Warten auf Tore und Aratore

Der FC St. Gallen will heute, 19.45 Uhr, gegen Zürich zurück zum Toreschiessen finden. In der kommenden Saison hilft vielleicht Offensivspieler Marco Aratore mit. Der Basler soll vom FC Winterthur zu den Ostschweizern wechseln.

Ralf Streule
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Marco Aratore (links) hat für Winterthur in dieser Saison 14mal getroffen. Kommende Saison wird der Flügelspieler wohl für St. Gallen antreten. (Bild: Nick Soland/freshfocus)

Marco Aratore (links) hat für Winterthur in dieser Saison 14mal getroffen. Kommende Saison wird der Flügelspieler wohl für St. Gallen antreten. (Bild: Nick Soland/freshfocus)

FUSSBALL. Die Saison ist gelaufen. Nach vorne gibt es für den FC St. Gallen nach der schwachen Rückrunde nur noch theoretische Chancen auf eine Europa-League-Qualifikation. Und da die Barragespiele abgeschafft sind, haben die Ostschweizer auch in Sachen Abstieg längst nichts mehr zu befürchten. Auch wenn Trainer Jeff Saibene betont, dass man die Saison «mit einem guten Gefühl beenden» wolle und dass sich die Spieler dafür noch immer «voll verausgaben» würden: Nach den Höhenflügen der Hinrunde klingt die St. Galler Saison leise aus.

Wüthrich kehrt wohl zurück

So erstaunt es wenig, dass an der Pressekonferenz zum heutigen Spiel gegen den FC Zürich vor allem die Vorbereitungen auf die kommende Saison interessierten. Zum Beispiel Personalia im Mittelfeld: Kehrt Sébastien Wüthrich definitiv zu Sion zurück? Was läuft bei Matias Vitkieviez, was bei Kristian Nushi?

Wüthrich sei schwer zu halten, die von Sion verlangte Ablösesumme sei schlicht zu hoch, sagte Saibene. Sion-Präsident Christian Constantin hatte kürzlich im «Blick» bereits die Rückkehr des Romands angekündigt. Um Vitkieviez, der von den Young Boys ausgeliehen ist, bemühen sich die St. Galler weiterhin. «Gespräche laufen», sagte Saibene. Wie auch bei Nushi, den man «grundsätzlich» gerne weiter beschäftigen wolle. Noch sei man sich aber in Details nicht einig.

Vier Transfers vor Abschluss

Dafür hat sich gestern ein weiteres Transfergerücht erhärtet. St. Gallen ist interessiert am rechten Flügelspieler Marco Aratore. «Es ist ein interessanter Spieler – wir sind nahe dran», so Saibene. Aratore, der im Juni 23 Jahre alt wird, hat beim FC Basel die Ausbildung durchlaufen, kam beim Meister sechsmal zum Einsatz, bevor er mit dem FC Aarau und zuletzt dem FC Winterthur in der Challenge League als treffsicherer Mittelfeldspieler überzeugte. Aratore hat in der laufenden Saison für die Zürcher bereits 14mal getroffen.

Aratore ist damit der dritte Challenge-League-Spieler, den die St. Galler in die Ostschweiz holen wollen. Ebenfalls sehr wahrscheinlich sind die Verpflichtungen von Pascal Thrier und Geoffrey Tréand, wie bereits Anfang Woche bekanntgeworden war. Der linke Flügelspieler Tréand stösst von Servette zu den St. Gallern, Verteidiger Thrier von Schaffhausen. Einziger Neuzuzug aus der Super League wäre damit Mickaël Facchinetti von Absteiger Lausanne. Er wäre im linken Mittelfeld und in der Verteidigung einsetzbar. Auch diese Verpflichtung ist aber noch nicht unter Dach und Fach.

Sollten Vitkieviez und Nushi bleiben und die Zuzüge Tatsache werden, ist mit einem verschärften Konkurrenzkampf im Mittelfeld zu rechnen. Dort ist auch Roberto Rodriguez gefordert, der zuletzt kaum spielte, obschon er bei seinen Einwechslungen meist neuen Schwung brachte. «Ich sehe bei ihm gute Ansätze, unter dem Strich kommt mir aber zu wenig», so Saibene.

Herzog spielt auch gegen Zürich

Der Trainer äusserte sich gestern noch einmal zur Goaliesituation. Marcel Herzog, der gegen Basel und die Grasshoppers eine gute Figur gemacht habe, werde auch gegen Zürich im Tor stehen. «Wir haben zwei gute Torhüter», sagte Saibene, und er wiederholte einmal mehr: «Marcel hat seine Chance verdient.» In der Vorbereitung im Sommer werde sich zeigen, wie es in der Goaliefrage weitergehe.

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