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Lindsey Vonn geht – und hinterlässt eine grosse Lücke

«Wonder Woman» Mikaela Shiffrin steht als Erbin für die abgetretene Alpin-Königin Lindsey Vonn längst bereit. Dennoch drohen dem Sport dürre Jahre ohne Glamourfaktor.
Marco Mader, Thomas Häberlin (SID), Åre
Abschied mit WM-Medaille: Lindsay Vonn. (Bild: Gabriele Facciotti/Keystone (Åre))

Abschied mit WM-Medaille: Lindsay Vonn. (Bild: Gabriele Facciotti/Keystone (Åre))

Nach dem unverhofften Gewinn der Bronzemedaille in der Abfahrt, ihrer elften Medaille bei Grossereignissen, beschloss Lindsay Vonn am Sonntagabend in Åre ihren letzten Tag als aktive Skirennläuferin. Sie herzte alle und jeden, am liebsten Aksel Lund Svindal, der sich in Åre mit ihr in den Ruhestand verabschiedete. Gemeinsam schnitten sie eine Herzchentorte («Thank you Lindsey and Aksel») an. Dazu gab es hochprozentige Drinks.

Nur auf Tränen verzichtete die «Drama Queen» diesmal ganz. «Ich habe zuletzt so viel geweint, ich bin ausgetrocknet», sagte sie, «ich bin nicht mehr traurig, ich bin happy. Ich will nur noch Spass haben, die Zeit geniessen, ich habe ja alles im Leben.»

Wer Vonn in dieser märchenhaften Nacht feiern sah, den beschlich zwangsläufig der Verdacht, dass hier mehr als eine grosse Karriere zu Ende ging. Vonn selbst fasste dieses Gefühl in Worte. «Uns fehlt Nachwuchs», sagte sie in einem 90-sekündigen Kurzreferat auf die Frage, wie sie den Skirennsport in der Zeit nach ihr sehe, «es ist nicht so, dass eine Tonne Leute hochkommt, besonders in den USA. Wir brauchen einen Schwall an neuen Leuten.»

«Es geht darum, alles zu tun, um den Erfolg zu promoten»

Eines dieser neuen Gesichter tanzte mit Vonn durch die Nacht. Sofia Goggia, die 26 Jahre alte Abfahrtsolympiasiegerin aus Bergamo. In der aktuellen Generation gebe es «eine Vielzahl grossartiger Charaktere», sagte Vonn, «besonders Sofia, wir haben viel gemeinsam. Sie hat viel Charisma.» Dann seien da bei den ­Männern noch Dominator Marcel Hirscher, Abfahrtsweltmeister Kjetil Jansrud oder Super-G-Sieger Dominik Paris «und bei den Frauen natürlich Mikaela», ihre bisherige Teamkollegin Shiffrin (23).

Dann folgte das grosse Aber. Ja, es gebe «einen Haufen Leute, die das Potenzial haben, den Sport weiterwachsen zu lassen», sagte Vonn, doch «wissen Sie, es geht nicht nur um Erfolg, es geht darum, alles zu tun, was du kannst, um den Erfolg zu promoten. Das ist ein Teil deines Jobs.» Das hat keine so verstanden wie sie.

Shiffrin ist da ganz anders: eine sportliche Ausnahmeentscheidung, aber bislang ganz ohne Glamour oder Drama. Ingemar Stenmark meinte in Åre, die zweifache Olympiasiegerin und vierfache Weltmeisterin werde seinen Rekord von 86 Siegen im Weltcup, dem Vonn vergeblich ihre Gesundheit geopfert hat, «pulverisieren». Doch Shiffrin könnte das nicht gleichgültiger sein. «Diese Zahlen», schrieb sie am Wochenende auf Instagram, «entmenschlichen den Sport». Sie wolle sich nicht von Hybris leiten lassen und irgendwann «ausbrennen». Dass das niemand verstehe, sei okay für sie: «Ich bin ich – und niemand anderes.» Und schon gar keine zweite Lindsey Vonn.

Lindsey Vonn verabschiedet sich vom Skizirkus. (Bild: Marco Trovati / AP)Lindsey Vonn verabschiedet sich vom Skizirkus. (Bild: Marco Trovati / AP)
Lindsey Vonn feiert mit dem US-Team. (Bild: Marco Trovati / AP)Lindsey Vonn feiert mit dem US-Team. (Bild: Marco Trovati / AP)
Lindsey Vonn mit Skilegende Ingemar Stenmark. (Bild: Marco Trovati / AP)Lindsey Vonn mit Skilegende Ingemar Stenmark. (Bild: Marco Trovati / AP)
Lindsey Vonn lässt sich vom US-Ski-Team feiern. (Bild: Jean-Christophe Bott / Keystone)Lindsey Vonn lässt sich vom US-Ski-Team feiern. (Bild: Jean-Christophe Bott / Keystone)
Lindsey Vonn lässt sich vom US-Ski-Team feiern. (Bild: Jean-Christophe Bott / Keystone)Lindsey Vonn lässt sich vom US-Ski-Team feiern. (Bild: Jean-Christophe Bott / Keystone)
Lindsey Vonn küsst ihr Hündchen. (Bild: Jean-Christophe Bott / Keystone)Lindsey Vonn küsst ihr Hündchen. (Bild: Jean-Christophe Bott / Keystone)
Lindsey Vonn mit ihren Medaillen. (Bild: Jean-Christophe Bott / Keystone)Lindsey Vonn mit ihren Medaillen. (Bild: Jean-Christophe Bott / Keystone)
Die 34-Jährige zeigte nochmals eine Leistung, die ihr nach dem Sturz im Super-G nur die wenigsten zutrauten. (Bild: Jean-Christophe Bott / Keystone)Die 34-Jährige zeigte nochmals eine Leistung, die ihr nach dem Sturz im Super-G nur die wenigsten zutrauten. (Bild: Jean-Christophe Bott / Keystone)
Vor einem Jahr feierte Vonn in Are einen Sieg. (Bild: Alessandro Trovati / AP)Vor einem Jahr feierte Vonn in Are einen Sieg. (Bild: Alessandro Trovati / AP)
WM-Abfahrt: Ilka Stuhec (Mitte) gewinnt vor Corinne Suter und Lindsey Vonn. (Bild: Johann Groder / Freshfocus)WM-Abfahrt: Ilka Stuhec (Mitte) gewinnt vor Corinne Suter und Lindsey Vonn. (Bild: Johann Groder / Freshfocus)
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Lindsey Vonn sagt Goodbye

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