Vorfreude auf Heim-EM ist riesig

VOLLEYBALL. Vom 6. bis zum 14. September finden die Volleyball-Europameisterschaften in fünf Städten in Deutschland und in der Schweiz (Zürich) statt. Als Spielerin dabei ist die am 8. Dezember erst 19 Jahre alt werdende Elena Steinemann.

Ruedi Stettler/Oerlikon
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Das Volleyball-Nationalteam mit Elena Steinemann (Nr. 4) bekam vor dem letzten Länderspiel Besuch von Bundesrat Ueli Maurer. (Bild: ky/Peter Schneider)

Das Volleyball-Nationalteam mit Elena Steinemann (Nr. 4) bekam vor dem letzten Länderspiel Besuch von Bundesrat Ueli Maurer. (Bild: ky/Peter Schneider)

In der Schweiz darf man sich auf internationale Leckerbissen im Zürcher Hallenstadion freuen. In ihrem Trainingszentrum in Oerlikon standen gestern über den Mittag die Nationalspielerinnen Red und Antwort. Erst etwas später stiess auch die Frauenfelderin Elena Steinemann dazu; sie hatte am Morgen noch Verpflichtungen an der Pädagogischen Maturitätsschule Kreuzlingen zu erfüllen. Die 18-Jährige hält allerdings fest: «Mir wurde stets grosszügig Urlaub erteilt. In den letzten zwei Monaten, die fünfwöchigen Ferien eingerechnet, war ich nur eineinhalb Tage präsent.»

Die Spielerin von Kanti Schaffhausen, mit Platz zwei in der NLA-Meisterschaft hat der Verein die Erwartungen klar übertroffen, fühlt sich in der Munotstadt sehr wohl: «Ich absolviere nochmals eine Saison in Schaffhausen. 2014 schliesse ich die Matura ab und dann schauen wir mal, was ich mache. Jetzt bin ich aber voll auf die EM fixiert.»

Krasser Aussenseiter

Als Ausrichter fix dabei treffen die Schweizerinnen am 6. September auf Italien (4. der Weltrangliste), am 7. September auf Belgien (37.) und am 8. September auf Frankreich (41.). In allen drei Partien dieser Gruppenphase kommen die Einheimischen nicht über die klare Aussenseiterposition heraus. Das stört Elena Steinemann überhaupt nicht: «Ich freue mich riesig auf diesen Event. Am ehesten sehe ich unsere Chancen auf einen Sieg in der Partie gegen Frankreich.»

Unterstützung in ihrer Prognose erhält sie von Martina Halter: «Seit Anfang Mai haben wir meistens zweimal am Tag trainiert. Ausser Volleyball gab es nicht viel anderes im Leben. Ich denke, wir könnten für eine Überraschung gut sein.» Ganz ähnlich sieht das Marina Kühner: «Seit 2010 bin ich in diesem Projekt dabei und habe viele Begegnungen absolviert. Wir haben jetzt keine Angst mehr von den grossen Namen, lediglich noch den nötigen Respekt.»

Das Kribbeln beginnt

Elena Steinemann, Martina Halter und Marina Kühner sagen stellvertretend für ihre Teamkolleginnen: «Mit jedem Tag steigt die Anspannung ein bisschen an. Erst wenn wir am 6. September im Zürcher Hallenstadion auflaufen, wird zweifellos auch etwas Nervosität dabei sein. Aber logo, das Kribbeln auf diesen historischen Moment hat schon begonnen.»

Den Aufstieg zur nationalen Spitze hat Elena Steinemann in Windeseile geschafft. Schon als 14-Jährige spielte sie in der NLA für Kanti Schaffhausen. 2012 wurde sie von Swiss Volley zum «Youngster of the Year» gekürt und in diesem Frühling durfte sich die Frauenfelderin gar als «Best Swiss Player» feiern lassen.

Die Aussenangreiferin gehört seit drei Jahren zum Projekt «Stützpunkt Nationalteam»: «So konnte ich stets auf extrem hohem Level Erfahrungen sammeln. Dank der international bestens vernetzten Svetlana Ilic trafen wir oft auf starke Gegnerinnen. An Technik, Athletik und Spielerfahrung habe ich viel dazu gelernt.» Das alles will Elena Steinemann nun an der EM zeigen.