VERHANDLUNGEN: Türkische Nachwehen beim FC Wil

Auch wenn der von den türkischen Investoren verursachte Sturm über Wil mittlerweile abgezogen ist, haben sich noch nicht alle Wolken am Himmel aufgelöst. Im Fall Rémi Gomis, der keinen tiefer dotierten Vertrag unterschreiben wollte, gibt es Neuigkeiten.

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Rémi Gomis, wollte keinen tiefer dotierten Vertrag in Wil unterzeichnen. (Bild: Steffen Schmidt/freshfocus (freshfocus))

Rémi Gomis, wollte keinen tiefer dotierten Vertrag in Wil unterzeichnen. (Bild: Steffen Schmidt/freshfocus (freshfocus))

Der FC Wil kehrt zu seinen Wurzeln zurück. Trainer Konrad Fünfstück lässt keine Gelegenheit aus, um Bodenständigkeit und Bescheidenheit zu demonstrieren. Zudem werden diverse junge Akteure verpflichtet. Gestern wurde publik, dass mit Kenzo Schällibaum, Fuad Rahimi, Valentino Pugliese und Sanijel Kucani vier 18- bis 21-jährige Spieler unter Vertrag genommen wurden.

Es ist allerdings erst gut vier Monate her, seit der Verein vor dem Kollaps stand. Alle Probleme sind noch nicht vom Tisch. Konkret geht es um drei Spieler, welche im Gegensatz zu den anderen knapp 70 Mitarbeitern des Clubs nach dem sofortigen Ausstieg der türkischen Investoren keinen tiefer dotierten Kontrakt unterschrieben haben.

«Es gibt keinen gültigen Vertrag mit Gomis»

Für viel Wirbel war der ehemalige Ligue-1-Spieler Rémi Gomis verantwortlich, der dem Vernehmen nach ein Salär von rund 40000 Franken bezog – pro Monat. Trotz intensiver Gespräche konnten sich die Parteien nicht auf einen neuen, weniger gut dotierten Vertrag einigen. Seit Wochen ist es ruhig um Gomis. Das liegt auch daran, dass er sich verletzte und einen grossen Teil der Rückrunde verpasste. Der Vertrag, den er im vergangenen August unterschrieben hat, trägt den 30. Juni 2018 als Enddatum. Muss der FC Wil bis dahin den hohen Lohn bezahlen, verschlingt das einen ansehnlichen Teil des 2,5-Millionen-Budgets. «Der Fall liegt bei der Schlichtungskommission der Swiss Football League. Voraussichtlich wird in naher Zukunft eine Verhandlung einberufen. Bis zu diesem Zeitpunkt können keine weiteren Angaben gemacht werden», sagt Philippe Guggisberg, Sprecher der Liga. Derweil wartet der FC Wil mit Neuigkeiten auf. Mediensprecher Dani Wyler sagt: «Aktuell gibt es keinen gültigen Vertrag zwischen dem FC Wil und Spieler Gomis.» Auch auf Nachfrage will Wyler keine weiteren Details nennen. Somit kann nur spekuliert werden. Mögliche Szenarien sind: Die Parteien haben sich geeinigt, oder der FC Wil löste den Vertrag auf und beobachtet nun, was passiert. «Sollte die Schlichtung nicht zustande kommen, stünde den Parteien der Gang vor ordentliche Gerichte oder den internationalen Sportgerichtshof TAS offen», sagt Guggisberg.

Bukovski zu Oldenburg, Audinos Zukunft offen

Auch Goalie Hrvoje Bukovski und Offensivspieler Ivan Audino könnten teuer werden. Sie haben unter türkischer Ägide hochdotierte und mehrjährige Verträge unterschrieben, wurden für die vergangene Saison ausgeliehen und kehrten diesen Sommer nach Wil zurück – mit weiterlaufenden Verträgen.

Der Fall Bukovski hat sich, zumindest vorübergehend, für Wil erledigt. Er wechselt leihweise für ein Jahr zu Oldenburg in die 3. Bundesliga. «Für Audino wird eine Lösung gesucht, um ihn auszuleihen oder definitiv abzugeben», sagt Wyler.

Simon Dudle