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Sebastian Vettel crasht – Louis Hamilton profitiert

Lewis Hamilton gewinnt sensationell den Grand Prix von Deutschland. Der Mercedes-Fahrer, der nach seinem Pech im Qualifying nur von 14. Position aus gestartet war, feiert in Hockenheim seinen 66. Triumph.
Marco Heibel (SID), Hockenheim
Das Unheil in der 52. Runde: Ferrari-Pilot Sebastian Vettel scheidet in Führung liegend aus. (Bild: Charles Coates/Getty (Hockenheim, 22. Juli 2018))

Das Unheil in der 52. Runde: Ferrari-Pilot Sebastian Vettel scheidet in Führung liegend aus. (Bild: Charles Coates/Getty (Hockenheim, 22. Juli 2018))

Totalschaden statt Heim-Party, Tränen statt Triumphzug und ein Sieg des grossen Konkurrenten Lewis Hamilton: Sebastian Vettel, von der Pole-Position aus gestartet, schlug immer wieder auf sein Lenkrad ein, der Ferrari-Star fluchte nach seinem Aus im Regenchaos beim GP von Deutschland wie wild, anschliessend entschuldigte er sich mit erstickter Stimme bei seinem Team: Anstatt des sicher geglaubten Sieges versenkte der viermalige Formel-1-Weltmeister seinen Boliden beim vorläufig letzten Rennen in Hockenheim in der Leitplanke.

Sein Dauerrivale Lewis Hamilton blieb cool und steuerte seinen Mercedes von Startplatz 14 sensationell zum Sieg – und übernahm wieder die Führung in der Fahrer-WM. Kurzzeitig geriet der Sieg des Briten noch einmal in Gefahr: Weil er kurz vor Renn­ende zunächst die Boxengasse angesteuert hatte, aber kurzfristig doch noch auf die Strecke zurückgekehrt war, musste er sich vor den Rennkommissaren erklären. Diese sahen von einer Fünf-Sekunden-Zeitstrafe ab, die Hamilton den Sieg gekostet hätte. «Ich habe lange gebetet vor dem Rennen», sagte Hamilton: «Riesendank an das Team, sie haben einen Riesenjob gemacht.»

Die Entschuldigung von Vettel

«Ich habe es versaut! Ich habe es versaut! Entschuldigung, Jungs», funkte ein untröstlicher Vettel nach seinem Fehler. Dabei hatte er Hockenheim einen Moment lang in die Erfolgsära von Michael Schumacher zurückversetzt: 71000 Zuschauer reckten während der Nationalhymne schwarz-rot-goldene Pappkarten in die Höhe, feierten Vettel mit Rufen und La Ola schon lange vor dem Rennen. Der beste Besuch seit 2005 war ein Fingerzeig, dass die Formel 1 in Deutschland immer noch hoch im Kurs steht.

Vom Start weg lief für Vettel aber noch alles perfekt. Bottas startete von Rang zwei zwar stark, doch Vettel verteidigte seine Führung erfolgreich in die erste Kurve. Hamilton machte von Startplatz 14 schnell einige Plätze gut: Bereits nach vier Runden lag der Brite als Zehnter in den Punkterängen, nach 14 war er Fünfter. Vettel wechselte seinen Reifen nach der 26. von 67 Runden, der Deutsche kam nur knapp vor ­Hamilton, der noch auf seinem ersten Satz unterwegs war, aus der Box – allerdings hinter Kimi Räikkönen, der schon gewechselt hatte. «Es ist albern, wenn ich weiter hinter Kimi bleibe. Ich zerstöre meine Reifen und vergeude Zeit», funkte Vettel an seinen Kommandostand. Der erhöhte ihn und bat Räikkönen, Vettel vorbeizulassen. Mercedes hoffte auf den angekündigten Regen, doch Hamiltons Trockenreifen war nach 43 Runden am Ende. Der Weltmeister kam nach seinem Boxenstopp auf Rang fünf auf die Strecke zurück. Nur zwei Runden später kam der Regen. Alle Boliden rutschten, ein wildes Rennen entwickelte sich – mit Vettel als grossem Verlierer im Regenroulette.

