Viermal schlafen

Am Sonntag geht es für den FC St. Gallen ans Eingemachte, er startet gegen Vaduz in die Rückrunde. Noch bleibt Trainer Joe Zinnbauer ein wenig Zeit für Feinjustierungen.

Christian Brägger
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St. Gallens Coach Joe Zinnbauer gibt im Training den Spielern Instruktionen. (Bild: Gian Ehrenzeller/KEY (St. Gallen, 27. Januar 2017))

St. Gallens Coach Joe Zinnbauer gibt im Training den Spielern Instruktionen. (Bild: Gian Ehrenzeller/KEY (St. Gallen, 27. Januar 2017))

Christian Brägger

Nein. Er habe keine schlaflosen Nächte gehabt. Nicht nach dem 1:5 am vergangenen Donnerstag im Test gegen Schaffhausen. Nicht nach dem 2:3 am Sonntag im Test gegen Zürich, sagt St. Gallens Trainer Joe Zinnbauer am Telefon. Und fügt lachend an: «Dafür überlegen sich die Medien wohl bereits, was für Schlagzeilen sie schreiben wollen, wenn es uns nicht laufen sollte.» Zinnbauer hört sich gut gelaunt an, wie er da so spricht. Er weiss, dass vor einem Jahr die Resultate der Vorbereitung besser waren. Dafür seien danach die Ergebnisse in der Liga nicht so gewesen, wie sie hätten sein sollen. Er sagt: «Vielleicht läuft es jetzt ja in die andere Richtung. Ich mache mir jedenfalls keine Sorgen.»

Seit dem 5. Januar bereitet sich der FC St. Gallen auf den zweiten Teil der Meisterschaft vor. «Wir haben gut angefangen, aber schlecht aufgehört», sagt der Coach. Um die Muskeln zu regenerieren, werden nun die Trainingsaktivitäten auf dem Platz ein wenig zurückgeschraubt – ein normaler Vorgang nach dem harten Trainingslager und den intensiven Wochen. Entsprechend gibt es diese Tage für die Spieler einen Nachmittag mehr frei als üblich. «Unsere Profis laufen jetzt aber nicht einfach in der Stadt herum und trinken Kaffee. Sie müssen trotzdem Programme absolvieren», sagt Zinnbauer. Programme wie Krafttrainings, Einzelanalysen oder Gespräche mit dem Sportpsychologen.

Reaktion auf Chabbis Abgang?

Offen ist, ob das junge St. Galler Kader noch eine Mutation erhält. Es könnte passieren, dass die Ostschweizer den ungeplanten Abgang von Seifedin Chabbi mit der Verpflichtung eines routinierten Offensivspielers auffangen: Stichtag ist der 15. Februar, dann schliesst das internationale Transferfenster. Sportchef Christian Stübi sagt: «Wir beobachten den Markt. Wie immer.» Der Verein habe Chabbi nicht loswerden wollen, sagt Zinnbauer. «Der Stürmer war wohl ein wenig zu ungeduldig und letztlich auch unzufrieden. Ich denke jedoch nicht, dass er uns gerne Richtung Sturm Graz verlassen hat.»

Rückstände in der Vorbereitung

Überdies machte dem FC St. Gallen im vergangenen Monat vor allem die Grippe zu schaffen, zehn bis elf Spieler wurden von ihr heimgesucht, besonders hart erwischte sie Yannis Tafer oder auch Gianluca Gaudino. Viele Akteure verpassten dadurch wichtige Trainingstage. «In zwei bis drei Wochen erst werden alle die Defizite aufgeholt haben und auf dem Leistungszenit stehen», sagt Zinnbauer. Aktuell laboriert Martin Angha an einer hartnäckigen Zerrung im Oberschenkel, Toko bereitet eine entzündete Blase am Fuss Probleme, sie verursacht Schmerzen, die hinauf bis zur Wade strahlen.

Angha steht diesen Sonntag für einen Einsatz kaum zur Verfügung, mit Toko aber rechnet der Trainer, wenn im Rheinpark ab 13.45 Uhr die Rückrunde für St. Gallen losgeht. Gegen Vaduz, den Angstgegner. Ausgerechnet. Allgemein wird erwartet, dass der 46-jährige Deutsche dann mit einer Dreierabwehr spielen lässt. «Wir sind variabel, wir werden sehen», hält sich Zinnbauer bedeckt. Für die Startformation kommen 13 bis 14 Spieler in Frage, vor allem in der Offensive gibt es Doppelbesetzungen, Nuancen werden bis zum Wochenende entscheiden. Bis dahin heisst es: noch viermal ruhig schlafen.