Verdienter Sieg gegen den Leader

St. Otmar liefert im Heimspiel gegen Meister Kadetten Schaffhausen die beste Saisonleistung ab und gewinnt 26:24. Dank einer starken Verteidigung siegen die St. Galler verdient. Schaffhausen verliert zum erstenmal in dieser NLA-Saison.

Daniel Good
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Marcel Engels ist beim Heimerfolg einer der Aktivposten. (Bild: Benjamin Manser)

Marcel Engels ist beim Heimerfolg einer der Aktivposten. (Bild: Benjamin Manser)

HANDBALL. St. Otmars Trainer Predrag Borkovic war euphorisiert: «Wir sind die einzige Schweizer Mannschaft, die Schaffhausen besiegen kann. Unsere Abwehr war extrem stark, so gut wie noch nie. Unser Wille und der Kampfgeist waren ausserordentlich.» Sein Team hatte das Heimspiel gegen die Kadetten aus Schaffhausen verdient 26:24 gewonnen. Zur Pause hatten die St. Galler gegen den Meister sogar 14:9 geführt. Nach dem Seitenwechsel nahmen die Schaffhauser den besten St. Galler Tomas Babak aber in eine Manndeckung, auf die St. Otmar zunächst nicht adäquat zu reagieren wusste.

Im Rückstand befanden sich die St. Galler während der ganzen Partie nie. In der Schlussphase wurde es freilich nochmals spannend, nachdem St. Otmars Vorsprung sechs Minuten vor dem Ende der Partie vier Tore betragen hatte. Jost Brücker, der sonst mit einer nahezu tadellosen Leistung aufwartete, verpasste in der 54. Minute aus einer aussichtsreichen Position das 25:21. In der Folge wurden zwei St. Galler Spieler mit Zweiminutenstrafen vorübergehend des Feldes verwiesen, worauf Schaffhausen auf 23:24 und 24:25 verkürzen konnte. Brücker erzielte schliesslich Sekunden vor dem Abpfiff das 26:24. Damit glückte St. Otmar zugleich die Revanche für den in der vergangenen Saison verlorenen Playoff-Final gegen die Kadetten. Babak mit acht und Brücker mit sieben Treffern waren einmal mehr die erfolgreichsten Torschützen St. Otmars.

Nun auf Tabellenplatz zwei

Schaffhausen verlor zum erstenmal in dieser Saison ein Meisterschaftsspiel nach sieben Erfolgen zum Auftakt der NLA. Das zu Hause unbesiegte St. Otmar rückte in der Tabelle auf Platz zwei vor, hat allerdings mehr Partien bestritten als die Konkurrenz. Weil Schaffhausen in der Champions League unter den Erwartungen abschneidet, befindet sich der Kadetten-Trainer Markus Baur in einer ungemütlichen Situation. In der St. Galler Kreuzbleiche hielt sich gestern auch der frühere Schweizer Nationalcoach Goran Perkovac auf, der in der Pause mehr im Ernst als zum Spass sagte: «Ich warte darauf, dass ich in Schaffhausen Trainer werden kann.»

WM-Verzicht wegen St. Otmar

Einer der Schützlinge Baurs ist St. Otmars Akteur Marcel Engels, der in der deutschen U20-Auswahl zu den Stammspielern gehörte. Die von Baur trainierte deutsche Nachwuchsequipe holte im Sommer in Brasilien WM-Bronze – aber ohne Engels, der sich im Playoff-Halbfinal gegen Pfadi Winterthur am Ellbogen verletzt hatte und freiwillig auf die Reise nach Südamerika verzichtete. «Ich wollte die Verletzung am Wurfarm in Ruhe auskurieren, damit ich St. Otmar in dieser Saison zu hundert Prozent zur Verfügung stehe», sagte Engels. Der frühere Weltmeisterspieler Baur wollte Engels sogar extra für den Halbfinal einfliegen, Engels sagte aber erneut ab. Auch der defensiv starke Deutsche gehörte gestern zu den Aktivposten.