Vom Seepferdchen zum Hai

SCHWIMMEN. Brustschwimmen ist Lorenz Brühlmanns Spezialität. Um nur fünf Hundertstel verpasste der 14jährige Amriswiler an den Nachwuchs-Schweizer-Meisterschaften die Goldmedaille. Nun trainiert er fleissig, um sich revanchieren zu können.

Stephanie Martina
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«Im Brustschwimmen war ich schon immer am erfolgreichsten», sagt Lorenz Brühlmann. (Bild: pd)

«Im Brustschwimmen war ich schon immer am erfolgreichsten», sagt Lorenz Brühlmann. (Bild: pd)

So weit Lorenz Brühlmann zurückdenken kann, schwimmt er – und sogar schon davor. Mit seinen Eltern nahm der Amriswiler am Babyschwimmen teil, später holte er sich diverse Schwimm-Abzeichen vom Seepferdchen bis zum Wal. Heute hat es der 14-Jährige bis fast ganz nach oben geschafft, zu den Elite-Sharks des Schwimmclubs Romanshorn. In diesem leistungsorientierten Schwimmteam trainiert Brühlmann nun seit fünf Jahren, während denen er stetig Fortschritte gemacht hat (siehe Kasten).

Vor einigen Wochen konnte er seinen bisher grössten Erfolg feiern: An den Nachwuchs-Schweizer-Meisterschaften in Schaffhausen gewann er Silber über 100 m Brust und Bronze über 200 m Brust. «Am liebsten schwimme ich über 50, 100 und 200 m Brust. Warum mir diese Disziplin am meisten entspricht, kann ich nicht sagen, darin war ich einfach schon immer am erfolgreichsten», erklärt Brühlmann. Doch der Nachwuchsathlet trainiert fleissig auch alle anderen Disziplinen, denn vor allem im Crawl wäre er gerne stärker. «Es ist von Vorteil, wenn man in mehreren Disziplinen erfolgreich ist, um an Wettkämpfen mehr Rudolph-Punkte sammeln zu können. Die Punkte sind Hauptvoraussetzung für eine Swiss Olympic Talent Card», erklärt Brühlmann.

Mitglied des Regionalkaders

Neben dem Medaillengewinn an den Nachwuchs-Schweizer-Meisterschaften durfte sich Brühlmann kürzlich noch über einen weiteren Erfolg freuen: Er schaffte die Qualifikation für das Regionalkader Ostschweiz. Vom Trainingsaufwand her hat sich für ihn damit aber nichts verändert. Nach wie vor trainiert er sechsmal wöchentlich, fünfmal im Wasser mit dem SC Romanshorn und einmal pro Woche besucht er die Jugendriege des Turnvereins Oberaach. Daneben ist er gerne auf seinem Bike unterwegs, aber natürlich nur, wenn es seine Hausaufgaben zulassen. Ob er nach der Oberstufe eine weiterführende Schule absolvieren wird, vielleicht sogar eine Sportschule, oder lieber eine Lehre beginnen möchte, lässt Brühlmann derzeit noch offen. Einen konkreten Berufswunsch hat er bisher nicht – ausser Profischwimmer.

Talent und einen starken Willen

«Um im Schwimmsport erfolgreich zu sein, braucht man Talent und einen starken Willen», sagt Brühlmann. Man müsse bereit sein, das Training regelmässig zu besuchen und Zeit für Wettkämpfe aufzuwenden. An rund 24 Wochenenden pro Jahr nehmen die Elite-Sharks an Wettkämpfen teil oder üben intensiv in Form von Trainingslagern.

All diese Grundvoraussetzungen bringt Lorenz Brühlmann mit – und eine grosse Portion Ehrgeiz. Denn an den nächsten Schweizer Meisterschaften möchte er eine Revanche für die verpasste Goldmedaille über 100 m Brust. «Es fehlten nur gerade mal fünf Hundertstelsekunden. Das war bitter», sagt er.

Ein weiteres Ziel, das für den jungen Sportler in Reichweite liegt, ist die Qualifikation für das Nationalkader. «Hierfür muss ich eine bestimmte Zeit erreichen. Im Moment bin ich noch gut zwei Sekunden von der Limite entfernt. Doch in naher Zukunft sollte ich die erforderliche Marke knacken», ist Lorenz Brühlmann überzeugt. Weitere Ziele hat er sich noch nicht gesetzt. «Zuerst möchte ich diese beiden erreichen, danach schaue ich weiter.»

Lorenz Brühlmann Schwimmer Elite Sharks SC Romanshorn (Bild: pd)

Lorenz Brühlmann Schwimmer Elite Sharks SC Romanshorn (Bild: pd)