Vier Worte bringen den Aufschwung

Diepoldsau spielt in der 2. Liga interregional in Bazenheid überlegen auf, muss aber mit einem 1:1 zufrieden sein. Für Tobias Kuster haben vier Worte zur Leistungssteigerung geführt.

Beni Bruggmann
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FUSSBALL. Nach dem Schlusspfiff verlassen die Diepoldsauer den Platz auf schnellstem Weg. Einige nehmen gar die Abkürzung über die Wiese, um rasch in der Garderobe zu verschwinden. Einer der Vordersten ist Tobias Kuster. Er fasst das Spiel in einem Wort zusammen: «Schade.» Das 1:1 gegen den Tabellenletzten ist für die Rheintaler eine gefühlte Niederlage.

Mit der Niederlage gegen Altstätten hatte Diepoldsau die Rückrunde begonnen. Kuster verbirgt das Gesicht in den Händen, wenn er an dieses Spiel denkt. Drucklos, mutlos, hilflos – elf Verunsicherte bilden ein Team, das direkt auf einen Abstiegsplatz zusteuert. Und nur eine Woche später steht in Bazenheid eine Mannschaft auf dem Platz, die überzeugt. Die Diepoldsauer gewinnen fast jeden Zweikampf, sind stets einen Schritt schneller als der Gegner, und ihren Siegeswillen spürt man auf Schritt und Tritt. Das 1:0 von Bujar Thaqi in der 18. Minute ist die logisch Folge.

Deutliche Worte des Trainers

Wie steigert sich ein Team innerhalb einer Woche von hilflos zu überzeugend? Kuster erinnert sich: «Der Trainer hat uns nach einem Training deutlich gemacht: So geht es nicht. Und in der Teamsitzung vor dem Bazenheid-Spiel verlangte Roman Hafner, dass vier Spieler je ein Wort auf ein Plakat schreiben.» Am Schluss steht in der Kabine gross: Kampf, Wille, Füreinander, Sieg. Die vier Worte wirken, Diepoldsau überzeugt und führt verdient. Es kommt aber nicht zum Happy End, weil Maurin Gregorin für Bazenheid per Foulpenalty in der 82. Minute den Ausgleich erzielen kann.

Eine neue Sturmspitze

Kuster, Student, 25jährig, Linksfüsser, ist der Mann für die linke Aussenbahn. Meist wirkt er in der Defensive oder im Mittelfeld. Da ist er ein Meister. In Bazenheid spielt er überraschend als Sturmspitze. «Ich habe meine neue Rolle erst am Tag vor dem Spiel erfahren», sagt Kuster. Und er verrichtet auch hier tadellose Arbeit: Er kann den Ball halten, und er beweist Übersicht wie beim Zuspiel zum Tor von Thaqi. Kuster wirkt frisch. Er hat die Vorrunde verpasst, hat ein halbes Jahr nicht Fussball gespielt. Er, der an der HSG Betriebsökonomie studiert, weilte als Austauschstudent in St. Petersburg.

Wie Kuster überzeugt das ganze Team: Es spielt optimistisch vorwärts. Nach dem Gegentor zum 1:1 bleiben noch rund zehn Minuten zu spielen. Der Optimismus bleibt. Dreimal stehen Diepoldsauer allein in bester Abschlussposition vor dem gegnerischen Tor: Philipp Meyer und Dejan Misic zielen darüber, dann trifft Misic nur die Latte. In diesen Situationen nützen auch richtige Worte nichts. Da braucht es auch ein bisschen Glück. So bleibt es beim Diepoldsauer Fazit: Schade, nur einen Punkt geholt.

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