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Interview

Stephan Lichtsteiner lässt Nati-Zukunft offen

Stephan Lichtsteiner bilanziert den Schweizer WM-Auftritt. Der 34-Jährige sagt, es sei gegen die Schweden nicht der Tag der Schweizer gewesen. Seine Zukunft im Nationalteam lässt er offen, er tendiert auf ein Weitermachen.
Christian Brägger, Toljatti
Stephan Lichtsteiner an der gestrigen Pressekonferenz in Russland. (Bild: Laurent Gilliéron/Keystone (Toljati, 4. Juli 2018))

Stephan Lichtsteiner an der gestrigen Pressekonferenz in Russland. (Bild: Laurent Gilliéron/Keystone (Toljati, 4. Juli 2018))

Stephan Lichtsteiner, machen Sie weiter in der Nationalmannschaft?

Ich werde meine Analyse machen. Natürlich muss ich schauen, wie es weitergeht. Wie die Energie und Motivation ist. Aber ich kann heute nicht definitiv Ja oder Nein sagen. Die Tendenz ist eher Ja.

Früher hat das resoluter geklungen. Warum sind Sie nicht mehr sicher?

Ich habe immer gesagt, wenn mein Körper und meine Energie es zulassen und ich fit bin, mache ich gerne weiter. Es sieht ja eher positiv aus, aber ich will zuerst alles sacken lassen und mit der Familie besprechen. Mir gefällt es, dass die Mannschaft mehr erreichen will. Sie hat ja bereits Signale erhalten, dass die Älteren weitermachen wollen. Zudem gibt es Jüngere, die reinkommen wollen. Das ist die beste Voraussetzung für die Schweiz: Nur so kann sie vorwärtskommen.

Die Emotionen der Schweizer haben gegen Schweden gefehlt. Wie sahen Sie die Partie von der Bank aus?

Auf der Bank waren die Emotionen natürlich hoch. Es tat mir schon weh, nicht dabei sein zu können und zu sehen, wie die Mannschaft Mühe hatte. Aber das ist WM und das Los des Verteidigers: zwei gelbe Karten, und du bist gesperrt.

Mentalität ist das Wichtigste im Fussball. Haben die Schweizer ein Problem damit? Insbesondere dann, wenn Sie fehlen?

Ich denke nicht, sonst hätten wir nicht in zwölf Spielen der WM-Qualifikation zehnmal gewonnen und ein Unentschieden geholt. An der WM haben wir in der Vorrunde nie verloren, die Mentalität ist da. Natürlich war es ein grosses Spiel gegen die Schweden, eines, in dem du weisst: Hast du nicht deinen besten Tag, wird es schwer. Vielleicht hat uns auch die Energie gefehlt, um noch mehr zu investieren. Viele Teams hatten Mühe, sich gegen die Schweden Chancen zu erarbeiten. Mit ihrer Spielweise nahmen sie uns die Emotionen, oder zumindest wirkte es nach aussen so. Du musst dann über das Limit, sonst wird es schwer.

Warum ist es den Schweizern nicht gelungen, die maximale Energie zu entfachen?

Richtig, wir konnten die Energiereserven nicht anzapfen. Es gibt solche Tage, in denen es nicht läuft, wie es soll. Vielleicht hat die Sicherheit gefehlt, diese Formation war wegen der Sperren ja nicht so eingespielt. Dennoch war ich zuversichtlich, und ich finde auch nicht, dass wir so schlecht gespielt haben. Gefehlt hat vielleicht der letzte Wille, das Glück auf unsere Seite zu ziehen.

Wie lautet Ihr Fazit der WM?

Wir wollten Geschichte schreiben, die Chance für den Viertelfinal war sehr gross. Wir wissen, dass wir Einmaliges verpasst haben. Aber die WM war trotzdem sehr positiv, ein gutes Turnier. Die Vorrunde unbesiegt zu überstehen, ist ein hohes Level. Wenn du im Achtelfinal nicht parat bist, scheidest du eben aus.

Es gibt die These, dass die Schweiz berechenbar geworden ist mit ihrem Ballbesitzstil.

Nein, das sehe ich nicht so. Unsere Probleme gegen die Schweden hatten die anderen auch. Wir sind nicht lesbar geworden, erarbeiten uns in jeder Partie Chancen und erzielen Tore.

Haben sich die Schweizer zu stark geredet?

Nein, die Resultate sprachen für uns. Es ist wichtig und richtig, in grossen Dimensionen zu denken. Das hat nichts mit Selbstüberschätzung zu tun. Vielleicht reden wir deshalb auch von einem negativen Turnier. Weil wir mehr wollten.

Wie schwer wiegt dieser dritte Rückschlag nach 2014, 2016 und nun 2018 für dieses Team?

Man darf die drei Turniere nicht vergleichen. Gegen Argentinien waren wir Aussenseiter. Gegen Polen waren wir viel näher dran, das war bitter. Gegen die Schweden hatten wir es einfach nicht verdient. Aber man darf der Mannschaft jetzt keinen Vorwurf machen. Uns wirft das nicht zurück, Erfolg und Misserfolg liegen nun einmal nahe beieinander.

Wie hat die Mannschaft den Abend der Niederlage verbracht?

Es ist wichtig, dass jeder macht, was er will. Die Spieler müssen selbst mit den Enttäuschungen umgehen. Jeder hat da seine Art. Ich sass mit einigen Spielern und dem Staff zusammen.

Was muss der Trainer aus dem Turnier ziehen?

Die Schweiz geht einen hervorragenden Weg. Wir sind immer gut über die Gruppenphasen gekommen und qualifizierten uns relativ souverän für die Turniere. Jetzt müssen wir daran arbeiten, den nächsten Schritt zu machen.

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