Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

VOR DEM SPIEL: Nostalgie beim FCSG-Cup-Gegner: «Die Leute sprechen heute noch von der Nationalliga A»

St. Gallens heutiger Achtelfinalgegner Delémont hat schon bessere Zeiten erlebt. Das 1.-Liga-Team will zurück in die Promotion League - mithelfen soll dabei Trainer Mario Cantaluppi. Das Cupspiel sieht er als Zwischenschritt.
Ralf Streule
Ein Mann mit grossem Namen soll den Erfolg nach Delsberg zurückbringen: Mario Cantaluppi. (Bild: Ralph Ribi)

Ein Mann mit grossem Namen soll den Erfolg nach Delsberg zurückbringen: Mario Cantaluppi. (Bild: Ralph Ribi)

Delémont? War da nicht was? Vor knapp 20 Jahren, ja. Während zweier Saisons um die Jahrtausendwende spielten die Jurassier in der obersten Schweizer Liga. Danach wurde es ruhiger um den Club von der Blancherie, dem Provinzstadion zu Delsberg. Zweimal noch machte der heutige Cup-Gegner St. Gallens seither schweizweit Schlagzeilen. Ein erstes Mal 2011, als sein damaliger Präsident Gilles Froidevaux – Jahre zuvor Stadtpräsident von Delsberg – laut, verbissen und erfolglos gegen eine Verkleinerung der Challenge League kämpfte. Und damit gegen die Verdrängung des Profifussballs weg vom Lande und weg von der Peripherie. Ein Jahr darauf machte Delémont wieder sportlich auf sich aufmerksam, mit einer Cup-Überraschung: Luzern scheiterte auf der Blancherie im Penaltyschiessen.

Seither wurde der Club ennet dem Jura kaum mehr wahrgenommen. Seit 2015 spielt das Team in der 1. Liga. Die Ambitionen aber blieben gross. Und sind vor einem Jahr noch einmal etwas grösser geworden. 2016 hat mit Patrick Fleury ein Unternehmer mit grossen Zielen die Mannschaft übernommen. Er war es, der im Sommer Mario Cantaluppi als Cheftrainer eingestellt und ihn mit einem Zweijahresvertrag ausgestattet hat. Cantaluppi soll mithelfen, Fleurys Mannschaft in den nächsten 24 Monaten wieder zu einem Promotion-League-Team zu machen – und darauf vielleicht zu noch mehr.

Cantaluppi: «Der richtige Ort für mich»

Ein grosser Name also soll den Erfolg zurückbringen. Zu jener Zeit, als Delémont in der obersten Liga spielte, war Cantaluppi zweimal mit Basel Meister geworden, kam 24-mal als Nationalspieler zum Einsatz. Der Trainer-Palmarès hinkt da noch ­etwas hinterher. Bei Servette war er Assistent neben Cheftrainer Kevin Cooper. Mit dem selben Trainer stand er danach in Wil an der Seitenlinie, bis er und Cooper von der türkischen Führung vor einem guten Jahr entlassen wurden. Über die zweite Mannschaft der Old Boys führte Cantaluppis Weg in den Jura. Und hier, das versichert der 43-Jährige am Telefon, sei er fürs Erste am richtigen Ort. Als Trainer mit Verantwortung in einem Team mit Ambitionen habe er eine reizvolle Aufgabe gefunden. Zudem sei ihm die finanziell solide Basis des Clubs und die langfristige sportliche Ausrichtung wichtig – etwas, das er während der Zeit in Wil über sich gelernt habe.

Noch läuft es für Cantaluppi in Delsberg aber nicht wie gewünscht – abgesehen vom Cup-Vorstoss. In der Meisterschaft steckt das Team im hinteren Mittelfeld. «Die Mannschaft bekommt aber immer mehr Konturen», so Cantaluppi. Sein Ziel sei es unter anderem, die welsche Lockerheit mit Deutschschweizer Disziplin zu verbinden. Grundsätzlich sei Delémont aber ein schwieriges Pflaster. Einerseits locke die periphere Lage wenige Spieler zum Team. Anderseits seien die Erwartungen riesig im Jura. «Die Leute sprechen heute noch von der Nationalliga A.» Da müsse man realistischer werden.

Der «Faktor Spass» ist wichtig

Auch vor dem heutigen Cupspiel, das sich Delémont dank eines 4:2-Siegs gegen Winterthur verdient hat, bleibt Cantaluppi Realist. Nur mit Glück und dem Publikum im Rücken – er hofft auf 2500 Zuschauer – sei etwas möglich. Für sein Team sei das Spiel ein Zwischenhalt, ein «Dessert», der Faktor Spass müsse im Vordergrund stehen und die Spieler zu Höchstleistungen antreiben. Lieber hätte er am Wochenende einen Sieg der St. Galler gesehen gegen Lausanne, sagt der dreifache Vater. «Nun müssen sie richtig überzeugen. Das macht es für uns schwieriger.»

Mit Barnetta, ohne Kukuzovic

Der FC St. Gallen muss in Delsberg auf den gesperrten Stjepan Kukuruzovic verzichten. Der Mittelfeldspieler war im Cupspiel gegen Linth mit der gelb-roten Karte des Feldes verwiesen worden. Dafür kommt im Jura erstmals seit fast sieben Wochen Tranquillo Barnetta wieder zum Einsatz. Der 32-Jährige hatte sich beim 1:1 im Meisterschaftsspiel beim FC Zürich am 9. September eine Teilruptur des Innenbandes am rechten Sprunggelenk zugezogen und verpasste sechs Pflichtspiele.

Nach dem 0:4 gegen Lausanne bestehe für das Cupspiel gegen Delémont keine Gefahr, dass man sich zurücklehne, sagt Trainer Giorgio Contini. «Ich erwarte einen souveränen Auftritt. Wir müssen das Spiel früh in die richtigen Bahnen lenken.» (pl)

Anpfiff ist um 20.15 Uhr. Tagblatt Online tickert live aus Delémont.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.