Unsere Besten des EM-Turniers 2012

Mit dem Final morgen abend um 20.45 Uhr in Kiew zwischen Spanien und Italien wird die EM 2012 in Polen und der Ukraine abgeschlossen. Die Sportredaktion dieser Zeitung hat ihr All-Star-Team bereits vor dem Final zusammengestellt.

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Nur ein Gegentreffer in den fünf bisherigen Partien sagt alles aus über die Qualität von Iker Casillas. Alleine schon die Präsenz des spanischen Torhüters hat bei den Gegnern eine abschreckende Wirkung, das zeigt sich auch in einem Penaltyschiessen immer wieder.

Tschechiens Verteidiger Theodor Gebre Selassie gehört zu den Entdeckungen der EM. Der Sohn eines Äthiopiers und einer Tschechin ist so athletisch, dass er auf der rechten Seite 90 Minuten lang rauf- und runterrennt und das so intelligent, dass er seine Teamkollegen in jeder Situation unterstützen kann. Sein Wechsel zu Werder Bremen in die Bundesliga ist der verdiente Lohn.

Der Schwede Olof Mellberg ist erst der sechste Spieler, der an vier EM-Endrunden teilgenommen hat. Der 34-Jährige war in der Verteidigung ein solider Wert. Mellberg machte im Gruppenspiel gegen England auf sich aufmerksam, als er ein englisches Eigentor erzwang und dann selber per Kopf zum 2:1 traf, nachdem England geführt hatte.

Nach dem Spiel zwischen England und der Ukraine sprachen alle davon, dass der Ball hinter der Linie war. Das stimmt. Dabei verschwiegen wurde aber überall die Tatsache, dass die Rettungsaktion von John Terry schlicht grandios war. Der englische Verteidiger gehört zu den besten seines Fachs, ist für jeden Stürmer ein unangenehmer Gegenspieler.

Der 23jährige Linksverteidiger Jordi Alba hat für Spanien bis anhin alle fünf Partien über die volle Distanz absolviert. Alba, der vom FC Valencia zum FC Barcelona wechseln wird, ist zweikampfstark, defensiv solid und schaltet sich immer wieder in die Offensive ein. Dank Alba ist der Titelverteidiger, dessen System vor allem durch Aktionen im Mittelfeld geprägt wird, unberechenbarer geworden.

Er hat weder ein Tor erzielt noch einen Treffer vorbereitet, Claudio Marchisio ist aber einer der Hauptverantwortlichen, dass die Mannschaft von Trainer Cesare Prandelli das Mittelfeld jederzeit dominiert. Im Halbfinal legte der laufstarke Juventus-Spieler zwölf Kilometer zurück.

Sami Khediras vordergründige Aufgabe ist es, im zentralen Mittelfeld die Defensive zu organisieren. Das kann der Deutsche gut. Was ihn aber von anderen abhebt, ist seine Qualität, sich immer wieder auch ins Angriffspiel einzuschalten. So ist der 25-Jährige nicht nur ein Zerstörer, sondern auch torgefährlich.

«Bei Milan dachten sie, ich sei fertig.» Weit gefehlt, Andrea Pirlo führte Juventus zum Meistertitel und ist nun an der EM der alle überragende Regisseur. Egal, in welchem System der Trainer spielen lässt, im italienischen Spiel dreht sich alles um den 33jährigen Ausnahmekönner.

Über seine Selbstinszenierung kann diskutiert werden. Unbestritten aber ist die Tatsache, dass Cristiano Ronaldo einer der aktuell besten Fussballer ist. Kein anderer hat das Spiel seiner Mannschaft derart geprägt wie der 27jährige Portugiese. Ohne Cristiano Ronaldo wäre Portugal mit Sicherheit nicht bis in den Halbfinal gekommen.

Das selbsternannte Genie aus Italien mit dem Hang zur Überheblichkeit strafte im Halbfinal alle Kritiker Lügen. Im entscheidenden Moment war Mario Balotelli grösser, stärker und präsenter als seine Gegenspieler und er erzielte die Tore, die schon im Viertelfinal gegen England fällig waren. Zum ganz grossen Fussballer fehlt ihm noch die Beständigkeit – oder ein triumphaler Auftritt im EM-Final.

Der 26jährige Mario Mandzukic traf trotz des frühen Outs der Kroaten dreimal. Damit gehört der Stürmer zu den Spitzenreitern in der aktuellen EM-Torschützenliste. Seine Stärke ist das Kopfballspiel. Mandzukic wechselt nun von Wolfsburg zu Bayern München. (pl/tw/mat/mz)

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