Von zufrieden bis glücklich

In den Eishockey-Ligen steht der Spielbetrieb aufgrund der Nationalmannschaftspause still. Die Thurgauer Erstligisten Frauenfeld, Weinfelden und die Pikes nehmen diesen Unterbruch zum Anlass, eine erste Bilanz zu ziehen.

Stephanie Martina
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Obwohl Weinfelden (weiss) Frauenfeld (rot) im letzten Spiel besiegte, konnte sich Frauenfeld in der Tabelle über Weinfelden positionieren. (Bild: Mario Gaccioli)

Obwohl Weinfelden (weiss) Frauenfeld (rot) im letzten Spiel besiegte, konnte sich Frauenfeld in der Tabelle über Weinfelden positionieren. (Bild: Mario Gaccioli)

EISHOCKEY. Es ist ein schöner Anblick: das Podest, auf dem ausschliesslich Thurgauer Teams die drei Treppchen einnehmen. Zuoberst hat sich der EHC Frauenfeld plaziert, eine Stufe weiter unten befindet sich der SC Weinfelden, und der dritte Platz auf der anderen Seite, der gehört den Pikes.

Zweifellos hätte die Vorrunde für die Thurgauer Erstligisten kaum besser verlaufen können. Das sehen auch die Trainer und Teamleiter der drei Vereine so. Am grössten ist die Überraschung über den Verlauf der Vorrunde bei Weinfelden. «Es ist toll, als Aufsteiger nach elf Spielen 25 Punkte auf dem Konto zu haben. Wir können es kaum glauben und sind glücklich über den guten Vorrundenverlauf», sagt Spielertrainer Rolf Schrepfer. Am gesetzten Saisonziel ändere die jetzige Klassierung allerdings nichts. «Unser Ziel bleibt der Klassenerhalt», betont er.

Um die Playoffs zu erreichen, ist ein Platz unter den ersten sechs erforderlich. Die derzeitige Ausgangslage lässt auf einen solchen hoffen. Doch Schrepfer winkt ab: «Wir wissen, dass wir jedes Spiel der Vorrunde auch ebenso gut hätten verlieren können. Wer weiss, wie die Rückrunde verlaufen wird.» Aus diesem Grund gäbe es keinen Anlass, nun überheblich zu werden, darüber seien sich auch die Spieler im klaren. Die Mannschaft wisse, dass sie auch in der Rückrunde vollen Einsatz zeigen müsse, damit ein Erfolg möglich sei. «Wir schauen von Spiel zu Spiel und nehmen dankbar jeden einzelnen Punkt, den wir kriegen können.»

Spiel noch verbesserungsfähig

Auch in Frauenfeld zieht man ein positives Fazit. «Punktemässig sind wir sehr zufrieden», sagt Trainer Ralph Ott. Doch betrachte er das Spiel seiner Mannschaft, spiele sie noch nicht jenes Spiel, das er gerne über 60 Minuten sehen würde. «Aus diesem Grund haben wir mehr Punkte, als es unser Auftreten verdient hätte. Aber wir haben gute Phasen, in denen es uns gelingt, den Match für uns zu entscheiden», erklärt Ott.

Dass man während der Nationalmannschaftspause die Leaderposition einnehmen wird, damit hat beim EHC Frauenfeld niemand gerechnet. «Unser Ziel ist ein Platz unter den besten sechs, um frühzeitig die Playoffs zu erreichen», sagt Ott. Zum jetzigen Zeitpunkt sei noch nichts entschieden, zumal an der Spitze alle Teams punktemässig nahe beieinander liegen. In der Rückrunde werde die Rangliste nochmals ordentlich durchgeschüttelt und neu gemischt, ist Ott überzeugt.

Dennoch sorgt die vielversprechende Ausgangslage vor allem bei den jüngeren Akteuren für Höhenflüge. «Hin und wieder muss ich sie etwas bremsen und ihnen deutlich machen, dass nur harte Arbeit zum Erfolg führt und wir unseren Trainingsrhythmus ins Spiel übertragen müssen», betont Ott. Dies sei während der Vorrunde gelungen. Wenn aus den Spielen gute Ergebnisse resultieren, seien die Spieler im Training umso motivierter, was sich im nächsten Spiel wieder positiv bemerkbar mache. «So wie es eine Negativspirale geben kann, kann auch eine Positivspirale in Bewegung kommen», sagt Ott.

Kleine Dinge sind entscheidend

Beim dritten Erstligisten, den Pikes Oberthurgau, ist man ebenfalls zufrieden mit der bisherigen Saison. «Unser Ziel ist es, die Playoffs zu erreichen», erklärt Teamleiter Richard Stäheli. Der derzeitige dritte Platz zeige, dass man auf einem gutem Weg sei. Doch auch die Pikes sind sich ihrer Sache lieber noch nicht zu sicher. Es habe jeder gemerkt, wie nahe die Mannschaften in dieser Spielklasse zusammenliegen. «In dieser Liga entscheiden kleine Dinge über Sieg oder Niederlage. Bereits ein falscher Wechsel kann bestraft werden. Das fordert die Trainer enorm», sagt Stäheli.

Wie Frauenfeld und Weinfelden gelang auch den Pikes ein guter Saisonstart. «Wir hatten einen schönen Lauf. Aber wir haben in dieser Vorrunde merken müssen, dass es nicht hilfreich ist, wenn man aufgrund guter Resultate abhebt», betont Stäheli. Als Beispiel nennt er das Spiel gegen Chur, in welchem das Team zu Beginn glaubte, es könne den Gegner spielerisch bezwingen. «Doch das reicht in dieser Liga nicht. Ohne Kampfgeist, Disziplin und Härte holt man keine Punkte.»

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