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Was die Schweiz an die WM mitnimmt

Heute reist der Schweizer WM-Tross nach Russland. Nach den zwei Trainingswochen in Lugano und den erfolgreichen Testspielen hat er viel Selbstvertrauen im Gepäck für den Turnierstart gegen Brasilien.
Christian Brägger, Lugano
Zufriedene Schweizer nach dem Spiel gegen Japan. Überbewerten wird Vladimir Petkovic das 2:0 vom Freitag aber nicht. (Bild: Urs Flüeler/KEY)

Zufriedene Schweizer nach dem Spiel gegen Japan. Überbewerten wird Vladimir Petkovic das 2:0 vom Freitag aber nicht. (Bild: Urs Flüeler/KEY)

Die Schweizer verdienten sich das freie Wochenende. Die Beine seien bei manchen schon müde, bisweilen fehle die Spritzigkeit, sagte Granit Xhaka nach dem Sieg gegen Japan. Die zwei Tage des Abschaltens kamen ihm gelegen. «Freundin und Familie treffen, und vor allem den Kopf lüften», so Manuel Akanji. Es war der Hauptplan der Spieler.

Am 27. Mai waren in Lugano 26  Schweizer Profis ins Trainingslager eingerückt, am Freitagabend scherten jene 23, die die Schweiz in Russland an der WM vertreten, in alle Himmelsrichtungen aus. Um die Ruhephase zu verlängern, wenn auch nur um wenige Stunden, flog die frankophone Fraktion mit afrikanischen Wurzeln gar zurück nach Genf. Auch sie im Wissen, viel und gut gearbeitet zu haben und das Tessin mit einem guten Gefühl zu verlassen. Aber auch im Wissen, dass die Aufgaben, die da kommen werden, ungleich komplexer werden.

Nationaltrainer Vladimir Petkovic wollte im Tessin den Teamspirit weiter formen, er wollte eine Dynamik anstossen und die Mannschaft weiterentwickeln. Es sollte eine Art «Copy & Paste» werden von den Vorgängen vor zwei Jahren, als an selber Stätte etwas mit dieser Schweizer Nationalmannschaft geschah, sie zur verschworenen Einheit wurde nach den Irrungen und Wirrungen im Vorfeld. Auch wollte Petkovic das Leistungsniveau seiner Spieler auf ein gleiches Level bringen – und verletzungsfrei durchkommen. Vordergründig haben sich viele Wünsche des Trainers erfüllt, vor allem das Selbstvertrauen ist nochmals gewachsen, auch die Solidarität untereinander bemerkenswert; stellvertretend hierfür steht die Beobachtung, wenn Stephan Lichtsteiner, Ricardo Rodriguez, Valon Behrami, Denis Zakaria und Johan Djourou an einem Tisch sitzen.

Nur einmal entstehen Sorgenfalten

In der ersten Trainingswoche mussten sich Petkovic und eine ganze Nation einzig um Xhakas Knie Sorgen machen. Das war unbegründet, weil der Leader des Schweizer Teams gegen Japan durchspielte und sagte, er hätte damals wohl bereits wieder am nächsten Tag voll mittrainieren können. Doch man habe nichts riskieren wollen.

Auf demselben Leistungsniveau, und das lässt sich heute mit Bestimmtheit sagen, sind die Schweizer nicht, und es ist fraglich, ob sie es jemals sein werden. Die Offensive hinkt der Defensive hinterher, und es ist bezeichnend, dass es genau noch in diesem Mannschaftsteil Fragen für die Startaufstellung vom nächsten Sonntag gegen Brasilien gibt. Fragen, ob Breel Embolo sich in die Startelf gespielt hat, und falls ja, ob Steven Zuber für ihn weichen muss oder Blerim Dzemaili. Die Partien gegen Spanien und Japan gaben jedenfalls wenig Aufschluss, Petkovic wird für eine Bewertung die Trainingseindrücke in Russland berücksichtigen. Zu sehr forcieren wie in Lugano wird er in den Übungseinheiten aber nicht. «Ich weiss, ich kann mich auf alle verlassen, und jeder ist bereit, alles zu geben.»

Hintergründig gilt es die beiden positiven Resultate gegen Spanien und Japan nicht überzubewerten. Japan, in der Fifa-Weltrangliste 55 Ränge hinter den Schweizern, war kein Gradmesser. Und das Spiel gegen Spanien hat trotz des 1:1 gezeigt, dass man spielerisch weit von den Iberern entfernt ist. Doch es lässt sich ebenfalls sagen, dass die Schweiz ein schwierig zu spielender Gegner ist, unbequem, rüpelhaft gar im positiven Sinne. Und wenn es einen Kritikpunkt neben Admir Mehmedis Ausfall gibt, dann diesen: Vielleicht sind die Schweizer ein bisschen gar zu harmonisch untereinander – Reibungen müssen nicht nur schädlich sein.

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