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Corinne Suter: Was eine Medaille auslösen kann

Corinne Suter gehört nach ihrer WM-Bronzemedaille im Super-G am Sonntag (12.30 Uhr, SRF zwei) in der Abfahrt zum Favoritenkreis. «Zurückschlagen» wollen die Österreicherinnen.
Claudio Zanini, Åre
Bronzemedaillen-Gewinnerin Corinne Suter bei der Super-G-Siegerehrung. (Bild: Jean-Christophe Bott/Keystone (Åre, 5. Februar 2019))

Bronzemedaillen-Gewinnerin Corinne Suter bei der Super-G-Siegerehrung. (Bild: Jean-Christophe Bott/Keystone (Åre, 5. Februar 2019))

Ein Podestplatz kann vieles verändern. Das erlebte Jasmine Flury nach ihrem überraschenden Weltcupsieg in St. Moritz im Dezember 2017. Auf einmal stand sie im Zentrum des Interesses. Am Tag nach dem Erfolg sass sie in der Fernsehsendung «Sportpanorama», ein Ritterschlag in der Schweizer Sportwelt. Alle interessierten sich für Flury. Die Welt der zurückhaltenden Athletin aus Davos Monstein wurde durchgeschüttelt.

Den Sieg konnte Jasmine Flury nicht wirklich geniessen. Ein Jahr später wird sie in St. Moritz gefragt, wie sie den Triumph vom Vorjahr wiederholen will. Die Erwartungen sind hoch, zu hoch. Flury konnte nie nachdoppeln.

Die Cinderella-Story von Corinne Suter

Flury (25) pflegt eine enge Beziehung zu Corinne Suter. Auch sie erlebte nun ihre Cinderella-Story. Im WM-Super-G am Dienstag gewann die 24-jährige Schwyzerin Bronze. Suter und Flury tauschten sich aus. Die eine konnte von den Erfahrungen der anderen profitieren. Aber letztlich prasselt enorm viel auf eine Medaillengewinnerin ein, da nützen auch wohlgemeinte Ratschläge nichts. Suter sagte: «Ich hätte nicht gedacht, dass die Bronzemedaille so viel auslöst.»

Sie hatte Probleme beim Einschlafen. Und auch diese Erfahrung hatten andere vor ihr gemacht. Nicole Schmidhofer, die Super-G-Weltmeisterin von St. Moritz, sagte, sie hätte nach dem Titel einige Nächte nicht richtig geschlafen. Fünf Tage nach ihrem Sieg blieb Schmidhofer in der WM-Abfahrt unter den Erwartungen. Die Luft war draussen, es reichte nur noch zum 16. Platz.

Aufgepasst auf Ilka Stuhec

Es gibt kaum Indizien, die für einen Einbruch Suters sprechen. In der Kombinationsabfahrt wurde sie Vierte und sorgte für das beste Schweizer Ergebnis. Die drei Abfahrtstrainings eingerechnet war dies schon die vierte Trainingsfahrt für Corinne Suter. Und die Testläufe zeigten: Die Zen­tralschweizerin fühlt sich wohl hier, der Schnee in Åre scheint ihr zu liegen. Die Super-G-Medaille sei sicher noch im Hinterkopf, sagt sie. «Aber mittlerweile habe ich den Schlaf nachgeholt. Ich bin wieder bei Kräften.»

Ihr Einsatz wird belohnt: die Schwyzerin Corinne Suter holt sich Super-G-Bronze. (Bild: Jean-Christophe Bott/Keystone (Åre, 5. Februar 2019))

Ihr Einsatz wird belohnt: die Schwyzerin Corinne Suter holt sich Super-G-Bronze. (Bild: Jean-Christophe Bott/Keystone (Åre, 5. Februar 2019))

Nimmt man die Kombinationsabfahrt als Referenz, muss man heute Sonntag auch mit Ilka Stuhec rechnen. Die slowenische Abfahrtsweltmeisterin stellte am Freitag die zweitbeste Zeit auf. «Ich weiss, dass dieser Kurs gut ist. Jetzt muss ich nur noch meine Arbeit abliefern», sagte Stuhec. Die letzte Saison hat sie wegen eines Kreuzbandrisses komplett verpasst. In diesem Winter konnte sie auf Anhieb wieder vier Podestplätze feiern. In Gröden gewann sie im Dezember Abfahrt und Super-G.

«Am Sonntag schlagen wir zurück»

Stuhec war die einzige Athletin, die in dieser Saison die Dominanz der Österreicherinnen brechen konnte. Von den bisher sechs Abfahrten ging nur der Sieg von Gröden nicht an Österreich. Zweimal gewann Nicole Schmidhofer, zweimal Ramona Siebenhofer, einmal Stephanie Venier. Diese drei Athletinnen dürften sich heute besonders viel vor­genommen haben, gerade weil sie im WM-Super-G eine Niederlage hinnehmen mussten. Keine Österreicherin schaffte es in die Top 10. Eine Enttäuschung erlebte Ramona Siebenhofer auch in der Kombi. Mit der Bestzeit stieg sie in den zweiten Lauf und zeigte einen ansprechenden Slalom für eine Speedspezialistin. Bronze verfehlte sie dennoch um vier Hundertstel. In einer österreichischen Boulevardzeitung versprach sie noch am selben Tag: «Am Sonntag schlagen wir dann zurück.» Die Schweiz steigt mit dem Quartett Corinne Suter, Jasmine Flury, Lara Gut-Behrami und Joana Hählen ins Rennen. Wenn Suter tatsächlich die Bronzemedaille verdaut hat und mental wieder frisch ist, gehört sie zum Favoritenkreis. Die Hoffnungen ruhen vor allem auf ihr. Ein Podestplatz ihrer Teamkolleginnen käme überraschend.

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