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VOLLEYBALL: «Rote Zahlen gibt’s bei uns nicht»

Cup und Supercup wurden in dieser Saison die Beute von Amriswil, nicht aber die NLA-Meisterschaft. Interimspräsident Kurt Wick und Geschäftsführer Peter Bär sprechen über Tiefschläge und hohe Ziele für 2018/19.
Matthias Hafen
Interimspräsident Kurt Wick (links) und Geschäftsführer Peter Bär arbeiten darauf hin, dass Volley Amriswil bald wieder die Nummer eins im Schweizer Volleyball ist. (Bild: Reto Martin)

Interimspräsident Kurt Wick (links) und Geschäftsführer Peter Bär arbeiten darauf hin, dass Volley Amriswil bald wieder die Nummer eins im Schweizer Volleyball ist. (Bild: Reto Martin)

Matthias Hafen

matthias.hafen@thurgauerzeitung.ch

Volley Amriswil beendete die NLA-Saison auf Rang drei. Wie zufrieden sind Sie damit?

Peter Bär: Das Herz ist geteilt. Als Titelverteidiger sind wir mit einer anderen Zielsetzung in die Saison gestartet – ganz klar. Und die Saison hat mit dem Gewinn des Supercups ja auch sehr erfolgreich angefangen. Dann haben sich die Voraussetzungen aber geändert, und das gleich mehrfach. Wenn man den Verhältnissen Rechnung trägt, die Volley Amriswil auf und neben dem Feld meistern musste, bin ich über Platz drei sehr glücklich.

Welche schwierigen Verhältnisse sprechen Sie an?

Peter Bär: Einerseits, dass im Umfeld verschiedene Leute ganz oder teilweise ersetzt werden mussten wie der leider verstorbene Präsident Peter Kummer und Teammanager René Zweifel. Dann aber auch alle Verletzungen, mit denen die Mannschaft zu kämpfen hatte.

Wie schlug sich das Ganze finanziell nieder?

Kurt Wick: Es war eine ausserordentlich teure Saison für uns. Wir hatten schon früh vier verletzungsbedingte Ausfälle in unserem Zwölf-Mann-Kader, in dem zwei Spieler ersetzt werden mussten. Das hat uns Geld gekostet. Und gegen Ende der Saison waren nochmals vier Spieler verletzt. Diese Tatsache werden wir genau analysieren mit unserem medizinischen Team. Vielleicht ist das einfach Pech, vielleicht können wir aber in Zukunft auch etwas besser machen.

Wie lautet Ihre persönliche Saisonbilanz?

Kurt Wick: Ich bin froh, dass wir mit dem Supercup und dem Schweizer Cup wenigstens zwei von drei Titeln gewonnen haben.

Aber als Meister wurde Amriswil von Lausanne abgelöst.

Kurt Wick: Klar, die Schweizer Meisterschaft ist für uns der wichtigste Titel. Und wir werden alles tun, was in unserer Macht steht, um ihn in der nächsten Saison zurückzuholen.

Was gibt Ihnen die Zuversicht für diese Kampfansage?

Kurt Wick: Wir arbeiten bereits mit Hochdruck an der neuen Saison – auch im Sponsoring. Da wir keinen Mäzen haben, sind wir auf die Unterstützung vieler KMU und der Stadt angewiesen. Volley Amriswil hat aber sehr treue, zuverlässige Sponsoren und Fans.

Wie gross ist das Loch, das die abgelaufene Saison in der Kasse hinterlassen hat?

Kurt Wick: Unser Verein hat das Motto, dass wir uns nur leisten, was wir auch bezahlen können. Die Saison 2017/18 hinterlässt deshalb kein Loch. Rote Zahlen gibt es bei uns nicht. Lieber verzichten wir auf die Verpflichtung eines Spielers.

Amriswils Budget beträgt rund 700000 Franken. Inwiefern muss es für 2018/19 angepasst werden, damit die hohen Ziele erreicht werden können?

Peter Bär: Es ist für uns schon eine grosse Anstrengung, das aktuelle Budget zu halten. Natürlich versuchen wir, uns stetig weiterzuentwickeln. Und vielleicht wird die neue Halle neue Möglichkeiten bieten. Aber im Moment geht es darum, mit dem Vorhandenen das Bestmögliche herauszuholen.

Wann rechnen Sie mit der neuen Halle? Und was wird sie Volley Amriswil effektiv bringen?

Peter Bär: Sie sollte ab der Saison 2019/20 betriebsbereit sein und wird sicher mehr Möglichkeiten bieten, einen Event attraktiver zu gestalten. Diesbezüglich stossen wir in der alten Tellenfeld-Halle an Grenzen.

Kurt Wick: Aber eine neue Halle wird kein Selbstläufer. Sie wird mehr Sitzplätze bieten und uns helfen, das hohe Niveau zu halten, das wir erreicht haben. Die Bäume wachsen in Amriswil allerdings auch mit der neuen Halle nicht in den Himmel.

Versprechen Sie sich dadurch mehr Zuschauer?

Kurt Wick: Auf jeden Fall. Unser Ziel muss sein, 900 bis 1000 Zuschauer in der Halle zu haben. Mittelfristig streben wir 1500 bis 2000 Zuschauer pro Spiel an.

Das ist aber ambitioniert.

Kurt Wick: Wir sind bezüglich Zuschauerzahlen auf dem aufsteigenden Ast. Wir laden regelmässig Vereine ein und denken, dass wir so wiederkehrende Besucher gewinnen, die bei uns auch konsumieren. Wir leben nicht primär von den Eintritten. Wir wollen den Leuten im Einzugsgebiet die Möglichkeit bieten, Spitzenvolleyball zu erleben.

Wann wird aus Volley Amriswil Volley Thurgau?

Peter Bär: Das streben wir schon an, aber rein geografisch. Nicht, was den Namen betrifft. Der Clubname ist so stark mit Amriswil verbunden, dass wir daran nichts ändern. Volley Amriswil ist eine Marke so stark wie Rivella oder Möhl. Das kannst du nicht ändern. Aber wir werden versuchen, den Kanton vermehrt als Reservoir für Spieler und Volleyball-Interessierte zu nutzen.

Kurt Wick: Unser Einzugsgebiet geht indes bis Winterthur, Wil, St. Gallen, Goldach, Appenzell. Von dort besuchen Kinder täglich unsere Talent School.

Das NLA-Kader 2018/19 besteht mit Topskorer Jovan Djokic, Josh Howatson, und Neuzuzug Thomas Brändli erst aus drei Spielern. Wieso?

Peter Bär: Langfristige Verträge bedeuten auch langfristige Verpflichtungen. Das kann sich vor allem im Verletzungsfall negativ auswirken für den Verein, weil wir die Spieler dann nicht einfach fallen lassen. Aus diesem Grund schliessen wir – mit wenigen Ausnahmen – nur Jahresverträge ab.

Kurt Wick: Es ist diesmal aber auch durch den Trainerwechsel von Ratko Pavlicevic zu Marko Klok bedingt. Wir wollen zusammen mit Klok eine schlagkräftige Mannschaft auf die Beine stellen.

Wie viele rücken aus dem eigenen Nachwuchs nach?

Peter Bär: Wir versuchen immer, eigene Spieler einzubauen. Doch es ist eine Illusion zu glauben, es käme jedes Jahr ein NLA-Topspieler aus dem Nachwuchs. Realistischer ist einer alle drei Jahre. Denn wir reden in Amriswil stets von mindestens einem Titelgewinn. Dafür braucht es ein sehr hohes spielerisches Niveau.

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