Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Warum Seoane den FCL verlassen hat

Analyse von Sportredaktor Daniel Wyrsch zum plötzlichen Abgang von FCL-Trainer Gerardo Seoane.
Daniel Wyrsch
Daniel Wyrsch.

Daniel Wyrsch.

Heute vor einer Woche ist der unerwartete Wechsel von FCL-Erfolgstrainer Gerardo Seoane zum Meister BSC Young Boys bekanntgeworden. Der FC Luzern wurde in seinen Grundfesten erschüttert, weil er nicht irgendeinen Coach verloren hat. Seoane impfte dem jungen Team Selbstvertrauen ein, formte es zu einer solidarischen Einheit. Der gebürtige Rothenburger ist in Luzern bereits zum zweiten Mal zum verlorenen Sohn geworden.

Beim ersten FCL-Abgang 1997 war Seoane 18 und ein Jahrzehnt-Talent. Via Sion ging der Schweiz-Spanier zu Deportivo La Coruña. Fast vier Jahre spielte er dort in Spanien im B-Team. Via Bellinzona, Aarau und GC kehrte er 2007 nach Luzern zurück. Drei Saisons bestritt er für den FCL, ehe er von Trainer Rolf Fringer aus disziplinarischen Gründen aussortiert wurde. Der damalige Präsident Walter Stierli gab Seoane 2011 die Chance, als Nachwuchstrainer einzusteigen.

In sieben Jahren ist Seoane zur grossen Trainerhoffnung gereift. Die letzten fünf Monate unter ihm hat Luzern nicht mehr im Abstiegskampf gezittert, sondern ebenbürtig gar gegen YB und Basel aufgespielt. 17 Partien, 34 Punkte, grosser Sprung von Platz 9 auf 3.

Doch dann kam der Freitag, 1. Juni. Seoane unterschrieb den lukrativen YB-Dreijahresvertrag. In Luzern wurde er für viele auf einen Schlag vom Helden zum Verräter. So genannte Fans beschimpften und verhöhnten den 39-jährigen Familienvater aufs Übelste.

Aber was war beim FCL geschehen? Warum konnte YB den Hoffnungsträger der Innerschweizer so schnell für die reizvolle Aufgabe gewinnen? Sicher nicht allein des Geldes wegen. Seoane beschwerte sich nie öffentlich, trotzdem konnte man als Beobachter erkennen, dass er beim FCL nicht die Wertschätzung bekommen hat, die ihm nach den exzellenten Leistungen zugestanden wäre.

Seoane wollte einen Assistenten seines Vertrauens dazuholen. Die Besitzer aber wollten nicht mehr so viel Geld für den Staff ausgeben wie unter Markus Babbel: So musste Seoane allein mit Michael Silberbauer zufrieden sein. Dafür hatte man im Herbst ohne Not mit Konditionstrainer Christian Schmidt vorzeitig um drei Jahre bis 2021 verlängert. Seoane dagegen hätte in der neuen Saison lieber mit Norbert Fischer gearbeitet. Der ist nun in Aarau. Mit Goalietrainer Swen König verlor der FCL einen weiteren anerkannten Fachmann an den Verband.

Schlüsselspieler Hekuran Kryeziu wechselte ablösefrei zum FC Zürich. Für Seoane gab es genügend Gründe, nicht auf seinem Einjahresvertrag beim FCL sitzen zu bleiben.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.