Urechs Traum platzt an der ersten Hürde

Die Schweizer warten an Weltklasse Zürich nur vereinzelt mit Glanzleistungen auf – bis ganz am Schluss, als der 4×100-m-Staffel ein Schweizer Rekord gelingt. Sie verbessert die Bestmarke um sieben Hundertstelsekunden und klassiert sich noch vor den USA auf Rang drei.

Jörg Greb/Zürich
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Enttäuscht: Lisa Urech nach ihrem Missgeschick. (Bild: ky/Alessandro della Valle)

Enttäuscht: Lisa Urech nach ihrem Missgeschick. (Bild: ky/Alessandro della Valle)

Leichtathletik. Eine Frau wurde besonders warm empfangen vom Zürcher Publikum: Lisa Urech. Die 100-m-Hürdenspezialistin aus dem Emmental lächelte und winkte bei der Präsentation vor den Startblocks. Sie schien entschlossen, bereit, mit einer Glanzleistung ihr Potenzial zu unterstreichen. Schliesslich hatte sie noch eine Rechnung offen: An den internationalen Meisterschaften konnte sie nicht zeigen, was sie sich vorgenommen hatte.

In der Folge dauerte es aber nur gut eine Sekunde, bis die 22-Jährige ihre Ambitionen begraben musste. Explosiv und voller Kraft war sie auf das Startkommando losgeschnellt. Und ebenso dynamisch erfolgte die Beschleunigung. In der diffizilen Disziplin allerdings erträgt es keine Ungenauigkeiten. Urech lief zu nahe an die erste Hürde heran. Und strauchelte. «Ich bin bitter enttäuscht und weiss nicht, was geschah. Ich wäre so gerne schnell gerannt», sagte sie.

Höhepunkt durch die Staffel

Schnell rannten ganz zum Schluss des Abends die Schweizer Staffelsprinter Pascal Mancini, Reto Amaru Schenkel, Alex Wilson und Schlussläufer Marc Schneeberger. Schliesslich wurden sie in 38,62 gestoppt: Schweizer Rekord. Um sieben Hundertstelsekunden verbesserte das Quartett die alte Bestmarke, welche sie vor einem Jahr in Barcelona auf den vierten EM-Rang geführt hatte. Und in Zürich reichte diese Leistung zu Rang drei – hinter Jamaika, Grossbritannien, aber vor den USA, Polen, Deutschland und Italien.

Ein Sieg für Büchel

Als Siegerin feiern lassen durfte sich Selina Büchel vom KTV Bütschwil im U23-Rennen über 800 m. Sie setzte sich in einem taktischen Rennen auf der Zielgeraden durch. «Siegen vor dieser Kulisse, grandios», sagte die 20-Jährige. Sicher war sie sich ihrer Sache nie gewesen, vor allem, weil sie «lange eingeklemmt» gewesen war. Mit einem mutigen Rush nach aussen löste sie sich aus der unbequemen Position. Ein Erfolgserlebnis feierte auch Kariem Hussein. Der 22jährige Amriswiler lief die 400 m Hürden in 51,23. Dabei handelte es sich um seine zweitbeste Zeit, er blieb 14 Hundertstelsekunden über seiner Bestmarke. Bis auf die letzten 30 m hatte er sich auf dem Weg zu einer neuen Bestmarke befunden. In mässigen 13,99 wurde der St. Galler Andreas Kundert über 110 m Hürden gestoppt.

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