Volley Amriswil verliert in Lugano

VOLLEYBALL. Nach einer desolaten Leistung musste sich Amriswil am Freitagabend im Tessin klar geschlagen geben. Die Tessiner zeigten sich in jeder Beziehung hoch überlegen und liessen den Thurgauern keine Chance.

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Amriswil (blau) bemühte sich, den Ball übers Netz zu bringen, vermochte aber keinen Erfolg zu verzeichnen. (Bild: Mario Gaccioli)

Amriswil (blau) bemühte sich, den Ball übers Netz zu bringen, vermochte aber keinen Erfolg zu verzeichnen. (Bild: Mario Gaccioli)

VOLLEYBALL. Eigentlich hatte man im NLA-Duell der beiden Verfolger von Spitzenreiter Lausanne UC eine harte Partie erwartet, doch die Gäste aus dem Thurgau vermochten den Meister der vergangenen drei Jahre nie zu gefährden.

Amriswil, das auf den langzeitverletzten Libero Samardzic und die Aussenangreifer Fellay (angeschlagen) und Kriech (Studium) verzichten musste, wurde mit einem klaren 0:3 nach Hause geschickt.

Debakel im ersten Satz

Die Geschichte des ersten Satzes ist schnell erzählt. Das Team von Coach Pavlicevic wirkte überfordert und wusste kaum, wie ihm geschah. Ganze 13 Punkte standen am Schluss zu Buche. Wenn man die vier Aufschlagfehler von Lugano abzählt, gelangen den Amriswilern nur gerade 9 Gewinnpunkte. Nicht nur die Annahme agierte äusserst unsicher und fehlerhaft, auch in der Offensive funktionierte überhaupt nichts.

Allerdings hatte sich Lugano auch geschickt auf die Stärken Amriswils eingestellt, und so sahen sich Diagonalspieler Steigmeier und Aussenangreifer Tomasik immer wieder einem kompakten 3er-Block der Tessiner gegenüber. Dies vermochte aber nicht den schwachen Spielstand der Amriswiler aufzupolieren.

Steigerung im zweiten Satz

Ganz kurz einmal keimte Hoffnung auf eine Steigerung auf, als es den Amriswilern zu Beginn des zweiten Satzes gelang, auf 6:2 davonzuziehen. In dieser Phase gelangen Einwechselspieler Nasibullin einige schöne Block-out-Punkte.

Doch schon beim ersten technischen Time-out hatten die Tessiner das Resultat wieder zu ihren Gunsten gekehrt. Dass die Gäste bis zum 14:12 noch mithalten konnten, hatten sie vor allem Mittelangreifer Ljubicic zu verdanken, der mehrmals spektakulär punktete. Doch dieser alleine konnte die Tendenz des Spieles nicht ändern. Bis zum Satzende kletterte das Resultat auf 25:16.

Schluss nach 65 Spielminuten

Nur unwesentlich länger als die vorangegangenen Sätze dauerte der dritte Abschnitt. An der Physiognomie des Spiels änderte sich allerdings nichts. Lugano, das seinen brasilianischen Passeur «Marcelinho» Elgarten – seines Zeichens Weltmeister und Olympiazweiter – wegen der Inländerregelung nicht einsetzen konnte, zeigte sich in der Annahme äusserst konstant und punktete immer wieder über die Aussenpositionen.

Über 8:5 und 16:11 kletterte das Resultat schliesslich auf 24:17, und mit dem zweiten Matchball endete für Amriswil der Ausflug ins Tessin. Diesen hätten sie sich allerdings auf jeden Fall sonniger und punktreicher gewünscht.

Rätsel über Rätsel

Nach dem Spiel rätselten Coach und Spieler darüber, wie eine derartige Leistung möglich sein konnte. Trainer Pavlicevic zeigte sich sehr enttäuscht und sehr einsilbig. Immer wieder sprach er von «Löchern». Ob er damit die ungenügende Feldverteidigung oder die schwache Leistung einiger Spieler meinte, bleibt dahingestellt.

Über allem Lamentieren über die Amriswiler Leistung muss aber auch gesagt werden: Der Weg zum Titel führt auch in diesem Jahr über Lugano, auch wenn die Tessiner in dieser Qualifikationsphase schon zwei harte Niederlagen gegen nur vermeintlich schwächere Teams einstecken mussten. (bw)