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Vor dem Saisonstart der NLA: Lars Weibel nimmt zu 12 Thesen Stellung

Nach fünf Monaten Pause wird heute Donnerstag in der NLA der erste Puck eingeworfen. Zum Saisonstart nimmt der TV-Experte und ehemalige Torhüter Lars Weibel zu zwölf Thesen Stellung.
Sergio Dudli

Ambrì

These: Die sich im Umbruch befindenden Tessiner verlieren mit Trainer Luca Cereda die Geduld. Schweren Herzens entlässt ihn sein Sportchef und Freund Paolo Duca mitten in der Qualifikation.

Lars Weibel: Sportchef Paolo Duca verliert bei den Tessinern nie im Leben die Geduld. Der Club geht aus Überzeugung einen neuen Weg und setzt dabei auf junge und einheimische Spieler, die grosses Entwicklungspotenzial haben. Dieser Weg ist sicherlich der richtige für einen kleinen Verein wie Ambrì. Duca und Cereda werden die notwendigen Schritte konsequent weitergehen, unabhängig von der jeweiligen Platzierung. Ich bin überzeugt, dass die beiden im Tessin etwas bewegen und auf die Beine stellen werden.

Bern

Maxim Noreau weg, Simon Bodenmann weg, Luca Hischier weg, Leonardo Genoni bald weg. Bern ist einer der Verlierer auf dem Transfermarkt und wird nicht ganz vorne mitspielen.

Für mich steht fest, dass der SC Bern in dieser Saison erneut vorne mitspielen wird. Für diese Annahme gibt es mehrere Gründe: Zum einen ist Goalie Leonardo Genoni immer noch da. Er wird trotz des im kommenden Sommer anstehenden Wechsels zum EV Zug seine Leistungen abrufen. Zudem haben die Berner auch nach den Abgängen die nötige Breite im Kader. Der neue slowakische Flügelspieler Jan Mursak, der in der KHL einen Schnitt von über 0,6  Punkten pro Spiel aufwies, ist eine echte Verstärkung.

Biel

Die Vorsaison war keine Eintagsfliege: Biel hat sich gut verstärkt, Neuzugang Damien Brunner erstarkt wieder. Mit seinen Toren verdrängt Biel den SC Bern und wird die Nummer eins im Kanton.

Biel ist als ganze Organisation enorm in der Vorwärtsbewegung. Die Verantwortlichen machen einen guten Job. Trotzdem wird Goalie Jonas Hiller wohl der entscheidende Faktor sein. Von ihm hängt vieles ab. Ob Damian Brunner bei den Bernern wieder zu alter Form zurückfindet, wird sich zeigen. Ich halte es aber für möglich. Die Mannschaft verfügt allgemein über sehr gute Spieler wie beispielsweise Jason Fuchs. Aber noch überholt man den grossen Kantonsrivalen Bern nicht so schnell und einfach.

Davos

Der HC Davos startet gleich mit drei Goalies in die Saison. Das schürt Unsicherheit und birgt eine Menge Frustpotenzial. Die Folge: Ein wackliger Goalie und das Verpassen des Playoffs.

Für Davos könnte es in der Tat ein schwieriges Jahr werden, unabhängig von der Goaliesituation. Es ist aus meiner Sicht als ehemaliger Torhüter schade, dass sie die Förderung von Gilles Senn und Joren van Pottelberghe nicht weiterführen und mit dem 30-jährigen Anders Lindbäck einen ausländischen Goalie verpflichtet haben. Die Bündner müssen nun für mindestens einen der jungen Torhüter eine Lösung finden. Ich bin gespannt, wie entschieden wird. Trotz allem: Davos nicht im Playoff ist kaum vorstellbar.

Fribourg

Fribourg hat sich gut verstärkt, der Kader deutlich an Breite und Qualität gewonnen. Die Mannschaft wird die Qualifikation als bestes Team aus dem Welschland abschliessen.

Die Freiburger haben aus meiner Sicht nach den ZSC Lions die effizientesten Transfers aller Mannschaften getätigt. NHL-Rückkehrer Reto Berra wird dem Team im Tor viel zusätzliche Stabilität verleihen können – im Gegensatz zu seinem Vorgänger Barry Brust. Die Frage, die sich mir unter diesen Voraussetzungen stellt, ist nicht, ob Fribourg die Qualifikation als bestplatziertes Team aus der Romandie abschliessen wird. Die Frage für mich ist: Was wird die Mannschaft im Playoff machen und wie weit kommen sie, wenn es zählt?

Langnau

Vergangene Saison ging Langnau im Endspurt um das Playoff die Puste aus. Die Rückkehr von Topskorer Chris DiDomenico und die gewohnte Heimstärke hieven das Team über den Strich.

Langnau gehört in das Playoff. Ihr Trainer Heinz Ehlers versteht es, das Beste aus seiner durchschnittlichen Mannschaft herauszuholen. Meiner Ansicht nach wird aber nicht Rückkehrer Chris DiDomenico der Schlüsselspieler der Langnauer sein, sondern ihr lettischer Torhüter Ivars Punnenovs. Er ist ein Top-Spieler, der die Emmentaler mit seinen Leistungen tragen kann. Bei DiDomenico ist die Frage, wie gut der kanadische Stürmer mit dem dänischen Headoach Ehlers harmonieren wird.