Sauber-Team punktet erneut

Zum siebten Mal in dieser Saison gab es WM-Punkte für Alfa Romeo Sauber-Ferrari. Der Schwede Marcus Ericsson wurde Neunter. Für Charles Leclerc, der als Neunter gestartet war, schaute nur Rang 15 heraus. Leclerc, der schon fünfmal gepunktet hat und als Neunter zum dritten Mal aus den Top Ten ein Rennen in Angriff nahm, setzte bei einsetzendem Regen auf die Karte «alles oder nichts». Der 20-Jährige holte sich nach 45 Runden, als es auf einem Viertel der Strecke zu regnen begonnen hatte, Intermediate-Reifen ab. Doch der Regen wurde nicht stärker, und Leclerc wechselte drei Runden später wieder auf Ultrasoft-Reifen. Besser lief es für Ericsson. Der 27-jährige Schwede wurde wie schon im zweiten Saisonrennen in Bahrain Neunter. Mit nur einem Boxenstopp profitierte er gegen Ende des Rennens von den vielen Stopps und Drehern anderer Fahrer. Und auch davon, dass Carlos Sainz im Renault während der von Vettel ausgelösten Safety-Car-Phase überholt hatte, eine 10-Sekunden-Strafe kassierte und dadurch nur Zwölfter wurde. Ambitioniertes Ziel für 2019 In der Teamwertung hat Sauber aber nur einen Zähler auf Toro Rosso-Honda gutgemacht (18:20), da auch Brendon Hartley (10.) einer der Profiteure war. Doch geht es nach Pascal Picci, dem Chef der Investorengruppe, soll es mit dem Hinwiler Rennstall nächste Saison noch weiter aufwärtsgehen. In Hockenheim sagte er, dass Team-Rang 4 das Ziel für 2019 sei. Diesen Rang gab es erst einmal im Jahr 2001. Doch Träume sind beim mit 453 GP-Starts viertältesten Rennstall nach Ferrari (963), McLaren (837) und Williams (blieb in seinem 700. GP einmal mehr punktelos) erlaubt. (sda)

Hockenheim (GER). 67 Runden à 4,574 km/306,458 km: 1. Hamilton (GBR), Mercedes, 1:32:29,845 (198,789 km/h). 2. Bottas (FIN), Mercedes, 4,535 Sekunden zurück. 3. Räikkönen (FIN), Ferrari, 6,732. 4. Verstappen (NED), Red Bull-Renault, 7,654. 5. Hülkenberg (GER), Renault, 26,609. 6. Grosjean (FRA/SUI), Haas-Ferrari, 28,871. 7. Perez (MEX), Force India-Mercedes, 30,556. 8. Ocon (FRA), Force India-Mercedes, 31,750. 9. Ericsson (SWE), Alfa Romeo Sauber-Ferrari, 32,362. 10. Hartley (NZL), Toro Rosso-Honda, 34,197. 11. Magnussen (DEN), Haas-Ferrari, 34,919. 12. Sainz (ESP), Renault, 43,069. 13. Vandoorne (BEL), McLaren-Renault, 46,617. 14. eine Runde zurück: Gasly (FRA), Toro Rosso-Honda. 15. Leclerc (MON), Alfa Romeo Sauber-Ferrari. 16. zwei Runden zurück: Alonso (ESP), McLaren-­Renault. – Ausfälle: Ricciardo (AUS), Red Bull-Renault (26. Runde): Leistungsabfall. Vettel (GER), Ferrari (52.): Unfall. Sirotkin (RUS), Williams-Mercedes (53.). Stroll (CAN), Williams-Mercedes (54.).

WM-Stand (11/21). Fahrer: 1. Hamilton 188. 2. Vettel 171. 3. Räikkönen 131. 4. Bottas 122. 5. Ricciardo 106. 6. Verstappen 105. 7. Hülkenberg 52. 8. Alonso 40. 9. Magnussen 39. 10. Perez 30. 11. Ocon 29. 12. Sainz 28. 13. Grosjean 20. 14. Gasly 18. 15. Leclerc 13. 16. Vandoorne 8. 17. Ericsson 5. 18. Stroll 4. 19. Hartley 2. – Teams: 1. Mercedes 310. 2. Ferrari 302. 3. Red Bull-Renault 211. 4. Renault 80. 5. Force India-Mercedes 59. 6. Haas-Ferrari 59. 7. McLaren-Renault 48. 8. Toro Rosso-Honda 20. 9. Alfa Romeo Sauber-Ferrari 18. 10. Williams-Mercedes 4.

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