Verrückt nach Handball

Teammanager und Assistenztrainer Urs Schärer bringt St. Otmar die Erfahrung von 177 Länderspielen. Der 45-Jährige verrät, was ihn zum Engagement in St. Gallen motiviert und warum er eine Lizenz als Spieler gelöst hat.

Christof Krapf
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Urs Schärer hat sich gut eingelebt in St. Gallen. Der neue Sportchef und Assistenztrainer könnte notfalls auch als Spieler für St. Otmar auflaufen. (Bild: Ralph Ribi)

Urs Schärer hat sich gut eingelebt in St. Gallen. Der neue Sportchef und Assistenztrainer könnte notfalls auch als Spieler für St. Otmar auflaufen. (Bild: Ralph Ribi)

HANDBALL. Die Kombination hat schon einmal funktioniert. 2008 stieg Fortitudo Gossau in die NLA auf. Cheftrainer war damals Predrag Borkovic, Urs Schärer war sein Regisseur und Schlüsselspieler. Nun ist das Duo beim Ligakonkurrenten St. Otmar wieder vereint. Borkovic in der Rolle des Trainers; Schärer ist Teammanager und Assistent.

Mit Schärer hat St. Otmar viel Erfahrung gewonnen: 177 Länderspiele hat der heute 45-Jährige absolviert, hat an den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta sowie an mehreren EM und WM teilgenommen. Nach seiner Karriere amtete er bei Kadetten Schaffhausen als Assistent, übernahm in der Saison 2012/13 den Posten des Cheftrainers und coachte die Mannschaft in der Champions League. Der Handball hat Schärer nie losgelassen. Seine Begeisterung für die Sportart spürte man in der Saison 2008/09, als er als 39-Jähriger mit Fortitudo in der NLA noch einmal die Knochen hingehalten hat und drittbester Torschütze der Liga wurde. «Der Handball hat mich zu dem gemacht, was ich heute bin. Diese Sportart fasziniert mich immer noch», sagt St. Otmars Assistenztrainer.

Schärers ideale Mischung

Schärers Engagement in St. Gallen hat sich mit dem Wechsel des Cheftrainers von Jan Filip zu Borkovic ergeben. St. Otmar wollte den gebürtigen Berner zunächst als Teammanager verpflichten – er sollte Sportchef Dominique Gmür entlasten. In Gesprächen mit Borkovic hat sich aber ergeben, dass sich der Cheftrainer an den Spielen und im Training Unterstützung wünscht. «Für mich ist dies eine ideale Mischung. Ich sehe in die Mannschaft hinein und spüre als Teammanager auch die Seite des Vereins.» Was Schärer bisher bei St. Otmar gesehen und gespürt hat, überzeugt ihn. «Die Grundstimmung ist positiv und man merkt, dass die Mannschaft vorwärts kommen will.»

In der Vorbereitung mittrainiert

Den positive «Groove», wie es Schärer ausdrückt, hat er im Training mit der Mannschaft bemerkt. Einen grossen Teil der Vorbereitung hat er selbst mitgemacht – eine Lizenz hat der frühere Rückraumspieler bereits gelöst. «Es ist jedoch nicht mein Ziel, als Spieler aufzutreten», sagt Schärer. Vielmehr will St. Otmar für Personalengpässe gewappnet sein. «Wenn sich eine Situation ergeben sollte, in der ich das Team auf dem Feld unterstützen kann, werde ich helfen», sagt Schärer.

Auf dem Feld fühlt er sich nach wie vor zu Hause – auch mit 45 Jahren. Als Spieler war er einer, der im Training immer alles gab. Der auch einmal laut wurde, wenn ein Teamkollege ungeliebte Sprintübungen nicht bis zum Schluss durchzog. «Ich war schon immer sehr fordernd», sagt Schärer. Dennoch sieht er seine Rolle in der Mannschaft nicht als jene des Aggressivleaders. «Predrag ist auf der Bank schon genug emotional. Ich werde wohl eher den ruhigeren Part übernehmen», sagt Schärer lachend. Mit dem Vorjahresfinalisten St. Otmar will er in dieser Saison erneut ins Playoff – vom Meistertitel spricht er dennoch nicht. Schärer sagt aber: «Schaffen wir die Playoff-Qualifikation, wollen wir nicht einfach mitspielen.»