Viel Arbeit und Geduld gefragt

eishockey. Mit einer Doppelrunde startet der HC Thurgau am Wochenende ins NLB-Abenteuer 2008/09. Vom letztjährigen Kader sind nur drei Spieler übrig. Nach vier vergeblichen Anläufen soll Trainer Erwin Kostner die «Leuen» endlich wieder in die Playoffs führen.

Markus Rutishauser
Drucken
Teilen
In den Traditionsfarben präsentiert sich der neuformierte HC Thurgau mit seinem Trainer Erwin Kostner (vorne) für die Nationalliga-B-Saison 2008/09. (Bild: Mario Gaccioli)

In den Traditionsfarben präsentiert sich der neuformierte HC Thurgau mit seinem Trainer Erwin Kostner (vorne) für die Nationalliga-B-Saison 2008/09. (Bild: Mario Gaccioli)

Nach der Ablösung von «Alleinherrscher» Felix Burgener und dem Kauf der NLB-Lizenz des HC Thurgau durch die neue Besitzerin «Thurgauer Eishockey AG» nahm das Flaggschiff des Thurgauer Teamsports nur langsam Fahrt auf. Auch die Rekrutierung neuer Spieler war eine zähe Angelegenheit, zumal der neue Sportchef Mario Brühwiler nur auf drei Bisherige bauen konnte: Einzig Keeper Andreas Schoop sowie die beiden Stürmer Nino Fehr und Gian-Carlo Hendry blieben dem HCT treu. Gleich 23 neue Spieler wurden in den letzten fünf Monaten verpflichtet. Vom NLA-Partnerteam Kloten Flyers stiessen dabei wie vereinbart fünf Talente zu den Thurgauern. Diese können bei Bedarf (Ausfälle im NLA-Kader) aber jederzeit an den Schluefweg zurückbeordert werden.

Junge führen

Die neue HCT-Führung hat versucht, einen konkurrenzfähigen Mix aus jungen und routinierten Spielern zu finden. Der italienische Internationale Armin Helfer (28) sowie die Rückkehrer Roland Kradolfer (34) und Ralph Ott (38) sollen der Defensive Stabilität verleihen und die vielen Jungen (alle erst zwischen 18 und 20 Jahren alt) führen.

Stark besetzt ist der HCT auf der Torhüterposition. Der 24jährige Michael Flückiger hat bei den SCL Tigers bereits NLA-Erfahrung gesammelt und will sich mit guten Leistungen bei den Ostschweizern wieder für die höchste Spielklasse empfehlen. Flückiger ist laut Trainer vorerst als Stammtorhüter gesetzt und Andreas Schoop die (starke) Nummer 2.

Offensiv ist den Thurgauern mit der Verpflichtung des Kanadiers Greg Hogeboom ein vielversprechender Coup gelungen. Der NHL-Draft der Los Angeles Kings (2002, Runde 5, Nr. 152) hat zuletzt bei Visp seine Skorerqualitäten gezeigt. Trainer Erwin Kostner stuft die bisherigen Leistungen des Kanadiers mit der Rückennummer 19 allerdings noch zurückhaltend ein: «Er muss noch zulegen und Tore schiessen. Dafür haben wir ihn schliesslich geholt.» Sehr zufrieden ist Kostner, der letzte Saison den Erstligisten Bellinzona trainierte und von Sportchef Mario Brühwiler «als excellenter Techniker» eingestuft wird, hingegen mit seinem Landsmann Armin Helfer (Nummer 62).

Neben dem 26jährigen Hogeboom sind im Kreis der 15 Stürmer nur wenige Routiniers auszumachen. Gian-Carlo Hendry (27) und Rolf Schrepfer sind die einzigen. Der 35jährige Thurgauer freut sich extrem auf die neue Saison mit dem HC Thurgau: «Ich erinnere mich immer noch sehr gerne an die <guten alten Zeiten> in Weinfelden zurück. Und für mich war schon immer klar, dass ich nochmals das Leuen-Dress tragen möchte. Deshalb habe ich keine Sekunde gezögert, das Angebot des HCT anzunehmen.»

Geduld nötig

Schrepfer ist sich bewusst, dass das neuformierte Team noch einige Zeit braucht, bis es auch auf dem Eis als Einheit funktioniert. Bis man so weit sei, brauche es vor allem viel Arbeit, aber auch die Geduld der Fans. «Dass einer solch jungen Mannschaft noch die Konstanz fehlt, ist ganz normal,» bestätigt auch Ralph Ott. In einer ersten Phase gehe es erst einmal darum, dem Team ein Grundkonzept einzuimpfen. «Bis ein System dann sogar auf intuitiver Basis funktioniert, braucht es gut zwei Jahre,» erinnert sich Ott an seine Davoser Zeiten zurück.

«Wir wollen sechs Punkte»

Ein guter Start in die neue Saison wäre gerade für diese junge, noch nicht gefestigte Mannschaft wichtig. «Wir wollen in den ersten beiden Spielen sechs Punkte holen,» setzt der Sportchef die Latte gleich hoch an. Die Gegner heissen Olten (Freitag/a) und Visp im ersten Heimspiel am Samstag.

Verletzt sind beim HCT Stephan Flückiger (sicher bis Ende Jahr) und Thomas Dommen.

Aktuelle Nachrichten