Vaduz etabliert sich langsam aber sicher

Mit einem Budget von 6,5 Millionen Franken und einer Blutauffrischung strebt der FC Vaduz den Verbleib in der Super League an. «Wir sind noch nicht auf dem Niveau des Frühjahrs. Am Ende muss einfach ein Club hinter uns sein», sagt Trainer Giorgio Contini.

Christian Brägger/Vaduz
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Vaduz-Coach Giorgio Contini. (Bild: Mareycke Frehner)

Vaduz-Coach Giorgio Contini. (Bild: Mareycke Frehner)

FUSSBALL. Es gibt sie noch, die Leute, die Vaduz nicht gern in der Super League sehen. Auch im dritten Jahr nach dem Wiederaufstieg nicht. Falls das Team von Trainer Giorgio Contini den Ligaerhalt erneut schafft, könnte man sich dazu hinreissen lassen, den 44fachen liechtensteinischen Cupsieger zum Inventar der höchsten Schweizer Spielklasse zu zählen. Aber das ist Zukunftsmusik. Etwa 4000 Zuschauer besuchten in der vergangenen Saison jeweils die Heimspiele. «Das ist kein schlechter Wert. Und sportlich haben wir uns Respekt erarbeitet», bilanziert Geschäftsführer Patrick Burgmeier. Für die neue Saison sieht er den Vorverkauf im Soll, bisher wurden 1400 Saisonkarten abgesetzt. Fortan soll an den Heimspielen ein neuer Fansong intoniert werden, neu ist auch, dass es nach dem Abstieg des FC Zürich nur noch drei Hochrisikospiele gibt – dafür kommen nun gegen Lausanne zwei Heimpartien mit minimalem Sicherheitsaufwand dazu.

Zuzüge ablösefrei

Nicht neu ist das Budget, es bleibt mit 6,5 Millionen Franken gleich wie im Vorjahr. Dennoch war eine Blutauffrischung des Kaders möglich, weil Vaduz für Zuzüge wie den früheren St. Galler Marco Mathys oder den Thuner Gonzalo Zarate keine Ablöse bezahlen musste. «Es war wichtig, das Personal zu optimieren. Ein Team muss sich von Zeit zu Zeit erneuern, es braucht neue Gesichter in der Kabine. Die Gefahr der Abnützung ist sonst da», sagt Contini, der seit November 2012 in Vaduz arbeitet.

Aktuell greifen noch nicht alle Rädchen, wie sie sollten, zuletzt setzte es auswärts in der zweiten Runde der Europa-League-Qualifikation eine 0:3-Niederlage gegen ein starkes Midtjylland ab. Contini mahnt zu Geduld und noch mehr zur Weitsicht. «Die Leute sagen nach dem Abstieg Zürichs und dem Aufstieg Lausannes, Vaduz könne sich weiter vorne einordnen. Da stehe ich sofort mit beiden Füssen auf die Bremse, ziehe Handbremse und Notbremse. Wir dürfen den Realitätssinn nicht verlieren, es wird nicht einfacher.» Die Meisterschaft werde ohnehin in den Schlussrunden entschieden und nicht schon am Sonntag gegen Thun. «Wir sind zwar noch nicht auf dem Niveau des Frühlings, doch haben wir Zeit. Am Ende müssen wir auf der Höhe sein und dann einfach einen Club hinter uns lassen.»

Siegesgewiss gegen St. Gallen

Nach sechs Runden wollen die Verantwortlichen eine erste Bilanz ziehen und analysieren, ob die Spur richtig ist. Dannzumal werden die Liechtensteiner auch gegen den FC St. Gallen gespielt haben, den Lieblingsgegner. «In der Vorsaison kam der erste Saisonsieg mit der siebten Partie gegen den Nachbarn. Diesmal treffen wir im vierten Saisonspiel auf ihn. Man rechne selbst», sagt Contini bestimmt. Er lächelt. Ja, es wird Leute geben, die sich an den Gedanken gewöhnen müssen, dass Vaduz in der Super League bleibt. Auch wenn das Zukunftsmusik ist.