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Unspektakuläres ganz gross

FRAUENFELD. Die Konstanzer Künstlerinnen Susanne Kiebler und Ede Mayer verbindet vieles: Etwa die Faszination für Papier und die Freude am Unspektakulären. Dennoch sind ihre Werke unterschiedlich, wie die Ausstellung im Bernerhaus zeigen wird.
Stephanie Martina
In Mayers Atelier in der Konstanzer Altstadt besprechen Ede Mayer und Susanne Kiebler die letzten Details für die bevorstehende Ausstellung in Frauenfeld. (Bild: Reto Martin)

In Mayers Atelier in der Konstanzer Altstadt besprechen Ede Mayer und Susanne Kiebler die letzten Details für die bevorstehende Ausstellung in Frauenfeld. (Bild: Reto Martin)

Sie könnten ein Künstlerduo sein: die Konstanzerinnen Susanne Kiebler und Ede Mayer. Beide bezeichnen das ausschnitthafte Gestalten als eines ihrer Markenzeichen und finden in der Natur die Grundlage für ihre Kunst. Was anderen als unwichtig und unspektakulär erscheint, inspiriert sie immer wieder aufs neue, es künstlerisch umzusetzen und sich manchmal sogar über längere Zeit mit demselben Motiv zu befassen. Was sie tun, tun sie ohne Konzept, ohne Plan. Eines führt zum anderen, bis schliesslich ein Bild entsteht.

«Wenn ich meine Werke betrachte, erwecken sie bei mir immer den Eindruck, als wären sie noch nicht ganz fertig. Aber das muss so sein. Es gibt nichts Langweiligeres als ein Bild, das aussagt: <Ich bin fertig, an mir kann nichts mehr gemacht werden.> Mir gefällt dieser spannende, unfertige Zustand», sagt Susanne Kiebler.

Verschiedene Techniken

Spätestens ein Blick auf die Werke der beiden Künstlerinnen zeigt, dass sie trotz vieler Gemeinsamkeiten kein Künstlerduo sein können. Denn obwohl beide mit Papier arbeiten, gehen sie völlig verschieden damit um. Für Ede Mayer dient Papier als Grundlage. Auf papierenem Untergrund entstehen ihre gemalten Landschaften, mal aus der Nähe, mal mit mehr Distanz. Typische Motive sind Brücken, Uferlandschaften, urbane Bauten.

Susanne Kieblers Kunst entsteht auf dem Boden ihres Ateliers. Meterlange bemalte Papierbahnen werden dabei collageartig zerrissen und mit vergrösserten Fotos, die ebenfalls in Stücke gerissen werden, zu einem neuen Bild zusammengefügt. Die Collagen werden schliesslich auf Leinwände aufgezogen. Aus der Nähe sind die einzelnen Komponenten gut erkennbar, doch mit zunehmender Entfernung wirkt das Bild wie ein einziges komplettes.

Eine Leidenschaft für Papier

Wenn die beiden über Papier reden, geraten sie regelrecht ins Schwärmen. Es fällt ihnen nicht leicht, die richtigen Worte zu finden, um auszudrücken, was ihnen Papier als Grundlage ihrer Werke bedeutet. «Papier hat einen experimentellen Charakter. Es lässt einen frei herumspielen und Verrücktes ausprobieren, weil man mit Papier auch etwas verschwenderischer umgehen kann als mit anderen Materialien», erklärt Ede Mayer. Hin und wieder male sie auf Leinwand. Das sei jedoch ein völlig anderes Arbeiten, viel seriöser und konzeptioneller.

Eine gemeinsame Wand

Vor drei Jahren bewarben sie sich beim Frauenfelder Kunstverein um eine Ausstellung im Bernerhaus. «Wir suchten damals nach schönen Räumen in der Nähe. Das Bernerhaus gefällt uns sehr und wir freuen uns, dass es geklappt hat», sagt Mayer. Die beiden Künstlerinnen sind gespannt, wie die Ausstellung «Ausschnitte – Papierarbeiten» ankommen wird, denn sie wagen ein Experiment. Sie möchten ihre Werke nicht nur getrennt zeigen, sondern auch gemeinsam. Geplant ist eine Wand, an der die Werke von beiden hängen. «Als wir die Werke aussuchten, waren wir überrascht, wie gut unsere Kunst harmoniert, obwohl sie derart unterschiedlich ist», sagt Kiebler.

Harmonisch: Die Wand, an der Bilder beider Künstlerinnen hängen. (Bild: pd)

Harmonisch: Die Wand, an der Bilder beider Künstlerinnen hängen. (Bild: pd)

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