Unihockey
Paukenschlag: Waldkirch-St.Gallen besiegt Qualifikationssieger GC in einem Torspektakel mit 9:7

Es ist der erste Playoffsieg überhaupt in der Klubgeschichte des UHC Waldkirch-St.Gallen. Gegen die Grasshoppers spielen die Ostschweizer von Beginn an wie entfesselt und gewinnen am Ende verdient. Damit ist die Serie so richtig lanciert.

Ives Bruggmann
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Rahul Chiplunkar erzielte beim 9:7-Auswärtssieg von Waldkirch-St.Gallen den ersten und den letzten Treffer der Partie.

Rahul Chiplunkar erzielte beim 9:7-Auswärtssieg von Waldkirch-St.Gallen den ersten und den letzten Treffer der Partie.

Claudio Schwarz/Swiss Unihockey

Als eindeutiger Favorit sind die Grasshoppers in die Playoffserie gegen Waldkirch-St.Gallen gestartet. Doch mit einem derart forschen Gegner hat der Qualifikationssieger – gespickt mit zahlreichen Nationalspielern – wohl nicht gerechnet. Trainer Armin Brunners Matchplan war sofort ersichtlich. Seine Spieler attackierten früh, betrieben ein äusserst aggressives Forechecking. Und siehe da: GC liess sich übertölpeln. Nach neun Minuten stand es bereits 3:0 für die Gäste aus St.Gallen. Rahul Chiplunkar, Nico Conzett und Michael Schiess erzielten die Tore zur verdienten Führung.

GC dreht den Spiess um

Die Grasshoppers brauchten lange, um sich an die Intensität der St.Galler zu gewöhnen. Bis ins zweite Drittel hinein dominierte Waldkirch-St.Gallen das Spiel durch Pressing, Zweikampfhärte und rasches Umschalten. Doch Ende des zweiten Abschnitts verwandelten die Zürcher um Ligatopskorer Joel Rüegger den 2:5-Rückstand in eine 6:5-Führung. Der haushohe Favorit schien die Partie in seine Richtung lenken zu können.

Doch der Spielstand blieb offen. Im letzten Drittel stand es lange 6:6, ehe GC sieben Minuten vor Ende das 7:6 erzielte. Nun war Waldkirch-St.Gallen unter Zugzwang. Doch wie sich die Gäste aus dieser Situation befreiten, war eindrücklich. Trainer Brunner setzte einmal mehr alles auf eine Karte. Er nahm in der 58. Minute ein Time-out und ersetzte Goalie Raphael Schmied durch einen zusätzlichen Feldspieler. Mit Erfolg: Der finnische Verstärkungsspieler Sami Saarinen erzielte den viel umjubelten Ausgleich.

Saarinen doppelt nach

Doch damit nicht genug. Nur wenig später setzte Saarinen einen drauf. 8:7 für Waldkirch-St.Gallen. Erneut war dem Tor ein Ballgewinn vorausgegangen. Nun probierte es in den letzten Sekunden der Partie auch GC ohne Torhüter, doch die St.Galler liessen sich den Sieg nicht mehr nehmen. Im Gegenteil: Rahul Chiplunkar erzielte noch das 9:7 ins verwaiste Zürcher Tor.

Mit diesem Sieg hat Waldkirch-St.Gallen ein Ausrufezeichen gesetzt. Die Playoffserie wird für die Grasshoppers keinesfalls ein Selbstläufer. Das hat der Auftakt gezeigt. Treten die St.Galler in den kommenden Partien weiterhin mit dem gezeigten Elan und voller Selbstvertrauen an, liegt sogar mehr als nur dieser Sieg drin. Die Ausgangslage verspricht für den weiteren Verlauf vor allem eines: Spektakel.

Telegramm:

Grasshoppers - Waldkirch-St.Gallen 7:9 (1:3, 5:2, 1:4)
Sporthalle Hardau, Zürich. SR Schuler/Sprecher.
Tore: 4. Ra. Chiplunkar 0:1. 9. N. Conzett (R. Mittelholzer) 0:2. 10. M. Schiess 0:3. 19. J. Rüegger (T. Heller) 1:3. 24. S. Volkart (P. Riedi) 2:3. 26. N. Conzett (C. Eschbach) 2:4. 33. M. Schiess (N. Jordan) 2:5. 34. D. Steiger (S. Laubscher) 3:5. 36. F. Göldi (P. Riedi) 4:5. 38. F. Wenk (T. Heller) 5:5. 40. C. Laely (J. Rüegger) 6:5. 43. T. von Pritzbuer (Ra. Chiplunkar) 6:6. 54. J. Rüegger (T. Heller) 7:6. 58. S. Saarinen (M. Schiess) 7:7. 59. S. Saarinen (C. Eschbach) 7:8. 60. Ra. Chiplunkar (R. Schmied) 7:9.
Strafen: 2-mal 2 Minuten gegen Waldkirch-St.Gallen.

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