«Uns fehlt die nötige Qualität»

Die mangelnde Spielqualität sei das grosse Problem der Schweizer Nationalmannschaft, sagt der Verbands-Delegierte Peter Stadelmann nach dem enttäuschenden 0:0 gegen Bulgarien und kündigt einen sanften Umbruch an. Das Ziel EM 2012 wolle man aber nicht komplett abschreiben.

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Herr Stadelmann, können Sie uns Ihre Gedanken der vergangenen Nacht verraten?

Peter Stadelmann: In Sofia haben wir erneut gesehen, woran es fehlt. Die erste halbe Stunde war sehr schwierig, sogar ganz schlecht. Danach haben wir uns etwas aufgefangen. Fakt ist jedoch, dass wir weitere zwei Punkte in dieser Qualifikation verloren haben. Dadurch wird es jetzt natürlich äusserst schwierig, uns noch für die nächste EM zu qualifizieren.

Sie sprachen unmittelbar nach Spielschluss von der ungenügenden Qualität dieser Mannschaft. War das nur auf das Spiel gegen Bulgarien bezogen oder auf die gesamte Qualifikationsphase?

Stadelmann: Nein, das ist ein Zustand, der sich uns seit längerer Zeit offenbart. Wir haben Probleme im Spielaufbau und bekunden Mühe, nach einer Balleroberung schnell in den Abschluss zu kommen. Dadurch erspielen wir uns nur wenige Chancen und schiessen kaum mehr Tore. Diese Probleme akzentuierten sich gegen Bulgarien erneut.

Hat dies Ottmar Hitzfeld bei seiner Zustands-Analyse vor der Vertragsverlängerung auch so gesehen?

Stadelmann: Ja, das sieht er genau so.

Welche Schlussfolgerungen sind daraus zu ziehen?

Stadelmann: Die erste Schlussfolgerung ist die, dass wir nichts zu beschönigen haben und die Situation so akzeptieren müssen, wie sie ist. Uns fehlt einfach in gewissen Bereichen die notwendige Qualität. Und es braucht sicherlich einige Zeit, um dies zu korrigieren. Das kann nicht von heute auf morgen geschehen. In der momentanen Phase geht es nun darum, zum einen das einmal gesteckte Ziel, welches nun zugegebenerweise weit entrückt ist, nicht vollends aus den Augen zu verlieren. Dann sind aber auch Überlegungen für die mittlere und fernere Zukunft dringend vonnöten.

Was sagen Sie jenen Leuten, die jetzt natürlich wieder kommen und kritisieren, dass man den Vertrag mit Hitzfeld zu früh und voreilig verlängert hat?

Stadelmann: Denen sage ich das Gleiche wie vorher: Ich bin überzeugt, dass Ottmar Hitzfeld der richtige Trainer für uns ist. Gegen Bulgarien standen nicht der neue Vertrag oder der Trainer auf dem Platz, sondern die Spieler. Es lag an ihnen, Leistung zu zeigen. Den Akt der Vertragsverlängerung sehe ich in keinem Zusammenhang mit der Leistung der Mannschaft in Sofia.

Interview: René Baumann, Sofia

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