URTEIL: Härtetest schon gegen St. Gallen

Christian Constantin wird nach der Attacke gegen TV-Experte Rolf Fringer für 14 Monate gesperrt. Am Sonntag spielt der FC Sion daheim gegen St. Gallen.

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14 Monate Sperre gegen einen Clubpräsidenten, dies bedeutet: kein Zutritt zum Spielfeld, zur Garderobe, zur Mixedzone, zur Coachingzone; nicht einmal Zutritt zu den Tribünen oder den Stehplätzen wird dem Verurteilten gewährt. Christian Constantin ist von der Disziplinarkommission (DK) der Swiss Football League (SFL) mit einem Stadionverbot belegt worden. Dieses gilt für Spiele der Super League, der Challenge League, des Schweizer Cups sowie der A-Nationalmannschaft der Männer.

Ob der Entscheid der DK in der Praxis umgesetzt wird, wird sich schon am Sonntag ein erstes Mal zeigen, wenn Constantins FC Sion den FC St. Gallen empfängt. Hausverbot für den Mieter? «Weshalb sollte ich nicht zum Spiel gehen. Wenn man mir verbietet, in meiner Wohnung zu schlafen, gehe ich trotzdem nach Hause», zitierte «Le Matin» den Walliser kurz nach dem Urteil. Und überhaupt: «Sie wollen Krieg, sie werden Krieg bekommen.» Später wollte Con­stantin gegenüber der Zeitung aus Lausanne keine Aussagen gemacht haben und verwies auf seinen Auftritt vom kommenden Sonntagabend im Westschweizer Fernsehen.

Es ist davon auszugehen, dass Constantin innert fünf Tagen Rekurs einreichen und dann als erstes vor einem Bezirksgericht einfordern wird, dass sein Rekurs aufschiebende Wirkung hat. Diese will die DK nicht gewähren, «weil die Disziplinarkommission eine Abwägung der Interessen vorgenommen hat. Sie hat das private Interesse von Constantin, beim Spiel dabei zu sein, demjenigen des Fussballs und der von den Statuten vorgesehenen Zwecke und Werte gegenübergestellt und kam zum Schluss, die aufschiebende Wirkung nicht zu gewähren», so Daniele Moro, der Präsident der DK. Er sagte auch: «So einen Fall hatten wir noch nie zu beurteilen.»

Vor einem langwierigen Rechtsstreit

Ein allfälliges Urteil des SFL-Rekursgerichtes kann Constantin vor den Sportgerichtshof in Lausanne weiterziehen und danach zivile Gerichte anrufen. Wie weit Constantin gehen kann, lässt sich am Fall aus dem Jahr 2011 ableiten, als er bis vor Bundesgericht ging, um trotz Transferverbot von Seiten der Fifa die Lizenzierung von neuen Spielern und in letzter Konsequenz die Teilnahme an der Europa League zu erstreiten. Diesen Kampf hat Constantin damals verloren. (sda)