Der Schwägalpschwinget macht Lust aufs Eidgenössische

Laura Inderbitzin
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Joel Wicki, hier gegen Tobias Krähenbühl, ist neben Samuel Giger ebenfalls ein Kronfavorit fürs Eidgenössische in einem Jahr.

Joel Wicki, hier gegen Tobias Krähenbühl, ist neben Samuel Giger ebenfalls ein Kronfavorit fürs Eidgenössische in einem Jahr.

Ausblick  Der Schwägalpschwinget hat den Schlusspunkt einer spannenden Kranzfestsaison gesetzt. Damit geht die Schwingerwelt aber nicht in den Winterschlaf, sondern blickt schon mit Spannung auf den nächsten Sommer. Im kommenden August findet in Zug das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest statt. Der Schwägalpschwinget lieferte einen Vorgeschmack davon ab, was in Zug zu erwarten ist.

Die Voraussetzungen sind ganz anders als noch in Estavayer. Diesmal heisst es nicht mehr: alle gegen die Berner. Nach zehn Jahren, in denen eidgenössische Anlässe nur einmal nicht von den Bernern gewonnen worden sind, weht Christian Stucki, Kilian Wenger und Co. nun ein starker Wind entgegen. «Man muss kein Prophet sein, um das sagen zu können: Die Ausgangslage in Zug wird ähnlich sein wie auf der Schwäg­alp», sagt Schwingerkönig Jörg Abderhalden. Will heissen: Samuel Giger und Joel Wicki sind zwei ganz ernst zu nehmende Königsanwärter.

Auch gestern demonstrierten die beiden jungen Schwinger ihr Können und belegten Rang eins und zwei. Die junge Generation scheint nun endgültig das Zepter zu übernehmen, und es fragt sich, wie gross die Chancen der alten Garde am Eidgenössischen noch sein werden. Stucki und Daniel Bösch zeigten gestern zwar ihr Können, doch beide mussten sich Tagessieger Giger geschlagen geben. Und Schwingerkönig Wenger kam gegen Wicki nicht über einen Gestellten hinaus.

Steigerungspotenzial ist noch vorhanden

Die Kondition spricht ebenfalls für die Jungen, muss man am Eidgenössischen doch zwei Tage seine volle Leistung abrufen. Eine erste Kostprobe davon zeigte sich schon gestern: Sowohl Stucki als auch Bösch liessen gegen Giger nach einer anfänglichen Angriffsphase stark nach. Und der Thurgauer siegte dann bekanntlich.

Giger und Wicki müssen den Bernern nicht alleine die Stirn bieten, sondern kriegen Unterstützung von ihren Clubkameraden. Die Nordostschweizer haben mit Bösch, Armon Orlik und Michael Bless starke Schwinger in ihren Reihen. Sven Schurtenberger, Christian Schuler und Marcel Mathis sind derweil vielversprechende Kandidaten der auch in der Breite gut besetzten Innerschweizer. Das Kräfteverhältnis der Teilverbände hat sich definitiv ausgeglichen und verspricht eine offene Ausgangslage.

Das weiss auch Schwingerkönig Abderhalden und richtet seinen Blick nach Zug. «Die Vorbereitung ist jetzt schon wichtig.» Ab Oktober werden die Schwinger der Nordostschweiz vermehrt über die Kantonsgrenzen hinaus gemeinsam trainieren.» Dieser Austausch sei wichtig und die Schwinger würden davon enorm profitieren. «Am wichtigsten ist aber eindeutig, dass sich niemand verletzt», sagt er. Abderhalden ist von der Klasse Gigers überzeugt, auch er könne sich aber noch verbessern. Gegen Wicki zum Beispiel fand Giger im ersten Gang kein Rezept. «Ihm geht die Arbeit sicher nicht aus.»