WASSERBALL: Im Final der Verlierer

Anstatt um den Meistertitel spielt Kreuzlingen ab heute in einer Best-of-3-Serie gegen Schaffhausen um Bronze. Der Trainer kündigt für nächste Saison Konsequenzen an.

Matthias Hafen
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Kreuzlingens Trainer Benjamin Redder will die mentale Entwicklung seiner Spieler mit gezieltem Training beschleunigen. (Bild: Mario Gaccioli)

Kreuzlingens Trainer Benjamin Redder will die mentale Entwicklung seiner Spieler mit gezieltem Training beschleunigen. (Bild: Mario Gaccioli)

Matthias Hafen

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@thurgauerzeitung.ch

«Es ist hart, wenn du miterleben musst, wie die Arbeit von zehn Monaten einfach den Bach runtergeht», sagt Benjamin Redder. Der Trainer von Kreuzlingens NLA-Wasserballern stieg mit seinem Team eigentlich in die Saison, um den Favoriten Lugano zu Fall zu bringen. Am Ende stürzten die Thurgauer selbst – im Halbfinal gegen Horgen.

Die verlorene Best-of-5-Serie gegen den Rekordmeister vom Zürichsee schmerzt Redder noch immer. «Denn wir haben uns selber geschlagen.» Zweimal hatte seine Mannschaft ein Heimspiel in den Schlussminuten praktisch schon gewonnen gehabt. Doch beide Male verloren die Kreuz­linger die Nerven und das Spiel. Auch wenn der deutsche Trainer schon nach vorne blickt und für kommende Saison aufsehener­regende Transfers ankündigt, so merkt man, dass die Serie um Platz drei gegen Schaffhausen ein schwacher Trost ist für den SCK. «Aber wir sind es unserem ­Publikum schuldig, dass wir jetzt nicht die Köpfe hängen lassen, sondern die Saison mit einem Erfolgserlebnis abschliessen.» Dass zwischen den beiden Halbfinal-Verlierern nochmals eine Playoff-Serie ausgetragen wird, scheint nicht nur für Aussenstehende unverständlich. «Das könnte man auch in einer Begegnung ausspielen», sagt Redder.

Am Samstag vor heimischem Publikum

Heute um 20.30 Uhr spielt Kreuzlingen zuerst auswärts gegen Schaffhausen, das im Halbfinal gegen Topfavorit Lugano chancenlos blieb. Am Samstag, ebenfalls um 20.30 Uhr, hoffen die Thurgauer, den dritten Platz vor heimischem Publikum zu sichern. Ein allfälliges Entscheidungsspiel würde am Dienstag wiederum im Freibad Hörnli in Kreuzlingen ausgetragen. «Wir sind trotz allem motiviert», verspricht Trainer Redder. «Vor allem die jüngeren Spieler haben Bock auf einen guten Saisonabschluss.» Dass für die Älteren im Kader die abschliessende Serie um Platz drei undankbar sein kann, versteht der ehemalige Spieler aus eigener Erfahrung. «Aber für alle gilt, dass wir jetzt gänzlich ohne Druck antreten können.» Mit anderen Worten: Platz drei hat für die ambitionierten Kreuzlinger sowieso keine grosse Bedeutung.

«Wir sind in der Qualifikation deutlich Zweiter geworden und wollten im Final eigentlich nochmals Lugano herausfordern», sagt Kreuzlingens Trainer. «Da hast du anderes vor, als der Bronzemedaille hinterherzujagen.»

Die Spieler vermehrt Stresssituationen aussetzen

Natürlich hatte Kreuzlingen mit dem verletzungsbedingten Ausfall von Nationalgoalie Luca Henzi auch viel Pech im diesjährigen Playoff. «Aber es gibt ein paar Dinge, auf die wir hintrainieren müssen», sagt Redder. Für den SCK-Trainer war die Mannschaft in den entscheidenden Situationen zu wenig abgeklärt. «Das ist primär Erfahrungssache. Aber diese Entwicklung kann man beschleunigen.» Redder kündigt deshalb Konsequenzen im Training an. Er will seine Spieler vermehrt Stresssituationen aussetzen. «Wenn man seine Vorlieben kennt, kann man auch Situationen schulen, die der Körper nicht mag.» Einen Final zu simulieren, bleibe aber auch so unmöglich.