzlinger Ersatzspieler verfolgen in der Begegnung mit Lugano das Geschehen im Wasser. (Bild: Mario Gaccioli)

Gebannte Finalstimmung: Die Kreuzlinger Ersatzspieler verfolgen in der Begegnung mit Lugano das Geschehen im Wasser. (Bild: Mario Gaccioli)

Matthias Frese

sport@thurgauerzeitung.ch

Der erste Höhepunkt der Saison ist vorüber, das Final Four im Schweizer Cup. Im Kreuzlinger Freibad Hörnli kamen die Zuschauer zum erhofften Traum- final zwischen Klassenprimus Lugano und dem Gastgeber-Team. Und: Kreuzlingen war bis zur Halbzeit auf Augenhöhe mit dem erwarteten Cupsieger.

Die Thurgauer mussten verletzungsbedingt auf ihren starken Goalie Luca Henzi verzichten. Dafür kam Clublegende Rudi Vacho zu einem weiteren Überraschungsauftritt – diesmal im Tor. Lugano kümmerte das wenig und eröffnete das Skore mit zwei Treffern. Dennoch blieb die Partie dank einer guten Kreuzlinger Defensive bis zur Halbzeit ausgeglichen. Nach dem ersten Viertel lagen die Favoriten aus dem Tessin lediglich mit 5:4 vorne.

Fouls, Ermahnungen und zahlreiche Ausschlüsse

In der äusserst ruppigen Partie, die gespickt war mit vielen Ausschlüssen, mussten die Schiedsrichter beide Clubs immer wieder ermahnen. Lugano baute die Führung bis zum Seitenwechsel auf 9:6 aus. Im Grunde herrschte bis zum Schluss des dritten Viertels Chancengleichheit, aber nicht zum ersten Mal scheiterte Kreuzlingen an der Auswertung. Auf der anderen Seite nutzten die Tessiner Routiniers um die Fiorentini-Brüder die meisten ihrer Möglichkeiten. Lugano baute konsequent den Abstand aus, Kreuzlingen fand kaum eine Antwort. So mussten sich die Gastgeber mit 7:18 geschlagen geben, und Lugano verteidigt den Pokal.

Bevor es zur Finalbegegnungen kam, wurden am Tag zuvor die Halbfinals ausgetragen. In der ersten, vereinsinternen Begegnung zwischen Kreuzlingen I und Kreuzlingen II setzte sich die NLA-Equipe mit 19:10 durch. Nicht viel spannender verlief der zweite Halbfinal zwischen Lugano und Schaffhausen. Der Titelverteidiger aus dem Tessin liess den Munotstädtern kaum eine Chance und zog deutlich mit 17:5 in den Final ein.

Im vergangenen Jahr gelang dem NLB-Team des SC Kreuzlingen die Sensation: der erste Medaillengewinn einer zweitklassigen Mannschaft im Schweizer Cup. Verstärkt durch den früheren deutschen Nationalspieler Tobias Kreuzmann und SCK-Legende Vacho wollten dies die Nachwuchsspieler in diesem Jahr gegen den NLA-Vertreter Schaffhausen wiederholen. Mit 3:1 erwischte Kreuzlingen einen guten Start, gleichwohl blieb Schaffhausen am Ball und glich bis zur Halbzeitpause auf 4:4 aus. Gleich danach übernahmen die Schaffhauser mit 6:4 die Führung. Die Kreuzlinger errangen mit drei Toren in Folge aber schnell wieder die Oberhand. Jedoch währte die Freude nur kurz. Kreuzlingen erzielte im letzten Viertel kein Tor mehr, während Schaffhausen bis zum Abpfiff noch viermal traf und mit 10:7 Bronze holte.

Winterthurs Frauen siegen mit Buob

Gold gab es für Kreuzlingen an diesem Final Four doch noch – gewissermassen. Im Final der Frauen gewann Winterthur 8:4 gegen Thun, wobei mit Linn Buob eine Kreuzlingerin im Winterthurer Aufgebot stand.