Vier Länder – eine Zeit

Ein junges Trio findet sich am Ende des Studiums, tritt in Konzertreihen auf, veranstaltet eigene Konzerte, bildet sich an Meisterkursen weiter – und überzeugt mit seiner einfühlsamen Musikalität.

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trio /// arsis: Cristina Janett, Marita Seeger, Delaja Mösinger. (Bild: pd)

trio /// arsis: Cristina Janett, Marita Seeger, Delaja Mösinger. (Bild: pd)

WEINFELDEN/FRAUENFELD. Wer wünscht sich das nicht: dass einem auf der Reise die Zeit nicht davonläuft? Und doch möchte man es so kurzweilig haben, dass man die Zeit gar nicht mehr wahrnimmt. Beides gelingt dem trio /// arsis in seinem jüngsten Konzert. Während einer Stunde wird das Publikum von Finnland nach Ungarn und über die Schweiz nach Deutschland entführt. Das macht das Konzert so abwechslungsreich: der Kontrast von vier Komponisten unterschiedlichster Herkunft.

Unbekannter Volkmar Andreae

Jean Sibelius zeichnet verantwortlich für die erste Reiseetappe, und man merkt sich seinen Namen für die Frage nach einem finnischen Komponisten im nächsten Kreuzworträtsel. Dann folgt ein Intermezzo von Zoltán Kodály, der von der ungarischen Volksmusik beeinflusst ist.

Zwischenhalt in der Schweiz: Nur noch wenige kennen hierzulande Volkmar Andreae, Chorleiter, Dirigent, Komponist – und während eines Vierteljahrhunderts stand er dem Zürcher Konservatorium vor. Wer sein Streichtrio in d-moll zum ersten Mal hört, möchte noch länger verweilen. Doch die Reise führt weiter nach Deutschland, wo einen das Streichtrio in c-moll von Carl Reinecke erwartet, der sich mit seinen Auftritten in ganz Europa vor allem als Pianist einen Namen machte.

So viel Unterschiedliches, was die Komponisten und deren Herkunft betrifft, will natürlich auf irgendeine Weise zusammengehalten sein. Und tatsächlich: Auf der musikalischen Reise des trio /// arsis wird man bestens unterhalten, hat jedoch nie den Eindruck, man verzettle sich. Die Stücke sind alle in der Zeit des Übergangs vom 19. zum 20. Jahrhundert entstanden. Man befindet sich also bereits an der Schwelle zur Moderne, dennoch sind sämtliche Kompositionen noch der Spätromantik zuzuordnen. Dieses Verbindende vermittelt dem Publikum einen einheitlichen Hörgenuss.

Zwei Konzerte im Kanton

Nachdem das Konzert bereits im Rahmen einer Matinee im Museum Rosenegg in Kreuzlingen gespielt wurde, wird es am Samstag in Weinfelden zu hören sein (und tags darauf in Frauenfeld). Damit gibt das trio /// arsis gewissermassen ein Heimspiel, ist doch die Bratschistin Delaja Mösinger hier aufgewachsen und unterrichten die Cellistin Cristina Janett und die Geigerin Marita Seeger an der hiesigen Jugendmusikschule. (hpn)

Sa 18.8., 19.30: Rathaus Weinfelden So 19.8., 17.00: evang. Stadtkirche Frauenfeld