VIZEWELTMEISTER: Hertner springt in die Bresche

Fabian Hertner gewinnt an der WM in Tartu die Silbermedaille auf der Mitteldistanz. Der 32-Jährige sichert der Schweiz den dritten Podestplatz.

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Mit Fabian Hertner hat ein Routinier, aber nicht die vermeintlich stärkste Waffe im Schweizer Team, die Kohlen nach den medaillenlosen Langdistanz-Rennen aus dem Feuer geholt.

Hertner stand bei seiner zehnten WM-Teilnahme zum achten Mal auf dem Podest und fügte seiner Sammlung bereits die sechste Silbermedaille hinzu – Gold resultierte mit der Staffel 2015 in Schottland, Bronze in der Mitteldistanz 2012 in Lausanne. «Ich vergleiche die Medaillen nicht, jede ist super», kommentierte er seine Bilanz. Hertner stieg zuversichtlich ins Rennen. «Erstmals seit ein paar Jahren kam ich ohne Verletzung durch die Vorbereitung. Ich bin in Form», sagte er. Der Schweizer büsste auf schnellerem Terrain als über die Langdistanz 25 Sekunden auf den Sieger Thierry Gueorgiou ein.

Zum Abschluss die 14. Goldmedaille

Der 38-jährige Franzose gewann bei seiner Abschiedsvorstellung seine 14. WM-Goldmedaille. Gueorgiou tritt nach den Titelkämpfen zurück. Der Franzose konzentrierte sich in Tartu mit Erfolg auf die Mitteldistanz. Er hatte den Sprint und die Lang­distanz ausgelassen, während andere Spitzenläufer über etwas schwere Beine klagten.

Daniel Hubmann, der Weltmeister im Sprint, und Matthias Kyburz waren mit höheren Ambitionen als Hertner in die kartentechnisch anspruchsvollste Disziplin gestartet. Für beide zählen nur noch die Medaillen. Hertner hingegen hoffte darauf, mit einem perfekten Lauf das angestrebte Diplom in eine Medaille umzuwandeln. Hubmann wurde Fünfter, Kyburz enttäuschte als Zehnter. Florian Howald als Siebenter zeigte eine solide Leistung. Einen schlechten Tag erwischte auch der Topfavorit Olav Lundanes, der Weltmeister auf der Langdistanz. Der Norweger lag im Klassement zunächst unmittelbar vor Kyburz, danach erfolgte die Disqualifikation. Fünf Sekunden hinter Hertner gewann Aleksander Kratow Bronze.

Tove Alexandersson machte sich gleich selbst das schönste Geschenk zum 25. Geburtstag. Die Schwedin war den Konkurrentinnen überlegen und gewann zum vierten Mal in ihrer Karriere WM-Gold. Das Schweizer Bestresultat erlief mit einem 14. Rang Sabine Hauswirth. (sda)