Viel Einsatz, zu wenig Tore

Der FC St. Gallen hat sein Trainingslager in Side beendet. Bereits am Sonntag steht der Cup-Achtelfinal auswärts gegen Aarau auf dem Programm. Vor allem bezüglich Effizienz müssten sie «eine Schippe drauflegen», so Trainer Jeff Saibene.

Patricia Loher
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Der FC St. Gallen kämpft um Effizienz: Stürmer Franck Etoundi (links) vergibt im Testspiel gegen RB Leipzig eine gute Chance. (Bild: freshfocus/Andreas Meier)

Der FC St. Gallen kämpft um Effizienz: Stürmer Franck Etoundi (links) vergibt im Testspiel gegen RB Leipzig eine gute Chance. (Bild: freshfocus/Andreas Meier)

FUSSBALL. Gestern abend ist der FC St. Gallen aus der Südtürkei zurückgekehrt. Im Gepäck hatte das Überraschungsteam der ersten Saisonhälfte drei Niederlagen aus vier Testspielen: Ein 1:3 gegen Lugano, ein 1:4 gegen Paderborn, ein 1:1 gegen Bellinzona und ein 0:2 gegen RB Leipzig. «Die Resultate waren ungenügend. Wir müssen eine Schippe drauflegen», sagt Trainer Jeff Saibene. Schon am Sonntag trifft St. Gallen im Cup-Achtelfinal auswärts auf den Challenge-League-Leader Aarau. Eine Woche später beginnt mit dem Heimspiel gegen Thun die zweite Saisonhälfte in der Super League.

Natürlich gilt es, Vorbereitungspartien nicht überzubewerten, zumal ein Trainer immer auch das eine oder andere ausprobiert, die Beine nach anstrengenden Einheiten oft schwer sind und Spielern eine Pause gewährt wird. Trotzdem lassen sich auch Schlüsse ziehen, weil der Gegner meistens unter denselben Voraussetzungen antritt. Ein Fazit ist: St. Gallen fehlte die Effizienz. In insgesamt fünf Testspielen – die Partie vor dem Trainingslager gegen Wacker Innsbruck endete 2:2 – erzielte das Team fünf Tore.

Gute Phasen, grosse Chancen

Saibene sagt, er könne jenen, die monierten, in den Testspielen sei es ähnlich gelaufen wie zuletzt in der Vorrunde, nur wenig entgegnen. «Zu Beginn der Saison war die Effizienz eine unserer Stärken. Sie ist uns ein wenig abhanden gekommen.» St. Gallen erzielte in den ersten neun Spielen der Saison 15 Tore. In den weiteren neun Partien bis zur Winterpause kamen nur noch sieben Treffer dazu. Auch im Trainingslager hat Saibene festgestellt, dass seiner Offensive trotz wechselnder Besetzung im entscheidenden Moment «etwas Kleines» fehlt, um zu Toren zu kommen. «Aber es war nicht alles schlecht in diesen Testspielen. Wir hatten einige gute Phasen und erspielten uns grosse Chancen.»

Saibene sagt, seine Mannschaft sei sich bewusst, «dass sie sich weiterhin jeden Punkt hart erarbeiten muss». Noch wenige Stunden vor dem Rückflug versammelte der Luxemburger seine Spieler zum Training. Mit dem Einsatz sei er während der vergangenen elf Tage sehr zufrieden gewesen, so der Trainer.

Wohl kein weiterer Transfer

In der Südtürkei mit dabei war auch Dzengis Cavusevic. Der Stürmer, der sich im Oktober einen Kreuzbandriss zugezogen hat und nochmals zwei Monate ausfallen wird, bestritt in der Südtürkei ein Aufbautraining. Wahrscheinlich ist, dass St. Gallen keinen Transfer mehr tätigen wird. «Wir halten die Augen offen. Aber unser Kader ist auch so genug stark.» Ihr Ziel sei es, wieder auf das Niveau der Vorrunde zu kommen, so Saibene.

Im letzten Testspiel gegen Leipzig nicht mittun konnten Dejan Janjatovic, Stéphane Besle und Neuzugang Ermir Lenjani. Janjatovic, der unter Hüftproblemen leidet, und Besle, dem der Rücken zu schaffen macht, trainierten auch gestern nicht mit. Lenjani hingegen war nach seinen Problemen mit einem geschwollenen Zeh wieder dabei. Saibene hofft, dass bis Sonntag alle fit werden. Es handle sich um nichts Schwerwiegendes. Nur Besles Rücken werde nach der Rückkehr erneut untersucht.