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VERLETZUNGSPECH: Die unvollendete Nummer eins

Die Durststrecke Rafael Nadals hält an. Der Spanier muss wegen starker Knieschmerzen die ATP-Finals aufgeben. Der Weltranglistenerste konnte den Saisonfinal noch nie gewinnen.
Marcel Hauck (sda)
Ein enttäuschter Rafael Nadal verabschiedet sich vom Londoner Publikum. (Bild: Kirsty Wigglesworth/AP)

Ein enttäuschter Rafael Nadal verabschiedet sich vom Londoner Publikum. (Bild: Kirsty Wigglesworth/AP)

Marcel Hauck (SDA)

Keiner war überrascht, als Rafael Nadal kurz vor Mitternacht mitteilte: «Ich bin weg. Meine Saison ist zu Ende.» Er tat dies nach einem untypisch fehlerhaften Auftritt gegen David Goffin. Der Belgier besiegte Nadal in drei Sätzen mit 7:6 (7:5), 6:7 (4:7), 6:4. Der Spanier stellte fest, dass er das Turnier in dieser Verfassung nicht gewinnen kann. Spätestens im dritten Satz wurde offensichtlich, dass Nadal unter grossen Schmerzen litt. Obwohl er anschliessend versicherte, er hätte selbst im Fall eines Sieges auf die kommenden beiden Gruppenspiele verzichtet, hatte er im zweiten Satz noch vier Matchbälle abgewehrt. «Es war ein Wunder, dass es überhaupt so eng war», sagte Nadal resigniert. «Aber es machte keinen Spass. Und ich habe es nicht verdient, noch zweimal mit einem so schrecklichen Gefühl auf den Platz zu gehen.»

Der Iberer, der mit 31 Jahren als ältester Spieler der Geschichte ein Jahr als Nummer eins beenden wird, wusste, dass die Voraussetzungen nicht rosig waren. Er hatte wegen Problemen im rechten Knie bereits die Swiss Indoors ausgelassen und vor dem Viertelfinal in Paris-Bercy Forfait erklärt. In der Nachbetrachtung war es wohl ein Fehler, in der französischen Hauptstadt anzutreten. Nur so konnte sich Nadal aber den ersten Rang sichern.

Erfahrung mit Verletzungen

Nun sind – wieder einmal – Pflege und Regeneration angesagt. «Ich bin wohl der Spieler mit den meisten Verletzungen», stellte der Mallorquiner fest. «Das Gute ist: Diese Verletzung ist nichts Neues. Wir alle, ich und mein ganzes Team, haben Erfahrung damit.» Sie wüssten, was es brauche, um für die kommende Saison wieder bereit zu sein. «Ob es dann auch funktioniert, werden wir sehen.»

Roger Federer hatte am Sonntag noch gesagt, Nadal habe dieses Jahr mehr Benzin im Tank gehabt, mehr spielen können und deshalb die Nummer eins verdient. Es reichte dem Spanier aber einmal mehr nicht bis ganz zum Schluss. So bleibt ihm der Gewinn der ATP-Finals weiterhin verwehrt. Es ist der einzige grosse Titel, der in Nadals Palmarès noch fehlt. Federer hingegen siegte am Saisonfinale bereits sechsmal, zuletzt im Jahr 2011.

Anders als Nadal verzichtete Federer nach dem Triumph an den Swiss Indoors in Basel auf die Teilnahme in Paris. Hätte er dort zwei Partien gewonnen, hätte er in London die Chance auf den ersten Platz der Weltrangliste. Stattdessen scheint Federer an den ATP-Finals nun der frischeste aller Spieler zu sein. Gewinnt der Basler das Turnier, so liegt er für das neue Jahr nur 140 Punkte hinter seinem Erzrivalen.

Starke Saison als Trostpflaster

Natürlich sei er enttäuscht, sagte Nadal. «Aber ich werde jetzt nicht weinen. Ich hatte eine grossartige Saison.» Dem Iberer gelang ein ähnlich grandioses Comeback wie Federer, nachdem er die vorhergehende Saison wegen einer Handgelenkverletzung vorzeitig abgebrochen hatte. Nadal gewann die US Open, die Masters-1000-Turniere in Monte Carlo und Madrid sowie zum zehnten Mal die French Open. Dass nun die Krönung fehlt, wird er verschmerzen können. Wichtiger ist für ihn, dass er im Januar in Australien wieder fit ist. Sonst könnte die Nummer eins sehr schnell wieder weg sein.

Nadal wird in der Gruppe «Pete Sampras» nun von seinem Landsmann Pablo Carreño Busta ersetzt. Der Weltranglistenzehnte und diesjährige US-Open-Halbfinalist bestreitet, sofern er nicht weiterkommt, noch die zwei Gruppenspiele gegen den Österreicher Dominic Thiem und den Bulgaren Grigor Dimitrov. Er übernimmt null Punkte und die 1:2-Satzbilanz von Nadal.

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