Wasserball-Europa dreht sich um SCK

Der SC Kreuzlingen hat mit dem Einzug in die Champions-League-Gruppenphase die Türe zur europäischen Wasserball-Welt aufgeschlagen. Nun folgen Spiele gegen Franzosen, Kroaten, Serben und Griechen.

Remo Fuchs
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Der SC Kreuzlingen spielt ab Mittwoch, wie hier gegen Marseille, gegen europäische Topteams. (Bild: Mario Gaccioli)

Der SC Kreuzlingen spielt ab Mittwoch, wie hier gegen Marseille, gegen europäische Topteams. (Bild: Mario Gaccioli)

WASSERBALL. Die besten 22 Teams aus Europa kämpfen ab nächstem Mittwoch bis Ende Februar im Scheinwerferlicht von Europa um den Champions- League-Titel. Der SC Kreuzlingen betritt als erste Schweizer Wasserball-Mannschaft überhaupt die Europäische Bühne. Im Qualifikationsturnier zur Gruppenphase war bisher Endstation.

Seit 1997 nahm Kreuzlingen in regelmässigen Abständen an der Qualifikation der Gruppenphase teil. Im zwölften Anlauf hat es geklappt und die Türe zur europäischen Wasserball-Welt hat sich geöffnet. Hierfür setzten sich die Thurgauer im eigenen Schwimmbad Hörnli gegen Slagelse (Dä) und Järfälla Simsallskap (Swe) durch. Einzig gegen Marseille (Fra) gab es eine Niederlage.

In der Gruppe B eingeteilt

Der SC Kreuzlingen ist in der Gruppe B in einem Fünfer-Pool eingeteilt. Und da trifft der Schweizer Meister und Cup-Sieger auf klingende Namen wie Olympiakos SC Piraeus (Gre), Bvc Crvena Zvezda Belgrade (Ser), Jug Co Dubrovnik (Kro) und Montpellier Waterpolo (Fra). Für den Kreuzlinger Coach Sirko Roehl ist klar: «Die Kräfteverhältnisse in dieser Gruppe sind klar verteilt. Wir wollen jedoch unsere Haut so teuer wie möglich verkaufen und nicht nur Kanonenfutter sein. Schliesslich wollen wir zeigen, dass auch die Schweizer Wasserball spielen können.» Der Erfolgstrainer sagt zum Abenteuer Champions League auch: «Es ist für alle eine grosse Herausforderung und der Lerneffekt ist enorm.» Normalerweise trainieren die Spieler des SC Kreuzlingen über die Wintermonate hart für die anstehende Meisterschaft, welche im Januar losgeht. Nun stehen viele Ernstkämpfe gegen Top-Teams an. «Daraus wollen wir Kapital schlagen und dieses in der Meisterschaft gleich einbringen», sagt Sirko Roehl.

SCK sucht eine Spielstätte

Wegen der Qualifikation zur Gruppenphase der Champions League steht der SC Kreuzlingen auch noch vor organisatorischen Herausforderungen: Für die bis im Februar 2013 terminierten Heimspiele muss noch eine geeignete Spielstätte gefunden werden, da in Kreuzlingen die erforderliche Infrastruktur fehlt. Weil das Hallenbad in Kreuzlingen zu klein ist, prüfen die Verantwortlichen des SCK geeignete Spielorte in der Umgebung. «Viele Optionen gibt es nicht», sagt Roehl, «aus Zürich haben wir eine Absage erhalten. Nun bleiben noch Winterthur, Schaffhausen und Lugano übrig.» Kreuzlingen muss bis Ende November bei den vier Gegnern auswärts antreten, danach erst dürfen sich die Wasserball-Fans auf die SCK-Heimspiele freuen.

Als erstes fliegen die Thurgauer nach Griechenland. Bereits am kommenden Mittwoch steht das Spiel bei Olympiakos SC Piraeus an. Um die Champions-League-Sterne vom Himmel zu holen, ist der SCK zu fest Aussenseiter. Mit viel Stolz nehmen die Akteure die Kampagne in Angriff – vertreten sie doch eigentlich nicht nur Kreuzlingen, sondern die gesamte Schweiz.