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Viel Technik, wenige Fans

Pyeongchang 2018
Andreas Eisenring

Die Olympia-Plaza in Gangneung soll ein Herzstück der Winterspiele sein, offen für alle, auch für diejenigen, die kein Ticket haben. In geheizten Pavillons kann man in virtuelle Welten eintauchen. Ein klassisches Public Viewing gibt es da, mit zwei riesigen Leinwänden, auf denen Shorttrack läuft, die koreanische Lieblingsdisziplin. Doch nur ein Dutzend Besucher verliert sich auf dem grossen Platz. Eine koreanische Coverband spielt soliden Rock, aber Stimmung will sich auf dem fast leeren Platz einfach nicht einstellen.

Menschen fehlen auch an so manchen Wettkampforten. Obwohl das OK den Ticketverkauf vorgestern mit 85% bezifferte (22% Ausländeranteil), sind viele Stadien schlecht gefüllt. Zum einen fehlen die grossen Ausländergruppen. Die Holländer, die in Vancouver und Sotschi zu Tausenden anreisten und die Eisschnelllaufhalle orange färbten, sind diesmal nur mit rund 200 Landsleuten vertreten. Offenbar gibt es zudem viele, die zwar ein Ticket haben, sich aber wegen der schneidenden Kälte vom ­Livebesuch abhalten liessen.

Auch die bissige Kälte vertreibt die Zuschauer

Die Biathleten, die ihre Weltcuprennen vor Zehntausenden von Zuschauern zelebrieren, wunderten sich, in welch intimer Atmosphäre ihre ersten Wettkämpfe statt fanden. Und bei der alpinen Kombination der Männer waren Betreuer und Angehörige beinahe unter sich. Mancherorts war es für die TV-Regie die grösste Herausforderung, genügend jubelnde Fans ins Bild rücken zu können. Erklärbar ist hingegen, dass beim ersten Skispringen bei der Siegerzeremonie von Andreas Wellinger vielleicht noch 100 Leute anwesend waren: Die Zuschauer wurden nach und nach von der bissigen Kälte vertrieben und sahen den schlotternden Ammann nicht mehr live. Einen wohltuenden Kontrast bot der gestrige Showdown in der Halfpipe im Phoenix Snow Park: Shaun White zog die Massen an, bei erstmals seit Wochen angenehmen Temperaturen.

Noch fehlt es also im ein oder anderen Stadion an Menschen. Umso mehr Technik und Robotik ist anzutreffen, dem koreanische Selbstverständnis entsprechend, in Sachen IT zu den führenden Ländern zu gehören. Für Aufsehen sorgte vor einigen Tagen das erste Roboter-Skirennen der Welt beim House of Switzerland. Acht Teams schickten ihr Metallgestell auf die Piste. Doch kaum eines kam ohne Zwischenfall ins Ziel. Mehrere Roboter mussten von der Piste getragen werden, einer verlor vollends die Orientierung.

An die diversen künstlichen Dienstleistungsroboter in Wettkampfstätten und Pressezentren hat man sich gewöhnt: Die etwas zu klobig geratenen Apparate, die aussehen wie überdimensionierte Luftbefeuchter, projizieren den neusten Wetterbericht auf den Teppichboden oder verteilen Mineralwasser. Doch all diese «Bodensurris» sind nach wie vor auf menschliche Begleitung angewiesen, die mittels Fernsteuerung Zusammenstösse mit den richtigen Menschen verhindern.

Discobeleuchtung in den Bussen

Auch in den Bussen, vom Interieur her eher altmodisch, ist viel Technik eingebaut. Am Bushimmel wimmelt es von Hunderten von farbigen LED-Lämpchen, die sich auch als Discobeleuchtung gut machen würden. In vielen Bussen gehört bei jedem Sitz eine USB-Aufladebuchse zum Standard. Zudem hängen über dem Fahrersitz grosse Bildschirme, die das TV-Programm wiedergeben. Das ist praktisch, wenn man während der langen Busfahrten ein Rennen live verfolgen kann.

Andreas Eisenring

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