Warten auf den grossen Durchbruch

TUTTWIL. Wäre das Wetter besser gewesen, wäre Manuel Hafner (23) aus Tuttwil das neue Gesicht der Campari-Werbung geworden. Stattdessen steht er nun bei Tele Züri vor der Kamera und zeigt in Hotspots, was gerade Mode ist.

Stephanie Martina
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Manuel ist zu vielem bereit, aber bei Aktfotos hört für ihn der Spass auf. (Bild: Chris Wagner)

Manuel ist zu vielem bereit, aber bei Aktfotos hört für ihn der Spass auf. (Bild: Chris Wagner)

TUTTWIL. «Du brauchst nichts weiter zu tun, als dazustehen und dein Shirt auszuziehen, das allein sieht schon super aus», das sagte der Fotograf zu Manuel Hafner, als er das erste Mal an einem Shooting teilnahm. Damals stand er für das Magazin «Twen» vor der Kamera, das euro26-Mitglieder alle drei Monate kostenlos erhalten. So richtig begann der 23-Jährige aber erst diesen Sommer mit dem Modeln. Nachdem er mit einigen Fotografen zusammengearbeitet hatte und seine Fotos gut ankamen, bewarb er sich bei einer Agentur in Zürich.

Beinahe modeln für Campari

Innert kürzester Zeit flatterten die ersten Anfragen herein. Unter anderem wollte man Manuel als Model für den bittersüssen Likör Campari. Doch dieses Shooting wurde wegen des schlechten Wetters abgesagt – gleich zweimal. Manuels Enttäuschung war gross, doch nicht von langer Dauer. Bald erhielt er die Chance bei Tele Züri in der Sendung «Lifestyle» sein Talent unter Beweis zu stellen. In 15sekündigen Hotspots präsentiert der Tuttwiler Uhren und andere Produkte. Auch grössere Aufträge konnte er sich inzwischen beim Fernsehen ergattern: Zusammen mit einem weiblichen Model präsentiert er, was man diesen Winter auf der Piste tragen muss, um in zu sein. Vorgesehen sei auch, dass er an der Candy Fashion Show im Elephant Club St. Gallen laufe.

Sich nie zu sicher sein

Bis jetzt verlief Manuels Einstieg in die Welt der Models nach Plan. Doch er weiss, dass man sich in diesem Geschäft nie zu sicher sein darf. «Wenn du nicht den Vorstellungen entsprichst, bist du weg vom Fenster, so läuft's.» Noch wartet er auf den grossen Durchbruch, auf Aufträge, die ihn Schritt für Schritt weiterbringen. Denn solange man sich in diesem Business keinen Namen gemacht habe, sei man eben eine Nummer. Und davon gebe es viele, erklärt er.

Manche glauben, dass man als Model nur gut aussehen müsse, sagt er. Doch es brauche mehr als das. «Pünktlichkeit ist etwas vom wichtigsten. Denn es gibt für den Kunden nichts Dümmeres, als wenn die Location gebucht ist, die Crew vor Ort, aber das Model nicht auftaucht.» Zudem müsse ein Model flexibel sein und offen für so ziemlich alles. Er habe auch schon für ein Fotoshooting eine Zigarre angezündet, obwohl er sonst nicht rauche. Ein «Nein, das mache ich nicht» bekommt man von Manuel nur zu hören, wenn es um Akt-Fotografie geht. So was komme für ihn nicht in Frage.

Liebeserklärung an den Thurgau

Manuel möchte sich treu bleiben, trotz der vielen Facetten, die er beim Modeln zeigt. Und treu bleiben möchte er auch seinem Heimatkanton, dem Thurgau. Deshalb zögerte er nicht und nahm am Fotowettbewerb des Kantons teil, bei dem es darum geht, das neue Gesicht der «Ich mag ihn»-Kampagne zu werden.

Zuletzt richteten Monica Müller, Geschäftsführerin von Chocolat Bernrain, Marcel Hug, Paralympic Athlet, Mister Schweiz Luca Ruch und Hackbrettkünstler Nicolas Senn eine Liebeserklärung an den Thurgau. Nun soll's eine weniger berühmte Person sein. Einen Slogan hat Manuel noch nicht entworfen. «Ich möchte versuchen, die Leute mitzureissen damit sie aktiver werden, denn die Farbe Grün steht ja auch für Ehrgeiz.»