Vor dem Playoff-Final der Handballerinnen: Brühl hat zwei Asse im Ärmel

Am Samstag um 17.30 Uhr in der Kreuzbleiche startet der Playoff-Final zwischen dem LC Brühl und dem LK Zug. Die St.Gallerinnen bauen auf die wiedergenesenen Laura Schmitt und Kerstin Kündig.

Ives Bruggmann
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Laura Schmitt (links) und Kerstin Kündig sind auf dem Weg zurück zu alter Stärke. (Bild: Ralph Ribi)

Laura Schmitt (links) und Kerstin Kündig sind auf dem Weg zurück zu alter Stärke. (Bild: Ralph Ribi)

Es gab Zeiten in dieser Saison, da waren mehr Spielerinnen des LC Brühl auf der Tribüne als auf der Bank. Die Verletztenliste war so lang, dass die beiden eigentlich zurückgetretenen Laura Oberli und Azra Mustafoska nochmals für einige Partien das Trikot überstreiften. Trotz dieser Verletztenmisere ist es dem stark ersatzgeschwächten Team gelungen, sich an der Tabellenspitze festzubeissen. Und auch das Lazarett lichtete sich immer mehr, je länger die Finalrunde dauerte.

Mit Captain Laura Schmitt und Spielmacherin Kerstin Kündig haben zwei wichtige Leistungsträgerinnen just in der entscheidenden Saisonphase ihr Comeback gefeiert. Damit eröffnen sie Trainer Rolf Erdin neue Varianten im Spiel. Gleichzeitig übernehmen die routinierten Rückraumspielerinnen Führungsrollen auf und neben dem Spielfeld. Das ist eine gute Nachricht für den LC Brühl vor der Finalserie gegen den LK Zug. «Dass wir überhaupt im Final mitwirken können, haben wir unseren Mitspielerinnen zu verdanken», sagt Kündig. Sie seien es gewesen, die es auf Platz eins geschafft hätten. «Umso schöner, dass wir nochmals eingreifen können.»

Kreuzbandriss und Meniskusschaden

Schmitt erlitt im September des vergangenen Jahres einen Kreuzbandriss. Es war nicht damit zu rechnen, dass die Linkshänderin in dieser Saison nochmals zum Einsatz kommt. «Im ersten Moment dachte ich: Das war’s mit der Handballkarriere», sagt Schmitt. Doch dann lief es in der Reha überraschend gut. Eine Rückkehr wurde auf einmal wieder zum Thema. «Es kribbelte wieder», sagt Schmitt, die Ende April nach nur sieben Monaten wieder einen Ernstkampf für Brühl bestritt.

Weniger reibungslos verlief die Genesung bei der 25-jährigen Kündig. Die Schweizer Spielerin der Saison 2016/17 hatte bereits die komplette vergangene Spielzeit wegen einer Meniskusverletzung sowie eines Knorpelschadens verpasst. Nach der erfolgreichen Rückkehr zu Beginn dieser Saison erlitt sie im Oktober einen Rückfall wegen einer Überlastung. Kündig war wochenlang zum Nichtstun verdammt. Nach dem erneuten Neuaufbau kehrte sie Ende März zurück und nimmt seither bereits wieder die dominante Rolle der torgefährlichen Spielgestalterin ein. «Sie ist der Kopf der Equipe», sagt Schmitt über die Regisseurin. Sie nehme das Spiel in die Hand, gebe ihren Teamkolleginnen Sicherheit.

Eine davon ist die 33-jährige rechte Rückraumspielerin Schmitt. Die international erfahrene Deutsche nimmt nicht nur als Captain eine wichtige Aufgabe wahr. Mit ihren Sprungwürfen bringt die Linkshänderin eine Stärke in die Equipe, die Platz für die Mitspielerinnen schafft. «Sie kennt alle Situationen und hat die beste Übersicht im Rückraum», lobt Kündig ihre Teamkollegin. Trainer Erdin kann also in den maximal drei Finalspielen gegen Zug wieder auf zwei erfahrene Stützen zählen. «Sie sind eindeutig eine Verstärkung für die Equipe, auch wenn sie noch nicht ganz bei 100 Prozent sind.» Doch in der Finalserie, die am Samstag um 17.30 Uhr in der Kreuzbleiche beginnt, sind für Kündig und Schmitt wichtige Rollen vorgesehen.

Sie bleiben bei Brühl

Schon vor dem Playoff-Final haben sowohl Schmitt als auch Kündig ihre Verträge um ein Jahr verlängert. Mit Brühl wollen sie in der kommenden Saison noch weitere Erfolge feiern. Der Trainer hofft in der kommenden Spielzeit auf eine weniger lange Verletztenliste. «Wenn alle gesund sind, haben wir ein schlagkräftiges Team.» Weiterhin fehlen die Rückraumspielerinnen Marina Schlachter und Yarima Altherr sowie Nationalgoalie ­Sladana Dokovic.

Erdin rechnet mit knappen Ergebnissen im Playoff-Final gegen Zug. In den bisherigen sechs Aufeinandertreffen der Saison gewann jedes Team deren drei. In Zug machte Brühl zuletzt in der Schlussphase einen Sieben-Tore-Rückstand wett. «Diesen Schwung nehmen wir mit», sagt Erdin. Ähnlich wie Brühl setzt auch Zug auf eine Achse mit routinierten Spielerinnen, dazu kommen junge und talentierte Nationalspielerinnen wie Charlotte Kähr. Doch die Brühlerinnen kennen die Stärken Zugs. Dank Kündig und Schmitt haben sie sogar noch zwei Asse im Ärmel, die am Ende den Ausschlag geben könnten.