UNTER DRUCK: Arsenals Trainerlegende vor dem Aus

Wieder gedemütigt: Nach dem 1:5 im Hinspiel hat Arsenal auch das Achtelfinalrückspiel in der Champions League gegen Bayern 1:5 verloren. Die Tage von Team-Manager Arsène Wenger bei den Londonern scheinen nach 26 Jahren gezählt.

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Arsène Wenger zupfte sich kurz an der Nase und setzte ein süss-säuerliches Lächeln auf. «Ich habe dazu nichts zu sagen, danke vielmals», entgegnete der Team-Manager des FC Arsenal nach der erneuten 1:5 (1:0)-Demütigung gegen den FC Bayern auf die Frage, wie es denn nun mit ihm weitergehe. Dann brach er das Sky-Interview ab. «Tschüss», sagte der grosse Franzose noch im Gehen. Es war ein Abschied, der etwas Endgültiges hatte. Die Mannschaft um den Schweizer Granit Xhaka am Boden, die Anhänger auf den Barrikaden, die Presse ausser Rand und Band: Wengers Tage bei den Londonern scheinen nach 26 Jahren gezählt. «Arsenal, ruhe in Frieden», schrieb die «Sun» am Tag nach der höchsten Niederlage überhaupt im Emirates-Stadion. Der Verein sei «tot und beerdigt», der Trainer habe «die letzte Ölung erhalten». Fazit: «Wenger muss gehen.» Dieser Meinung sind auch zahlreiche Anhänger. Rund 200 von ihnen hatten sich bereits vor dem Spiel zu einem Protestmarsch in Richtung Stadion aufgemacht. Ihre Botschaft war eindeutig: «Genug ist genug!» Wenger «töte» den Club, es sei an der Zeit, dass er «au revoir» sage. Im Stadion setzte sich das fort, von einer «Rebellion oder Meuterei» konnte jedoch nicht gesprochen werden, wie die BBC meinte.

«Als käme etwas an sein Ende»

Gegen Spielende gab es sogar Gesänge pro Wenger – und gegen Club-Besitzer Stan Kroenke. Dieser hat übrigens einen neuen Zweijahresvertrag für den 67-Jährigen ausarbeiten lassen, dessen Kontrakt ausläuft. Im Sommer soll eine Entscheidung gefällt werden. Für Arsenal-Legende Ian Wright steht längst fest, wie diese ausfallen muss. «Wir erleben die schlimmste Zeit in unserer Geschichte. Es fühlt sich an, als käme etwas an sein Ende», sagte er als TV-Experte bei BT Sport, ohne den Namen Wenger in den Mund zu nehmen. (sid)