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Von der 4. Liga in die Super League

Noam Baumann trifft am Samstag (19.00) als Torhüter des FC Lugano auf seinen Ex-Klub FC Luzern. Der Hünenberger war vor vier Jahren ganz unten, spielte nur noch in der 4. Liga. Zurück in den Profifussball hat er es mit der Wut im Bauch geschafft.
Raphael Gutzwiller
Noam Baumann: «Ich hatte kurz Zweifel, ob ich das Zeug zum Super-League-Goalie habe.» Bild: Andy Müller/Freshfocus (Lugano, 14. Juli 2018)

Noam Baumann: «Ich hatte kurz Zweifel, ob ich das Zeug zum Super-League-Goalie habe.» Bild: Andy Müller/Freshfocus (Lugano, 14. Juli 2018)

Noam Baumann sagt selber, er wisse, wie es ganz unten sei. Fussballerisch zumindest. Der heutige Lugano-Goalie spielte vor vier Jahren in der 4. Liga, in der zweituntersten Liga der Schweiz. «Das war eine extrem harte Zeit. Ich habe immer davon geträumt, Profifussballer zu werden, und plötzlich steht man in der 4. Liga im Tor.»

Der FC Luzern hatte ihn aus der U21-Mannschaft aussortiert, er kam beim Erstligisten Zug 94 unter. Dort war er zu Beginn Ersatz, zu Spielzeit kam er deshalb in der 2. Mannschaft, die in der 4. Liga spielte. «Weiter nach unten geht es fast nicht mehr. Das war für mich, der vom Profibetrieb kam, sehr hart», sagt Baumann. Da er bei den Frei’s Schulen weiterhin das Sportler-KV absolvierte, das darauf ausgelegt ist, auch untertags Trainings zu absolvieren, trainierte Baumann häufig alleine im Fitness-Center oder auf dem Trainingsplatz zusammen mit Marco Egli, dem damaligen Torhütertrainer von Zug 94, welcher sich ab und zu Zeit nehmen konnte.

Mit 18 war beim FCL Schluss

Inzwischen ist Baumann in der Super League angekommen. In den ersten beiden Saisonspielen stand der 22-jährige Hünenberger im Tor des FC Lugano. Er hat sich in der Vorbereitung gegen den Emmenbrücker Joel Kiassumbua und den ehemaligen FCZ-Torhüter David Da Costa durchgesetzt, ist die neue Nummer 1 Luganos.

Dass er es doch noch so weit nach oben schaffte, war eine Entwicklung nötig. «Ich bin mental sicher viel stärker geworden», vergleicht er sein 18-jähriges Ich mit dem heutigen. Damals wollte ihn der FC Luzern nicht mehr. «Davor bin ich vom FCL immer gut gefördert worden, durfte schon mit 16 Jahren mit der 1. Mannschaft trainieren», erzählt Baumann. Dann aber wechselte der Nachwuchschef: Auf Laurent Prince folgte Andy Egli. Letzterer hielt wenig von Baumann, teilt ihm mit, dass er ihn nicht als Profi-Goalie sehe. «Das war natürlich ein harter Schlag für mich, kam total aus dem Nichts. Schliesslich erhielt ich davor immer gute Rückmeldungen und war auch immer in den Junioren-Nationalteams.» Zu Beginn habe er die Aussage sogar geglaubt. «Ich hatte kurz Zweifel, ob ich das Zeug zum Super-League-Goalie habe. Aber ich habe mir gesagt, dass ich dies nun umso mehr beweisen möchte.»

Mit der Wut im Bauch habe Baumann trainiert und gespielt. Er setzte sich in Zug als Stammgoalie durch, wechselte daraufhin zu Wil in die Challenge League. Auch dort war er anfänglich Ersatz, spielte einige Male in der 2. Liga interregional, dann setzte er sich durch und schloss sich im März Lugano an – in der Super League. Nicht weniger als sieben Ligen höher, als er damals bei Zug 94 II gespielt hatte.

Durchgehend war Baumann immer wieder Teil der Junioren-Nationalmannschaften. Auch deshalb habe er mehrere Angebote erhalten. «Lugano hat sich aber am meisten bemüht.» In der Rückrunde war Noam Baumann hinter Kiassumbua die Nummer zwei. Die beiden Innerschweizer Goalies haben einen ähnlichen Karrierenverlauf, auch Kiassumbua wurde vom FC Luzern einst abgeschoben und landete in Lugano. Zufall? «Ich denke schon, dass es Zufall ist, dass wir jetzt beide beim selben Verein gelandet sind. Aber ich denke, unsere Beispiele zeigen, dass man nicht aufgeben darf und weiterkämpfen soll», so Baumann, der hervorhebt, dass er sich mit Kiassumbua sehr gut verstehe.

Nun ist der Hünenberger Stammgoalie Luganos, trifft am Samstag auf seinen Ex-Klub, den FC Luzern. «Endlich spiele ich in der Swisspor-Arena. Es wurde auch mal Zeit», sagt der schweizerisch-dominikanischer Doppelbürger. Einst war er auf der Allmend Balljunge der FCL-Profis. Von den heutigen Profis kennt er einige: Stefan Knezevic, der verletzte Innenverteidiger, war zu Luzerner Zeiten einer der besten Freunde Baumanns. «Und auch mit Idriz Voca und Yannick Schmid zusammen habe ich gespielt.»

Der neben dem Platz ruhige und auf dem Platz äusserst ehrgeizige Torhüter sagt jedoch, dass es ihn während der Partie nicht interessiere, welches Team auf der Gegenseite stehe. «Dann will ich einfach nur noch gewinnen.» Ein Sieg gegen den FC Luzern wäre für Baumann aber sicher eine besondere Genugtuung.

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