FC Basel

Urs Fischer: «Der FC Zürich muss doch oben bleiben!»

Am Montag spielt der FC Basel gegen den FC Luzern (ab 16 Uhr im Liveticker). Doch aktuell interessiert das Exil des FCB und die Lage von Urs Fischers Ex-Verein, dem FC Zürich, viel mehr. Denn sie geht Fischer nahe.

Céline Feller
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Urs Fischer hofft für seinen Ex-Verein, den FC Zürich, dass er den Klassenerhalt schafft.

Urs Fischer hofft für seinen Ex-Verein, den FC Zürich, dass er den Klassenerhalt schafft.

Keystone

Wirklich erfreut ist Urs Fischer nicht, als er auf den 13. Mai 2006 angesprochen wird. Dennoch gibt der heutige Trainer des FC Basel Auskunft über jenen geschichtsträchtigen Tag. «Ich bin an diesem Tag zu Hause gewesen und habe den Match dort geschaut. In der 92. Minute bin ich dann weg gelaufen, weil ich dachte, dass das eh gegessen ist.» Nur weil er gehört hatte, wie der Reporter die Stimmlage verändert hatte, habe er noch einmal zurück geschaut. «Und dann habe ich gesehen, wie der ‹Böllä› rein ging.»

Länger will Fischer aber nicht darüber reden. «Das ist die Vergangenheit, und ich bin ein Mensch, der nach vorne schaut.» Doch auch über die Zukunft des FC Zürich gibt es ja aktuell genug zu reden. Fischers Ex-Verein steckt mitten im Abstiegskampf und in einer riesen Krise. «Es ist mir sicher nicht egal, wenn das passiert.»

Luzern kommt zu früh für Janko und Samuel

Letzte Woche machte Urs Fischer den Fans Hoffnung. «Marc Janko könnte gegen Luzern wieder auflaufen.» Doch am Freitag, drei Tage vor dem Spiel, sieht das wieder anders aus. «Er hat mit Marco Walker trainiert, das ist sehr gut gegangen und die Ärzte haben grünes Licht gegeben.» Janko konnte am Freitag wieder ins Mannschaftstraining einsteigen. Dennoch käme ein Einsatz am Montag wohl zu früh. «Zwei Mannschaftstrainings sind schon etwas wenig. Ich denke, er kehrt auf das YB-Spiel zurück.» Ob das dann wirklich so ist, wird sich zeigen. Denn man wolle, angesichts dessen, dass der Titel schon gesichtert ist und noch eine EM ansteht, nichts riskieren. Die Berner spielen auf Kunstrasen, der bekanntermassen weniger verträglich ist als Naturrasen. Ebenfalls zu früh kommt das Spiel am Montag für Walter Samuel. Er spürt noch immer ein Zwicken in der Wade. Weiter muss Fischer auf Daniel Hoegh (Bänderris), Philipp Degen (Schulterverletzung), Manuel AKanji (Kreuzbandriss), Andraz Sporar (Sehnenriss), Michael Lang, Taulant Xhaka und Behrang Safari (alle Muskelfaserriss).

Aber es sei schliesslich nicht seine Verantwortung und seine ganze Aufmerksamkeit gehöre dem FCB. «Aber der FC Zürich muss doch oben bleiben! Diese Emotionen zwischen Zürich und Basel, die leben! Und dass ich nach wie vor eine Verbundenheit habe, das ist doch gopferdelli normal, ich war 30 Jahre da!» Und gleich danach schob Fischer aber nach, in diesen dreieinhalb Jahren, in denen er nun schon nicht mehr beim FCZ sei, doch eine gewisse Distanz entwickelt zu haben.

Das Leben im Exil

Eine Distanz, die muss der FC Basel aktuell auch zu seinem Stadion wahren. Nach dem Spiel gegen den FC Thun am Dienstag mussten die Spieler ihre Spinde und die Staff-Mitglieder ihre Büros räumen. Der FCB musste das Stadion am Mittwoch der Uefa übergeben und kann seine gewohnten Räumlichkeiten bis nach dem Europa-League-Final vom nächsten Mittwoch nicht nutzen. «So eine Phase hatten wir schon einmal, als Helene Fischer letzten Sommer ein Konzert gab hier. Das ist also nicht neu.»

Natürlich müsse man auf Dinge verzichten, aber man müsse einfach flexibel sein. «Die Wege sind etwas länger, aber alles in allem sind die Bedingungen hier sehr gut.» Und immerhin kann die Mannschaft noch auf ihrem gewohnten Platz trainieren.

Dort bereitet sie sich noch auf die letzten Spiele vor. Drei stehen noch an, das nächste findet am Montag um 16 Uhr (im Liveticker) gegen den FC Luzern statt. «Unsere Ziele haben sich nicht geändert. Wir wollen einen guten Auftritt und diese Leistung, die man von uns erwarten kann, zeigen.»

Fischer konnte aber nicht in Abrede stellen, dass die Spannung etwas nachgelassen habe nach der Sicherstellung des Titels. «Das ist menschlich und verständlich.» Dennoch werde seine Mannschaft gegen Luzern 100 Prozent geben. Denn: «Wir wollen keine Geschenke machen.»