Porträt

Vorhang zu für Michael Albasini: Der Thurgauer Veloprofi bestreitet am Sonntag sein letztes WM-Rennen – ab nächstem Jahr ist er Nationaltrainer

Am 20. Dezember feiert er den 40. Geburtstag. Am Sonntag bestreitet Michael Albasini in Italien noch sein zwölftes und letztes WM-Strassenrennen. Denn Ende Saison ist Schluss mit der Rennfahrerei. Ab dem nächsten Jahr amtet er als Trainer des Schweizer Strassennationalteams und wird damit Nachfolger seines Vaters Marcello.

Daniel Good
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Michael Albasini 2016 an seinem Wohnort Gais.

Michael Albasini 2016 an seinem Wohnort Gais.

Bild: PD

3. Oktober 2004, Verona, Italien: Der Thurgauer Michael Albasini fährt seine erste Strassen-WM. Er beendet das Rennen nicht. Mittlerweile sind elf weitere WM-Teilnahmen dazugekommen. In Italien bestreitet er auch seine letzte WM: Am Sonntag in Imola schliesst sich der Kreis.

Am erfolgreichsten in Norwegen

Die beste WM-Platzierung fuhr Albasini 2017 in Bergen heraus. In Norwegen wurde er Siebter im Spurt einer grösseren Spitzengruppe. Den WM-Titel gewann damals Peter Sagan. Auch 2014 in Ponferrada war Albasini in Form. Aber die Schweiz setzte in Spanien auf Fabian Cancellara. Weltmeister wurde aber Michal Kwiatkowski. Cancellara landete auf Rang elf, Albasini klassierte sich auf dem 66. Platz - wie ein Jahr später in den USA.

Michael Albasini an der Heim-WM 2009 in Mendrisio

Michael Albasini an der Heim-WM 2009 in Mendrisio

Bild: Karl Mathis/Keystone

Weil die Heim-WM 2020 im Waadtland und Unterwallis dem Coronavirus zum Opfer fiel, war Albasini nur eine WM im eigenen Land vergönnt. 2009 in Mendrisio klassierte er sich an 82. Stelle. Leader der Schweizer war auch damals Fabio Cancellara, der den fünften Schlussrang erreichte.

Der Vater ist der Nationaltrainer

Am Sonntag setzen die Schweizer nun auf Jungstar Marc Hirschi, der fast 18 Jahre jünger ist als Albasini. Insgesamt sind sechs Schweizer am Start. Mit dem 38-jährigen, aus Italien stammenden Enrico Gasparotto trägt ein weiterer Veteran die Schweizer Farben. Der im Tessin wohnende Gasparotto wurde eingebürgert. Er startet seit dieser Saison für die Schweiz und gewann zweimal - 2012 und 2016 - das Gold Race.

Nationaltrainer der Schweizer ist Marcello Albasini, der Vater von Michael. Nicht am Start steht am Sonntag der Thurgauer Stefan Küng, der WM-Bronzemedaillengewinner von 2019. Er setzt ganz auf das Zeitfahren vom Freitag.

Michael Albasini wird Strassen-Nationaltrainer

(sda) Der Sohn übernimmt vom Vater: Michael Albasini wird ab dem kommenden Jahr Trainer des Schweizer Strassennationalteams. Der 39-jährige Thurgauer, der zum Saisonende vom aktiven Spitzensport zurücktritt, wird Nachfolger seines Vaters Marcello Albasini.

«Für mich ist es eine schöne Herausforderung zum richtigen Zeitpunkt. Ich freue mich darauf, mein in über 20 Radsportsaisons gesammeltes Wissen weitergeben zu können», wird Albasini in einem Communiqué von Swiss Cycling zitiert.

Sein Vater Marcello Albasini betreut das Strassennationalteam seit der Entlassung von Danilo Hondo im Frühsommer 2019. Der 63-Jährige wird seinem Sohn in Zukunft teilweise zur Seite stehen – zumindest in der Anfangsphase der neuen Saison. Es ist vorgesehen, dass Michael und Marcello Albasini im nächsten Jahr die Auswahl des Nationalteams an der Tour de Romandie und an der Tour de Suisse gemeinsam betreuen.

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Daniel Good