«Viele waren überrascht, dass es ein Krimi ist»

Nachgefragt

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Der Vorarlberger Marc Girardelli gehört zu den erfolgreichsten Skirennfahrern. Der 53-Jährige, der in Rebstein wohnt, gewann fünfmal den Gesamtweltcup und viermal WM-Gold. Nun hat Girardelli eine neue Leidenschaft entdeckt: Das Schreiben von Kriminalromanen.

Wie kommt ein ehemaliger Skirennfahrer auf die Idee, einen Krimi zu schreiben?

Eine Biografie wollte ich nie verfassen. Das haben schon genug andere gemacht. Für einen deutschen Verlag schrieb ich einmal vierzig Seiten über das Skifahren, es ging um Techniken wie beispielsweise das Carving. Aber die Texte kamen zurück mit der Begründung, sie seien zu schwere Kost. Dann lernte ich Michaela Grünig kennen. Mit ihr entstand die Idee, einen Krimi im Skirennsport zu schreiben.

Haben Sie nur die Idee geliefert oder auch geschrieben?

Die Hälfte habe ich selber geschrieben, vor allem jene Passagen, die einen Einblick in den Ski-Weltcup geben. Michaela Grünig hat wochenlang recherchiert. Sie wollte alles wissen über Lawinensprengungen und Sprengstoff. Wir waren sowohl in Engelberg als auch am Arlberg und haben mit Fachleuten gesprochen. Es war eine kurzweilige, spannende Angelegenheit.

In «Abfahrt in den Tod» verfehlt eine abstürzende Drohne nur knapp einen Skifahrer. Was ging Ihnen durch den Kopf, als an der WM in St. Moritz eine TV-Kamera in den Zielraum fiel?

Das war ein eigenartiger Moment. So etwas darf natürlich nicht passieren. In unserem Buch nahmen wir Bezug auf die Drohne, die in Madonna di Campiglio beinahe Marcel Hirscher getroffen hätte. Dieses Vorkommnis hat durchaus einen Bezug zum Alltag. Es kann nicht sein, dass heute jeder eine Drohne steigen lassen darf. Das muss kontrolliert werden.

Sie haben Ihr Buch an der WM in St. Moritz präsentiert. Wie haben die Leute reagiert?

Die meisten waren überrascht, dass es ein Krimi ist. Aber es hat den Leuten gefallen. Bode Miller war da, Harti Weirather auch. Und die anschliessende Party im Liechtenstein-Haus war die beste während der ganzen WM. (pl)

Autorenlesung: Montag, 13. März, 20 Uhr, Rösslitor, Multergasse 1–3, St. Gallen.