Lausanne

In der provisorischen Heimstätte, in der Lausanne auch in dieser Saison spielen muss, ist das Team keine Heimmacht. Diese Punkte fehlen am Ende, das Team landet in der Platzierungsrunde.

Auch hier wage ich zu widersprechen. Die provisorische Halle ist nicht der Grund. Die schwierigere Aufgabe für Lausanne ist es, den zurückgetretenen Cristobal Huet als Goalie und Persönlichkeit zu ersetzen. Die Verpflichtung von Tobias Stephan als Ersatz ist zwar ein Signal mit Ausrufezeichen, aber das kann die Torhütersituation mit Sandro Zurkirchen und Luca Boltshauser positiv wie negativ beeinflussen. Trotz guter Ausländer und eines motivierten Trainers wird es schwierig, das Playoff zu erreichen. Lausanne ist im Umbruch.

Lugano

Maxim Lapierre und Goalie Elvis Merzlikins haben nach der Finalteilnahme in der Vorsaison Blut geleckt. Sie spielen eine überragende Saison, Lugano beendet die Qualifikation zuvorderst.

Die Leistungen und die Klasse von Elvis Merzlikins sind unbestritten. Er ist ein Goalie, der den Unterschied ausmachen und sein Team weit bringen kann. Maxim Laperierre hat in der vergangenen Saison bewiesen, dass er mehr ist als nur ein «bad guy» – nämlich ein sehr guter Spieler. Lugano wird aber nicht zuvorderst sein. Wenn es der Mannschaft gut läuft, lässt sie die Zügel etwas schleifen. Die Tessiner gehen schlicht zu oft vom Gaspedal, wenn sie in Fahrt sind. Diese Nachlässigkeiten kosten wichtige Punkte.

Rapperswil-Jona

Der Neuling aus St. Gallen wird die grosse Überraschung. Das Team nutzt den Schwung des Aufstiegs und schafft im ersten Anlauf den Sprung in das Playoff.

Im Eishockey ist nichts unmöglich. Aber: Für Rapperswil-Jona wird in der NLA ein neuer Wind wehen. Die Euphorie des Aufstiegs könnte weichen, wenn der Saisonstart der St. Galler nicht optimal verläuft. Ausserdem müssen einige Spieler erst den Beweis antreten, dass sie ihre Leistungen auch auf diesem höheren Niveau abrufen können. Trainer Jeff Tomlinson und die Führung haben aber die Qualität, Rapperswil-Jona wieder im Oberhaus zu etablieren. Ein weiterer wichtiger Faktor: Die Region steht hinter dem Club aus der Ostschweiz.

Servette

Die Rückkehr von Chris McSorley als Trainer macht den Genfern wieder Beine. Servette wird das physisch stärkste Team der Liga und landet im Playoff.

Dieser These widerspreche ich nicht. Ich gehe allerdings nicht davon aus, dass Servette die Playoff-Teilnahme problemlos schaffen wird. Es ist aber wahrscheinlich, dass die Genfer unter Chris McSorley, der nach nur einer Saison als Sportchef wieder den Posten als Trainer einnimmt, physisch sehr präsent auftreten werden. Mit anderen Worten: Bei Servette wird es wieder richtig krachen. McSorley weiss nach so vielen Jahren beim Club ganz genau, wie er seine Spieler führen muss, um bei ihnen die maximale Leistung herauszuholen.

ZSC Lions

Der Meister proklamiert die Qualifikation als Selbstläufer. Der Fokus liegt auf der Champions Hockey League. Das rächt sich. Es droht der Super-GAU.

Die Qualifikation ist in dieser Liga für keine Mannschaft ein Selbstläufer – auch nicht für den amtierenden Meister. Die ZSC Lions verfügen über sehr viel Erfahrung in den eigenen Reihen und haben sich von allen NLA-Teams am effizientesten verstärkt. Es ist aber jeweils eine heikle Aufgabe, nach einer so erfolgreichen Saison und dem Gewinn des Meistertitels mit einem neuen Trainer in die Qualifikation zu starten. Es wird sich zeigen, wie schnell die Spieler der Zürcher die Philosophien und Ideen von Headcoach Serge Aubin umsetzen können.

Zug

Viele Teams spulen die Qualifikation nach Vorschrift ab, das kommt Zug entgegen. Die Schönspieler beginnen zu träumen, im Playoff kommt das böse Erwachen.

Genau diese These gilt es in der Innerschweiz zu widerlegen. Mit dem neuen Trainer Dan Tangnes hat Zug den richtigen Mann engagiert. Der Norweger versteht es, erfolgreiches Eishockey spielen zu lassen und trotzdem junge Spieler in die Mannschaft zu integrieren. Das hat er in Schwedens Topliga bei Linköping während dreier Saisons bewiesen. Ausserdem wird er gerade im Playoff, wenn es ernst wird, eine neue Mentalität reinbringen. Solche neuen Impulse können den Spielern in der entscheidenden Phase der Saison helfen.

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