Videobeweis jetzt auch im Schwingen

Im Fussball wird darüber diskutiert. Im Eishockey und im American Football wird er erfolgreich angewandt: der Videobeweis. Strittige Situationen werden ohne Diskussionen aufgeklärt. Noch wird in den Chefetagen von Fifa und Uefa über die Einführung debattiert; die Entscheidung steht aus.

Christof Krapf
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Im Fussball wird darüber diskutiert. Im Eishockey und im American Football wird er erfolgreich angewandt: der Videobeweis. Strittige Situationen werden ohne Diskussionen aufgeklärt. Noch wird in den Chefetagen von Fifa und Uefa über die Einführung debattiert; die Entscheidung steht aus. Schweizer Fussballtrainer sind skeptisch. Die meisten möchten – wie St. Gallens Jeff Saibene – nur die Torlinientechnologie einführen. Für einen Videobeweis auch bei Fouls und Offside sprach sich nur Uli Forte aus – er sieht seine Young Boys wohl öfter benachteiligt von den Unparteiischen.

Eine strittige Situation ereignete sich auch am Toggenburger Verbands-Schwingfest. Arnold Forrer musste den Sägemehlring am vergangenen Sonntag auf eigenen Füssen verlassen. Nicht der Schwingerkönig, sondern Unspunnensieger Daniel Bösch wurde nach dem Schlussgang auf den Schultern seiner Clubkollegen vom Schwingplatz getragen. Die Geister scheiden sich darüber, ob nicht Forrer hätte gefeiert werden müssen. Denn er war es, der zum Schlungg ansetzte – dabei wird der Gegner im Rückwärtsfallen ins Sägemehl geworfen. Der Kampfrichter entschied aber, dass Forrers Schultern den Boden zuerst berührt hatten – Bösch siegte. «Daniel hat stark geschwungen, den Kampf aber nie und nimmer gewonnen», sagte Forrer zu Recht. Reklamiert hat er nicht – wie es sich für einen Schwinger gehört. Der «Blick» witterte eine Verschwörung, denn der Kampfrichter ist ein Clubkollege von Bösch. Mit Videobeweis wäre das nicht passiert. Und Nöldi hätte den Ring nicht zu Fuss verlassen müssen.

christof.krapf@tagblatt.ch

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