Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Motocross-WM in Frauenfeld: Volksfest mit Helden und Motoren

Zum dritten Mal findet die Motocross-WM in Frauenfeld statt. Am 18. und 19. August könnte der Schweizer Jeremy Seewer am Heimrennen einen Exploit schaffen. In der schnellsten WM-Kategorie starten drei Fahrer aus der Region.
Rolf Lüthi
Der Thurgauer Yves Furlato ist an seinem Heimrennen am Start. (Bild: Andrea Stalder)

Der Thurgauer Yves Furlato ist an seinem Heimrennen am Start. (Bild: Andrea Stalder)

Die Umweltverbände akzeptieren zähneknirschend die Bewilligung der Thurgauer Regierung, das Thurgauer Verwaltungsgericht lehnte die Beschwerde eines Anwohners ab. Somit findet zum dritten Mal der MXGP of Switzerland statt, mit den besten Motocrossfahrern der Welt, mit Zugang zum Fahrerlager, Helden zum Anfassen und Bratwurst vom Grill. Die WM wird in zwei Klassen ausgefahren. In der MX2-WM starten Fahrer bis 23 Jahre mit Motorrädern bis 250 ccm Hubraum. In der Königsklasse MXGP gibt es kein Alterslimit, die Motorräder haben maximal 450 ccm Hubraum.

Seewer schielt auf Podestplatz

Für Jeremy Seewer, den schnellsten Schweizer, ist die Ausgangslage ideal: Am vergangenen Montag unterschrieb der 24-Jährige beim Yamaha-Werksteam. Dass der Bülacher von einem der besten WM-Teams verpflichtet wurde, hat er sich hart erarbeitet: Als MX2-Vizeweltmeister (auf Suzuki 250) kam Seewer als Neuling mit dem für ihn neuen holländischen Wilvo-Team in die MXGP-WM, ohne Erfahrung mit der 450er-Yamaha. Nun liegt er als bester Klassenneuling auf dem achten WM-Zwischenrang; vor ihm sind nur Werksfahrer klassiert. Vor heimischem Publikum wird er am Renntag alles geben, um in der Königsklasse seinen ersten Podestplatz zu erobern.

Motocrossgeschichte schrieb vergangenes Jahr in Frauenfeld der Genfer Arnaud Tonus, als er den ersten Lauf der MXGP-Klasse gewann. Er wird dieses Jahr nicht starten. Mitte Februar stürzte der 27-Jährige beim Training schwer und erlitt eine gravierende Schulterverletzung. Weil sich eine lange Heilungszeit der linken Schulter abzeichnete, entschloss er sich zur Operation der von einem früheren Unfall ebenfalls lädierten rechten Schulter. Dieses Jahr bestritt er noch kein Rennen, trotzdem verlängerte das Wilvo-Team, für das auch Seewer noch bis Ende Jahr fährt, seinen Vertrag für 2019.

Drei Fahrer aus der Region am Start

Der Neuenburger Valentin Guillod war 2013 Europameister und 2015 setzte er mit drei MX2-Laufsiegen und dem vierten WM-Schlussrang einen Karrierehöhepunkt. Danach stieg er als Yamaha-Werksfahrer in die MXGP-Klasse auf. Ausgerechnet beim Heimrennen in Frauenfeld 2016 erfuhr er, dass sein Vertrag nicht verlängert würde. Die Saison 2017 war dann geprägt von einer schweren Handverletzung, und auch 2018 begann schlecht: Beinbruch nach Trainingssturz im Januar, die ersten acht WM-Rennen verpasste der Guillod. Nun ist der 26-Jährige mit einem Trainingsrückstand auf dem langen Weg zurück an die Weltspitze, mit seinem englischen Team von 2015. Seit seinem Comeback klassiert er sich immer wieder unter den Top Ten und liegt derzeit auf dem 21. WM-Rang.

Neben den beiden arrivierten WM-Piloten Seewer und Guillod werden in Frauenfeld drei Fahrer aus der Region starten. Andy Baumgartner und Yves Furlato fahren das dritte Mal das MXGP-Rennen von Frauenfeld. Vergangenes Jahr schnappte sich der Romanshorner Baumgartner auf der mörderisch zerfurchten Piste buchstäblich den letzten Punkt des Tages, als er im zweiten Lauf Platz 20 erkämpfte. «Wenn ich das noch mal schaffe, wäre dieser Punkt höher zu werten als jener von 2017», sagte der 27-Jährige. Und fügt an:

«Damals waren um die 25 WM-Stammfahrer am Start, heuer sind es mit den Aufsteigern aus der MX2-WM schon 30 Fahrer, die alle WM-Rennen bestreiten.»

Der 28-jährige Furlato aus Amlikon-Bissegg kann immerhin ­einen 25. Platz als sein bislang bestes Resultat am MXGP Frauenfeld vorweisen. Er sagte: «Es wird entscheidend sein, mich so schnell wie möglich auf die spezielle Piste anzupassen, damit ich hundert Prozent meiner Leistung bringen kann. Klar, im Hinterkopf habe ich die Top 20, doch das ist ein hochgestecktes Ziel.»

Schweizer wollen WM-Punkte

Erstmals in der MXGP-Kategorie an den Start geht Cyrill Scheiwiller aus Ulisbach. Er sollte sich, wie auch Baumgartner, nicht verletzen: Baumgartner und Scheiwiller liegen in der Schweizer Meisterschaft auf den Plätzen zwei und drei, beide haben noch Titelchancen, und das Final der Schweizer Meisterschaft findet nur eine Woche später statt.

«Verletzen darfst du dich eigentlich nie, sonst ist die Meisterschaft gelaufen», sagte Scheiwiller. Mein Ziel sind WM-Punkte.»

Zumal die schnellen Fahrer der Schweizer Meisterschaft schon bewiesen haben, dass sie an einer WM nicht weit abgeschlagen hinterher gondeln.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.